Interview Thomas Lojek und Pamela Des Barres:

Berühmte Männer lieben

Pamela des Barres war Freundin und Gefährtin einiger der bekanntesten Künstler unserer Zeit:

Jim Morrison, Frank Zappa, Mick Jagger, Keith Moon und Jimmy Page.

Sie war als bekannte Rock-Muse eine Ikone des Sunset Strip zu der Blütezeit der modernen Rock- und Popkultur Ende der 60er bis weit hinein in die 70er-Jahre.

Grund genug einmal nachzufragen, was die Liebe zu berühmten Männern wirklich ausmacht und was Frauen von dieser „besonderen Kategorie Mann“ auf Dauer erwarten können.

Pamela Des Barres

Pamela Des Barres © Milius

Dabei war Pamela des Barres nicht nur ein attraktive Anhängsel berühmter Männer, sondern verwirklichte beharrlich ihre eigene Laufbahn als eigenständige Künstlerin: Bücher, Kunst, Performance-Art und die Mitgliedschaft in der Band GTO, die als eine Art Gesamtkunstwerk Musik, gesprochenes Wort und Performance-Kunst vereinte.

Mitte der 80er erschien ihre Autobiografie „I’m with the Band“, die zu einem Bestseller avancierte und sie weltweit international als Autorin bekannt machte.

1993 erschien: „Take Another Piece of My Heart” und später die Bücher “Rock Bottom: Dark Moments in Music Babylon” und “Let’s Spend the Night Together: Backstage Secrets of Rock Muses and Supergroupies”.

Pamela Des Barres lebt heute in Los Angeles und arbeitet als Autorin und Lehrerin für kreatives Schreiben.

Thomas Lojek ist Autor von „Die Gefühle der Männer“, „Einen Mann emotional dauerhaft binden“, „Das geheime Muster der Liebe“, „Wahre Liebe statt Geliebte sein“.

In diesem Interview spricht Thomas Lojek mit Pamela Des Barres über Liebesbeziehungen zu berühmten Männern, über die Bedeutung der Muse im Leben eines jeden Mannes und über die Schattenseiten von Ruhm und Erfolg für Liebe und Beziehungen.

Über Beziehungen mit berühmten Männern

Thomas Lojek: Du hast einige der berühmtesten Künstler und Rockstars dieser Welt kennengelernt, begleitet und teilweise auch als Geliebte oder feste Freundin an ihrer Seite gestanden:

Mick Jagger, Frank Zappa, Jim Morrison, Jimmy Page, Keith Moon.

Was ist die Magie dieser besonderen Männer, dass eine Frau sich so intensiv einem Mann und seiner Kunst widmet, dass sie sich als Muse und Geliebte an seine Seite begeben möchte?

Ist es der Mann selbst?

Ist es die berauschende Wirkung von Ruhm, Geld und Lifestyle, die von diesen Männern ausgeht?

Oder liegt etwas der Kunst selbst zugrunde, das in einer Frau den Wunsch weckt, unbedingt Teil davon werden zu wollen?

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Pamela Des Barres

Pamela Des Barres: Die Musik war immer der Grund, warum ich mit diesen Männern zusammen sein wollte.

Sie war für mich der Grund, sie zu begleiten, sie zu inspirieren, zu ermutigen und zu verehren für ihre kreative Brillanz.

Jede Form der Kunst hilft auch immer dem Beobachter/Zuhörer, mit seinem eigenen kreativen Genie in Kontakt zu kommen.

Kunst öffnet Herzen, hilft empfänglich zu sein und darüber die eigenen Gaben und Talente zu entdecken, die man dieser Welt beisteuern kann.

Und nicht zu vergessen diese besondere Atmosphäre, die diese Männer umgab, ihre ’Szene’, diese unerreichbare, unnahbare Qualität ihrer Ausstrahlung.

Wenn man damals im Zentrum des Orkans „Rock and Roll“ war, fühlte man sich wie aus menschlichem Gold gemacht.

Einen Mann zu besonderen Erfolgen inspirieren

Thomas Lojek: Was ist der Unterschied zwischen einem Groupie, die für einen Musiker nur etwas Abwechslung für eine Nacht darstellt, und einer echten Muse – also einer Frau, die einen Künstler beleben, begleiten und inspirieren kann?

Worin liegt aus deiner Perspektive heraus der genaue Unterschied zwischen diesen beiden Frauen – persönlich, energetisch und vor allem in Charakter und Verhalten?

Pamela Des Barres: Alle Männer (und natürlich auch alle Frauen)… wirklich alle Männer sind, was sie tun.

Sie brauchen und suchen Respekt für ihre Arbeit, ganz gleich, welche Art von Tätigkeit das auch immer ist.

Und ganz besonders brauchen das die Männer, die sich über ihr Schaffen persönlich offenbaren.

Die darüber offenlegen, wer sie wirklich sind.

Echte Groupies lieben an erster Stelle, was ihre Lieblings-Künstler tun.

Die Gefühle, die sie durch ihre Kunst auslösen.

Für sie ist es deswegen ganz natürlich, dass man einen solchen Mann bewundern, verstehen und verehren muss – auch um ihn darüber zu noch mehr Größe anregen zu können.

Die einzig wahre Liebe im Leben eines besonderen Mannes

Thomas Lojek: Gibt es eine Schattenseite im Leben und innerhalb der Liebe der großen, berühmten Männer?

Natürlich sieht nach außen hin deren Leben wie ein einziger Rausch in Glamour, Party und Erfolg aus – aber ganz sicher hat deren Leben auch einen Preis.

Womit muss eine Frau rechnen, wenn sie einen besonderen Mann liebt und auf ein Leben an seiner Seite hofft?

Pamela Des Barres

Pamela Des Barres

Pamela Des Barres: Einem echten Groupie ist eigentlich klar, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie jemals die einzige Frau im Leben eines Musikers sein wird.

Es passiert hin und wieder in einigen seltenen Fällen, aber ein echtes Groupie muss bereit sein, nur den Moment auszukosten und nicht zu sehr an das Morgen oder das Potential der Beziehung zu denken – oder daran, diesen Mann dauerhaft und beständig an sich selbst zu binden.

Ich habe zwar einen Musiker geheiratet und ich bin mit Musikern zusammen gewesen und natürlich habe ich auch immer irgendwie gehofft, „die Einzige“ zu sein.

Aber das ist schon in „normalen Beziehungen“ sehr selten und daher eben noch schwieriger in einem Leben mit einem Musiker, der ständig unterwegs und auf Tour ist.

Was bleibt, ist, dass man die seltenen Momente mit ihnen voll und ganz auskosten sollte.

Lass dir ihre Musik vorspielen, stelle Fragen zu ihren Songs, frage sie nach den Quellen ihrer Inspiration.

Gib ihnen das Gefühl, dass du ihre Seele verstehst.

Liebe und Beziehungen: Was Männer wirklich suchen!

Thomas Lojek: In meinen Büchern beschreibe ich emotionale Muster in den Beziehungen zwischen Mann und Frau, die der Wechselwirkung zwischen Künstler und Muse nicht ganz unähnlich sind.

Immerhin sucht jeder Mann auf seine Weise seine ganz persönliche Muse im Leben. Glaubst du, dass „Muse sein“ ein universelles Prinzip ist – das für alle Frauen gilt?

Was können Frauen von deinen persönlichen Erfahrungen mit außergewöhnlichen Männern lernen?

Gibt es aus deiner Sicht heraus einen Weg, der jede Frau zu einer Muse machen kann, ganz egal, ob der Mann nun berühmt oder ein ganz gewöhnlicher, liebevoller Ehemann ist?

Pamela Des Barres: Ein Mann braucht das Gefühl, für seine Talente gesehen zu werden.

Das Geheimnis besteht darin, einen Mann für das zu schätzen, was er tut! Bewundern, verstehen, anhimmeln, ermutigen, beistehen und anregen.

Mein letzter Partner, ein Musiker, hat mir dazu geraten, ein Buch zu schreiben, das auf meinem Lieblingssong von Elvis basieren sollte: „Treat Me Nice“ – weil er der Meinung war, dass ich seine kreative Seele als Musiker verstanden habe und mich selbst niemals vor seine Musik gedrängt habe.

Die Musik ist der Mann!

Ich hoffe, dass ich damit nicht den weiblichen Musikerinnen zu nahe trete, schließlich bin ich selbst eine Frau.

Natürlich liebe ich sie auch!

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Pamela Des Barres in den 70ern: (c) Pamela Des Barres

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Bildnachweis: Alle Copyrights der gezeigten Bilder: Pamela Des Barres