Männer und Distanz in Beziehungen und Liebe

Thomas Lojek, Autor von „Die Gefühle der Männer: Männliche Muster der Liebe“, „Wahre Liebe statt Geliebte sein“ und „Das geheime Muster der Liebe“, über den Wechsel von Nähe und Distanz in Beziehungen.

Die wichtigsten Inhalte in diesem Interview

  • Männer und Distanz in Beziehungen und Liebe.
  • Wie Männer Distanz in Beziehungen erleben und handhaben.
  • Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Distanz in Beziehungen.
  • Konflikte aus Missverständnissen durch unterschiedliche Wahrnehmung von Distanz.
  • Umgang mit dem Wechsel aus Nähe und Distanz in Beziehungen.

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Distanz in Beziehungen: Ein männliches Phänomen der Liebe?

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Frage: Warum distanzieren sich Männer viel häufiger in Beziehungen?

Ist das Verlangen nach Distanz in Beziehungen ein typisch männliches Phänomen?

Thomas Lojek: Ich würde nicht sagen, dass Distanz ein rein männliches Phänomen innerhalb von Beziehungen ist.

Ich sehe eigentlich eher, dass sowohl Mann als auch Frau jeweils Phasen von Distanz in Beziehungen herstellen.

Allerdings aus sehr unterschiedlichen Beweggründen.

Männer handhaben und leben Distanz anders und aus anderen Motiven.

Das stößt in der Welt der Frauen oft auf Unverständnis.

Weil Frauen eben Distanz ganz anders deuten und erleben.

Aus der weiblichen Deutungshoheit mag es dann so aussehen, als wäre Distanz in Beziehungen ein rein männliches Phänomen.

Das ist es so in dieser Form nicht.

Sie ist für Männer eine andere Form das Leben zu gestalten und zu bewältigen.

Frauen und Männer organisieren und leben Distanz in Beziehungen aus sehr unterschiedlichen Perspektiven und Empfindungswelten heraus.

  • Distanz in Beziehungen ist kein rein männliches Phänomen.
  • Männer und Frauen stellen Distanz in Beziehungen aus anderen Motiven her.
  • Entsprechend sind die Perspektiven auf Distanz in Beziehungen unterschiedlich.

Video-Kommentar: Wie besser mit Nähe und Distanz umgehen?

Männer und Frauen distanzieren sich aus unterschiedlichen Motiven

Frage: Was bedeutet das genau? In welcher Form leben Männer und Frauen Distanz in Beziehungen anders?

Thomas Lojek: Männer haben von sich aus einen ganz natürlichen Distanz-Verlauf in ihren Beziehungen.

Männer definieren sich innerlich weniger über ihre Beziehungen und über die Nähe zu anderen Menschen – sondern eher darüber, was sie in der äußeren Welt entdecken und erreichen können.

Deswegen sind Männer etwas mehr die Wanderer und Abenteurer im Leben.

Frauen distanzieren sich in Beziehungen dagegen aus anderen Motiven.

Sie stellen Distanz eher aus Gründen her, die mit ihrer jeweiligen Beziehung und deren Qualität zu tun haben.

Die Distanz der Frau hat viel häufiger konkrete Gründe als die Distanz des Mannes.

Und diese Gründe beziehen sich dann in der Regel auf die bestehende Bindung und deren Bedeutung.

  • Männer haben einen natürlichen Distanz-Verlauf in Beziehungen.
  • Männer sind durch ihr Distanz-Verständnis die Wanderer und Abenteuer im Leben.
  • Die Distanz von Frauen bezieht sich dagegen auf  Gründe innerhalb der Beziehung.

Warum Männer Distanz in Beziehungen herstellen

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Frage: Was genau ist damit gemeint, dass Männer einen „natürlichen Distanz-Verlauf“ in Beziehungen haben?

Thomas Lojek: Die Distanz des Mannes in Beziehungen verläuft eher wie ein natürlicher Rhythmus und hat dann meistens viel weniger mit der Beziehung zu tun, als Frauen das auf ihre Weise interpretieren.

Männer gehen nach einer gewissen Zeit der Nähe einfach gerne etwas auf Wanderschaft, wollen durch die Welt streunen, Abstand herstellen und neue Eindrücke sammeln, die nichts mit der unmittelbaren Nähe zu einer bestimmten Frau zu tun haben.

Das ist praktisch im Mann eingebaut.

Wenn das nicht so wäre, würde in der Welt nichts passieren.

Die Männer würden nur noch heimelig und gemütlich daheim bei ihren Frauen sitzen, um die gemütliche Ruhe, Wärme und Nähe, die von Frauen ausgehen kann, zu genießen.

Das geht natürlich nicht. 

Ohne den inneren Rhythmus der Männer sich von den Frauen zu lösen und die Welt entdecken zu wollen, hätten wir eine gemütliche dafür aber völlig regungslose Welt, in der nie etwas passieren würde.

Aus diesem Grund haben Männer einen inneren und ganz natürlichen Drang Abstand und Beschäftigung außerhalb ihrer Liebesbeziehungen zu suchen.

Der Rhythmus der Männer in Nähe und Distanz erfüllt eine sinnvolle Aufgabe im Gefüge zwischen Mann und Frau.

  • Das Distanz-Verhalten der Männer ist quasi natürlich „eingebaut“.
  • Männer müssen sich von ihren Frauen lösen, um Raum und Dynamik zu ermöglichen.
  • Ohne das Distanz-Verhalten der Männer hätten wir eine regungslose Welt, in der nichts passiert.

Die Suche nach Gleichgewicht im Wechsel von Nähe und Distanz

Frage: Trotzdem erzeugen die Phasen von Distanz in Beziehungen Reibereien und negative Gefühle. Warum ist das so?

Thomas Lojek: Aus der gerade beschriebenen Unterschiedlichkeit heraus entstehen vielen Missverständnisse zwischen Mann und Frau.

Eine Frau empfindet aus ihrer Weltsicht heraus die Distanz des Mannes sehr oft als eine persönliche Aussage über ihre Bindung zu ihm – und vor allem über die Qualität ihrer Beziehung. 

Dabei ist ein Mann sehr oft einfach nur auf „Wanderschaft“!

Männer bewegen sich aus Nähe heraus – das ist Teil ihres grundsätzlichen Naturells. 

„Mann sein“ impliziert auch die Notwendigkeit sich abgrenzen und definieren zu wollen, in die Welt zu gehen und Dinge in Bewegung zu setzen.

In diesem Zusammenhang müssen Männer anders als Frauen sein und andere Rhythmen von Nähe und Distanz haben.

Ansonsten existiert auf Dauer kein Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen.

Im Prinzip ist das alles kein großes Problem.

Wir haben eigentlich ein inneres Verständnis für diese Abläufe.

Die Probleme durch den Wechsel von Nähe und Distanz entstehen, weil in unserem Denken eine innere und persönliche Umdeutung dieser eigentlich neutralen Tendenzen zwischen Männern und Frauen einsetzt.

Der Vorgang, dass sich Nähe und Distanz in Beziehungen einstellen, ist an sich natürlich und förderlich – erst die persönliche Interpretation aus der eigenen Empfindungswelt oder inneren Überzeugungen heraus, strickt dann das Problem, was wir rund um Nähe und Distanz in Beziehungen erleben.

Sobald wir interpretieren statt zuzulassen, geht der Ärger los.

  • Männer bewegen sich ganz natürlich aus Nähe heraus – das ist ihr Naturell.
  • Frauen empfinden diesen Vorgang dagegen oft als Aussage über die Beziehung.
  • Der Wechsel von Nähe und Distanz an sich ist kein Problem.
  • Die Umdeutung des Vorganges aus der jeweiligen Empfindungs-Perspektive von Mann und Frau schafft die mit diesem Phänomen verbundenen Konflikte.

Warum Mann und Frau Nähe und Distanz unterschiedlich erleben

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Frage: Kannst du ein konkretes Beispiel nennen, wie dieser Vorgang der Probleme durch Umdeutung und persönliche Interpretation zustande kommt?

Thomas Lojek: Nehmen wir einmal die Zusammenhänge auf, über die wir gesprochen haben: Für einen Mann ist seine eigene Distanz in einer Beziehung eine Art ganz natürlicher Rhythmus.

Sein Distanz-Verhalten stellt sich einfach nach einer Zeit der Nähe ein, ohne dass es für ihn selbst eine größere Bedeutung haben muss.

Eine Frau erlebt diesen Vorgang allerdings dann über ihr persönliches Beziehungsempfinden. Die Tendenz der Frau liegt nun mal darin, dass sie Beziehungen pflegt, erhält und fördert.

Entsprechend läuft bei ihr das „Sich-Entziehen“ der Männer in eine Verständnislücke ihrer Welt und erzeugt ablehnendes Unverständnis, weil Frauen Beziehungen über Nähe pflegen und nicht über den Umweg von Abgrenzung und Abstand, so wie Männer das regelmäßig brauchen.

Für eine Frau wird darüber die Distanz des Mannes zu einem persönlichen Affront gegen ihr Weltverständnis und damit auch zu einer angeblichen Aussage über die Art und Qualität ihrer Beziehung.

Das muss es aber nicht sein.

Und tatsächlich ist das eher selten der Fall.

In den meisten Fällen ist es einfach der natürliche Ablauf von Distanz im männlichen Verhalten, um etwas Abgrenzung zwischen sich und die Frauen zu bringen, damit Raum und Dynamik für einer beständige, gesunde Beziehung überhaupt dauerhaft stattfinden können

Umgekehrt versteht der Mann nur selten die implizierte Aussage einer Frau, wenn sie plötzlich Distanz in der Beziehung auf ihre weibliche Art und Weise herstellt, als ein Signal über den Zustand ihrer Beziehung.

Für einen Mann „spinnt“ die Frau dann einfach etwas und er lässt sie halt alleine damit oder einfach „ziehen“, so wie man es ein Mann seinem eigenen Verständnis nach auch für sich selbst tun würde.

Das erzeugt in der Frau dann natürlich genau das Gegenteil.

Sie fühlt sich dadurch ungeliebt und zusätzlichen Zweifeln über die Qualität ihrer Bindung zu diesem Mann ausgesetzt.

Der Streit ist an dieser Stelle praktisch vorprogrammiert.

Sowohl Mann als auch Frau agieren auf diesem Gebiet also aus einem jeweils völlig widersprüchlichen Verständnis heraus.

Und weil das Verständnis darüber so unterschiedlich ist, kracht es dann regelmäßig in der Liebe, sobald sich der Eindruck von Distanz einstellt.

  • Frauen empfinden den Wechsel von Nähe und Distanz über ihr Beziehungsempfinden.
  • Für Männer ist Distanz dagegen oft einfach nur ein natürlicher Ablauf ohne größere Bedeutung.
  • Umgekehrt verstehen Männer nur selten, dass eine Frau ihnen durch Distanz etwas über den Zustand ihrer Beziehung sagen möchte.

Die unterschiedlichen Empfindungswelten von Mann und Frau

Frage: Ist Streit also unvermeidbar mit dem Phänomen Nähe und Distanz verbunden?

Thomas Lojek: Phänomen „Distanz in Beziehungen“ an sich eigentlich gar nicht so sehr konfliktbeladen, wie es sich durch diese gegenseitige Umdeutung aus unterschiedlichen Weltverständnissen von Mann und Frau in Beziehungen äußert.

Das Problem ist nicht der Wechsel von Nähe und Distanz in der Liebe an sich – das ist ein ganz natürlicher und notwendiger Prozess, der im Grunde hilft Beziehungen langfristig intakt und lebendig zu halten.

Das große Problem für Mann und Frau auf diesem Gebiet ist vielmehr die völlig unterschiedliche Deutung aus jeweils unterschiedlichen Empfindungswelten heraus.

Jede Seite deutet Distanz auf ihre Weise und geht dann davon aus im Rahmen dieser Eigenwahrnehmung in dem Fall „das Richtig“ zu tun – erreicht aber im Gegenüber dadurch das genaue Gegenteil.

Aus diesem Grund ist Distanz in Beziehungen ein so heikles Thema, das viel an Wunden und Verwirrung stiftet.

  • Der Wechsel von Nähe und Distanz an sich ist nicht so konfliktbeladen, wie er sich in vielen Beziehungen äußert.
  • Die unterschiedliche Deutung des Vorgangs zwischen Mann und Frau erzeugt die Probleme.
  • Jede Seite ist dann überzeugt, im Falle von Umgang mit Distanz das Richtige zu tun – erzeugt oder erlebt aber dann das Gegenteil davon.

Weibliche Distanz und die Qualität von Beziehungen

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Frage: Warum distanzieren sich Frauen denn so anders in Beziehungen als Männer?

Haben Frauen nicht auch ein ganz natürliches Bedürfnis nach etwas Abstand und Zeit für sich?

Muss das immer mit „Beziehungsfragen“ unterlegt sein?

Thomas Lojek: Nein, natürlich nicht.

Wir reden hier immer über graduelle Tendenzen in der Unterschiedlichkeit von Mann und Frau. Das erzeugt Unschärfen.

Trotzdem ist es sinnvoll einen Blick darauf zu werden, dass diese grundsätzlichen Tendenzen auf jeder Seite existieren – das hilft viele Situationen in Liebe und Beziehungen zu bewältigen und zu verstehen, ohne sie zu sehr persönlich nehmen zu müssen.

Wie bereits erwähnt: Das eigentliche Problem ist häufig die persönlichen Umdeutungen neutraler Prozesse zwischen Mann und Frau – und nicht so sehr die Existenz dieser Prozesse an sich.

Darum ist es sinnvoll zu verstehen, warum die Unterschiede auf jeder Seite ihre Berechtigung haben. Frauen sind nun mal insgesamt viel mehr Beziehungswesen als wir Männer.

Sie handhaben und pflegen Beziehungen viel umfassender und bedeutungsvoller als ein Mann.

Aus diesem Grund ist auch das Herstellen von Distanz durch eine Frau viel deutlicher verwoben mit dem Wesen von Beziehungen – als eine Form von „sich auf etwas beziehen“!

Frauen beziehen in dem, was sie empfinden und tun, viel mehr und wesentlich deutlicher auf die Existenz ihrer bestehenden Beziehungen und Bindungen.

Das gilt dann eben auch für die Herstellung von Distanz in Beziehungen.

Darum ist es sinnvoll zu wissen: Wenn Frauen sich in Beziehungen distanzieren, dann findet man viel häufiger eine wesentliche Aussage dahinter, einen konkreten Grund.

Entweder mangelt es einer Frau dann an wesentlichen Emotionen in der Beziehung – es fehlt ihr an Reiz, an gefühlten reizvollen Qualitäten, die sie anfällig und begeistert für einen Mann machen kann.

Oder es fehlt ihr an Vertrauen.

An Vertrauen in die Bedeutung und Besonderheit der Bindung.

  • Frauen sind wesentlich mehr und wesentlich deutlicher Beziehungswesen als Männer.
  • Die weibliche Seite kommuniziert deswegen über das Mittel Distanz auch immer mehr über den gefühlten Zustand von Beziehungen.
  • Weibliche Distanz in Beziehungen bedeutet: Es fehlt an Reiz. Oder es fehlt an Vertrauen.

Warum Männer weibliche Distanz nur schwer verstehen

Frage: Und das natürliche Bedürfnis einer Frau nach Abgrenzung und Raum für sich selbst?

Thomas Lojek: Natürlich gibt es abgesehen von der gerade beschriebenen Tendenz auch bei Frauen einen regelmäßiges Bedürfnis Distanz herstellen zu wollen.

Es ist ja nicht so, dass Frauen nicht auch mal genug von ihren Männern haben oder froh sind auch einfach mal Zeit und Raum für sich zu haben.

Trotzdem: Das Phänomen, über das wir hier übergeordnet reden – die gefühlte Distanz, die dann eben auch beim Partner als eine bestimmte Emotion ankommt – das ist bei Frauen viel häufiger und dann auch viel deutlicher unterlegt mit Aussagen und Empfindungen zur bestehenden Verbindung mit einem Mann.

Eine Frau lässt den Mann über die Distanz etwas fühlen – wartet dadurch auf eine Kurskorrektur, auf eine Klärung von Bedürfnissen und Empfindungen, die nicht im Einklang mit ihrer eigenen Sicht auf diese Bindung stehen.

Distanz einer Frau ist oft die Aussage: „Komm her und hol mich und lass und das klären!“.

Nicht immer, aber eben sehr oft.

Die Art der Männer Distanz zu fühlen und in Beziehungen herzustellen hat aus dieser Unterschiedlichkeit heraus eben viel weniger Aussagewert über eine Beziehung als die Distanz der Frauen.

Für einen Mann ist Distanz viel häufiger ein ganz natürlicher Rhythmus: Man hat einige Zeit Liebe, Wärme und Nähe durch die Frau gehabt.

Und dann geht man eben raus und kümmert sich um andere Dinge.

Das sagt für einen Mann noch lange nichts über die Bindung oder die Bindungsqualität der Frau aus.

Für Frauen ist das in dem Fall ganz anders.

Wenn sie Distanz herstellen und das mit dem Verlangen unterlegt ist, die Beziehung zu pflegen oder zu verändern – dann sehen sie sich häufig in dem Dilemma, dass genau das nicht passiert.

Der Mann deutet diesen Zustand ganz anders und misst ihm eben aus seinem eigenen Weltverständnis erst mal nicht so viel Bedeutung zu.

Die Frau sitzt dann innerlich auf nagenden Emotionen und denkt sich:

„Wann rafft dieser Idiot es endlich?!“ während der Mann nur den Eindruck hat: „Na ja, sie ist halt gerade etwas komisch… das legt sich schon…  irgendwie, irgendwann…“.

Und umgekehrt läuft es dann durch diese Unterschiedlichkeiten so, dass eine Frau im Falle von gefühlter Distanz hergestellt durch den Mann denkt: „Was hat er bloß?! Habe ich etwas falsch gemacht? Ist etwas nicht in Ordnung zwischen uns? Wir sollten reden und zusammen sein, um das zu klären und er verschließt sich mir gegenüber so…?! Warum?!“.

Dabei gibt es in dieser Art von männlicher Distanz von Beziehungen gar kein „Warum?!“.

Ein Mann bewegt sich in dieser Zeit einfach auf seiner Seite des Lebens und braucht eine natürliche Pause von den weiblichen Aspekten des Lebens.

Das ist für einen Mann ganz normal und natürlich!

  • Männliche Distanz in Beziehungen hat insgesamt viel weniger Aussagewert.
  • Wenn ein Mann in Beziehungen Distanz herstellt, sagt das für ihn nicht zwangsläufig etwas über die Bindung oder die Bindungsqualität aus.
  • Für Frauen ist Distanz – egal, ob die eigene oder die erlebte – viel häufiger eine Aussage zur Beziehung und deren Qualität.

Nähe und Distanz in Beziehungen: Geduld mit sich selbst lernen

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Thomas Lojek: Wie verhält man sich am besten im Wechsel von Nähe und Distanz?

Kann man die Probleme der Umdeutung und der Missverständnisse umgehen?

Vielleicht abmildern?

Thomas Lojek: Ich finde man sollte ehrlich sein, was das Thema angeht:

Der Wechsel von Nähe und Distanz ist ein schwieriges Feld der Liebe.

Vor allem weil es ebenso unterschiedlich von Mann und Frau wahrgenommen wird und für beide Seiten eine jeweils unterschiedliche Bedeutung hat.

Der Vorgang an sich ist wichtig und ein elementarer Teil der Liebe – und die wichtigen Abschnitte einer Beziehung sind immer unterlegt mit etwas Glatteis und man neigt dazu darauf auszurutschen.

Aber das ist eben auch immer Teil der inneren Bewährungsproben, die Beziehungen durchlaufen müssen, um vor dem Leben beweisen zu können, dass sie auch über Schwierigkeiten hinweg Bedeutung und Bestand haben werden.

Der erste Schritt ist also etwas Sanftmut und Geduld sich selbst gegenüber: Es ist nahezu unmöglich „perfekt“ auf diesem Gebiet zu sein.

Es gibt endlose Unschärfen und Verständnisfallen – tappt man dort hinein, dann sollte man dem inneren Kritiker ein Schnippchen schlagen und sich das einfach mal vergeben.

  • Der Wechsel von Nähe und Distanz ist ein schwieriges Gebiet in Beziehungen.
  • Es ist normal, dass man in diesem Bereich nicht alles richtig machen kann.
  • Daher braucht es etwas Geduld und Sanftmut sich selbst gegenüber.

Distanz in Beziehungen: wie mit Gefühlen umgehen?

Frage: Aber wie geht man mit den damit verbundenen Emotionen und Gefühlen um?

Plötzlich Distanz in einer Beziehung zu erleben, ist ja auch emotional nicht ganz einfach.

Ob man will oder nicht – man reagiert mit Gefühlen auf den erleben Abstand.

Thomas Lojek: Nach dem etwas milderen Umgang mit sich selbst, wenn es um dieses heikle Gebiet in Beziehungen geht, wäre für mich der zweite Schritt:

Dass man die mit diesem Phänomen verbundenen Emotionen nicht zu ernst nehmen sollte. Jedenfalls nicht zu ernsthaft. Das belastet jede Form von Beziehung.

Man kann die Emotionen in diesem Phänomen vielleicht nicht abschalten – aber man kann lernen sie sinnvoll zu betrachten, ohne sich darüber in schädliche Impulse aus Kontrolle und Anschuldigen zu verrennen.

Zwischen Freunden ist der Wechsel von Nähe und Distanz zum Beispiel viel unproblematischer und insgesamt auch wesentlich undramatischer.

Es gibt Freunde, die sieht man wochenlang nicht, vielleicht sogar über Monate oder Jahre nicht – und dann stehen sie vor einem und es ist so als wäre keine einzige Sekunde vergangen.

Und genau das ist das Besondere – das, was die Qualität einer Verbindung wirklich offenlegt:  

Verbindung trotz Abstand und Lücken in der gemeinsamen Lebenszeit.

Liebespaare tun sich viel schwerer damit – obwohl das für sie eigentlich noch bedeutsamer sein sollte als für Freundschaften.

Die Liebe zwischen Mann und Frau ist auf allen Ebenen viel zu sehr definiert über Emotionen.

Das nimmt den kleineren Abständen und den besänftigenden Momente zwischen den großen Gefühlen die Möglichkeit ihr Werk zu verrichten – nämlich zu verbinden ohne zu fesseln.

Darum macht es Sinn die im Wechsel von Nähe und Distanz entstehenden Gefühle einfach mal zuzulassen und sie laufen zu lassen ohne sich dabei gleich zu sehr in impulsive Handlungen, Kontrolle oder Vorwürfe zu verrennen.

Das ist ein wichtiger Schritt auf diesem Gebiet.

Einfach den beteiligten Gefühlen etwas Raum geben – ohne ihnen zu unterliegen oder gleich reagieren zu müssen.

Laufen lassen.

Beobachten.

In diesen Momenten auch mal etwas bei sich selbst sein und die eigenen Emotionen nicht gleich auf die andere Person übertragen.

Wie gesagt: Die Übertragung und Uminterpretation der unterschiedlichen Wahrnehmung ist das Hauptproblem in diesem Fall – nicht das Phänomen selbst.

  • Man sollte die mit Nähe und Distanz verbundenen Emotionen nicht zu ernst nehmen.
  • Ein gutes Vorbild sind Freunde: Dort verläuft Nähe und Distanz viel undramatischer.
  • Man kann die mit Distanz verbundenen Emotionen zulassen und beobachten.
  • Die Emotionen rund um Distanz nicht gleich in impulsive Reaktionen, Anschuldigungen oder kontrollierende Verhaltensweisen umwandeln: Dem Zustand etwas Zeit und Raum geben.

Nähe und Distanz in Beziehungen emotional entspannt erleben

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Frage: Gibt es eine Möglichkeit gesund und entspannter mit dem Wechsel von Nähe und Distanz innerhalb von Beziehungen umzugehen?

Thomas Lojek: Der beste Weg den Wechsel von Distanz und Nähe in Beziehungen zu überleben, ist eine gesunde Beziehung zu sich selbst.

Die Fähigkeit sich selbst zu fühlen auch ohne die Gegenwart des Anderen.

Das Wissen eine Aufgabe und eine Richtung im Leben zu haben.

Die Dankbarkeit, dass das Leben ein Weg ist, der Einsichten, Überraschungen und Freude bereithält, zu denen man auch dann Zugang hat, wenn der Andere nicht anwesend ist oder man sich selbst über eine Beziehung definiert.

Die wesentlichen Empfindung von sich selbst füllen am besten die natürlichen Lücken, die jede Beziehung irgendwann durchlaufen muss.

Der große Schaden kommt durch die Vorstellung, dass Beziehungen homogen und perfekt sein müssen.

Und von der Vorstellung, dass man selbst immer homogen und perfekt sein muss.

Weder der eine Aspekt noch der andere Aspekt ist zutreffend.

Man selbst ist lebenswert.

Und Beziehungen sind erlebenswert.

Diese Verbindung sollte man respektieren und achten ohne die Lücken zu fürchten.

Wir Menschen müssen damit leben, dass sie existieren.

Diese Lücken in jeder Form von Beziehungen sinnvoll zu füllen, ist eine Grundaufgabe des Lebens. Und die erfüllen wir am besten durch eine gesunde Verbindung zu uns selbst.

  • Der beste Umgang mit dem Wechsel von Nähe und Distanz in Beziehungen ist eine gesunde Beziehung zu sich selbst.
  • Die Empfindung von sich selbst füllt ganz natürlich die Lücken in Beziehungen durch den Wechsel von Nähe und Distanz.

Das geheime Muster von Nähe und Distanz verstehen

Frage: Kommt das Thema Männer und Distanz in Beziehungen oder der Wechsel von Nähe und Distanz allgemein auch in deinen Büchern vor?

Thomas Lojek: Das ist natürlich ganz klar auch ein Thema in meinen Büchern, weil es generell ein entscheidendes Gebiet der Liebe ist, das einen umfassenden Effekt auf Beziehungen und auf das persönliche Glück darin hat.

In „Einen Mann emotional dauerhaft binden“ beschreibe ich zum Beispiel sehr ausführlich die Phasen und den Rhythmus im Wechsel von Nähe und Distanz in Beziehungen.

Außerdem stelle ich dort zum ersten Mal den „Kreisbogen der Liebe“ vor – ein männliches Muster, über das Männer quasi indirekt ihre persönlichen Batterien für Liebe und Beziehungen immer wieder neu aufladen.

Der „Kreisbogen der Liebe“ sorgt bei Frauen für Irritationen und Zweifel über die Bedeutung und den Bestand der Beziehung – ist aber eigentlich ein Mittel, über das Männer ihre Energie und Bindungsbereitschaft in Beziehungen gestalten.

In den Ausgaben „Die Gefühle der Männer“ gibt es mehrere Kapitel, wie Frauen Distanzverhalten von Männern in bestimmten Phasen der Liebe sinnvoll erkennen und für sich nutzen können.

Und mein Buch über den inneren Verlauf von Beziehungen: „Das geheime Muster der Liebe“ geht sehr ausführlich auf Nähe und Distanz ein – vor allem darauf, welche Rolle deren Wechsel im Aufbau und Erhalt konstruktiver Liebesbeziehungen spielt.

  • Der Kreisbogen der Liebe ist ein männliches Muster aus Nähe und Distanz.
  • Der Kreisbogen versorgt Männer mit Energie für Bindungsbereitschaft in Beziehungen.
  • Frauen können männliche Phasen von Nähe und Distanz durchaus sehr sinnvoll für sich und die Entwicklung einer Beziehung nutzen.
  • Der Wechsel von Nähe und Distanz spielt immer einer Rolle im Aufbau konstruktiver und langfristiger Beziehungen.

Praktische Tipps zu Nähe und Distanz in Beziehungen

Frage: Kannst du abschließend noch mal einen praktischen Tipp geben, wie man besser mit dem Wechsel von Nähe und Distanz umgehen sollte.

Thomas Lojek: Als Frau die Phasen männlicher Distanz nicht gleich überbewerten.

Die Jungs einfach mal laufen lassen.

Und im Falle eigener Distanz vielleicht auch einfach mal mit dem Mann direkt sprechen, statt immer darauf zu hoffen, dass er schon „irgendwie fühlen“ wird, was vor sicht geht.

Ansprechen ist immer sinnvoller als anschweigen.

Als Mann seine Phasen von Distanz nicht so abrupt, kühl und rücksichtslos gestalten.

Ein Mann braucht seiner Frau sicherlich nicht 24 Stunden am Tag das Händchen halten, aber man sollte ihr auch nicht gleich das Gefühl vermitteln, dass sie nicht mehr stattfindet, nur weil man mal einige Zeit den Weg über etwas mehr Abstand und eigene Interessen beschreiten möchte.

Umgekehrt: Im Falle von weiblicher Distanz sich seine Frau einfach mal greifen und fragen, ob alles in Ordnung ist.

Wenn ihr Distanzverhalten eine Botschaft ist, wird sie dann darüber schon irgendwie und irgendwann damit herausrücken.

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Der Wechsel von Nähe und Distanz in Beziehungen

Eine Diskussion mit Autor Thomas Lojek 

Das folgende Interview basiert auf einer Diskussion in der Community zu den Büchern von Thomas Lojek. 

Es geht hier um weitere besondere Einblicke in den Ablauf von Nähe und Distanz in Liebesbeziehungen, der vor allem Frauen etwas schwerer fällt als Männern.

Warum das so ist und wie eine Frau damit umgehen kann, zeigen die folgenden Fragen und Antworten zu diesem Thema.

Die wichtigsten Inhalte in diesem Artikel

  • Warum tendieren Männer zu Phasen von Distanz innerhalb von Beziehungen?
  • Sind Phasen der Distanz in Beziehungen notwendig oder ein Problem?
  • Sollten Frauen aktiv in den männlichen Wechsel von Nähe und Distanz eingreifen?
  • Was tun, wenn dich der Wechsel von Nähe und Distanz unglücklich macht?
  • Wie kannst du lernen entspannter mit dem Wechsel von Nähe und Distanz umzugehen
  • Angst vor Distanz und Abstand in Beziehungen: Hat das bestimmte Gründe?

Fragen und Antworten zu Nähe und Distanz in Beziehungen

Aus der Community zu den Büchern von Thomas Lojek

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Frage: Thomas, ich habe alle deine Bücher gelesen und sehr erfolgreich angewendet.

Eine Sache macht mir trotzdem immer wieder zu schaffen: Es gibt regelmäßig Zeiten, in denen sich mein Mann von mir entfernt.

Er meint es nicht böse und ich weiß, er liebt mich, aber trotzdem nagt es an mir.

Thomas Lojek: Das ist ein ganz klassischer Zustand in der Unterschiedlichkeit, wie Männer und Frauen Beziehungen leben und empfinden.

Der Abschnitt Distanz macht vor allem Frauen zu schaffen, weil sie diesen Teil der Beziehung persönlich nehmen.

Das ist er aber in den meisten Fällen nicht.

Frauen können eigentlich sehr leicht lernen, zu erkennen, dass hinter dieser Unterschiedlichkeit von Mann und Frau ein durchaus sinnvolles System steht:

Die Frau ist der Teil des Lebens, der Nähe herstellen will.

Und der Mann ist der Teil des Lebens, der Distanz ins Spiel bringt.

In „Einen Mann emotional dauerhaft binden“ habe ich dieses Phänomen als Kreisbogen der Liebe bezeichnet.

Männer lieben bogenförmig: Sie beschreiben im Verlauf der Liebe immer wieder eine Art Bogen, der sich von Nähe über Entfernung wieder hin zu mehr Nähe bewegt.

Damit ergänzen sie die Liebe der Frau, die sich eher dauerhaft verbinden und Distanz möglichst auflösen will.

Beides sind wichtige Elemente in der Liebe.

Der Wechsel zwischen diesen Eigenschaften macht Beziehungen erst möglich.

Würde dieser Wechsel nicht existieren, wären Beziehungen statische Gebilde.

Sie würden vielleicht die persönlichen Ängste vor Veränderungen, Verlust und Risiken lindern.

Aber sie wären ohne Dynamik.

Frauen können innerlich viel gelassener leben, wenn sie für sich akzeptieren, dass ohne Formen von Distanz keine Nähe und damit auch keine wirkliche Beziehung existieren kann.

Die besondere Verbindung der Liebe entsteht auch, weil Distanz überhaupt möglich ist. 

Distanz ist die verborgene Grundlage jeder Beziehungen.

Sie macht über ihre Existenz die Erfahrung von Nähe und Verbundenheit erst möglich.

Männer haben in diesem Phänomen ein eher gelassenes Gemüt.

Sie bekommen den Wechsel sehr oft nicht einmal bewusst mit.

Es passiert halt einfach so für sie.

Distanz stellt sich ein.

Und irgendwann kommt man sich als Paar halt wieder näher.

Keine Große Sache. 

Für einen Mann kann dieser Wechsel völlig in Ordnung sein und er macht sich viel weniger Gedanken dazu.

Männer haben emotional andere Prioritäten im Leben.

Ihre Blickrichtung im Leben ist ganz anders ausgestattet. Sie interessieren sich dafür, was man(n) alles erreichen, bewältigen, erobern kann.

Die ganzen Spiele der Männer, ihr Wetteifern, die ganzen kleinen und großen Kämpfe.

All das hält Männer innerlich und äußerlich viel zu beschäftigt, um sich zu sehr einen Kopf darum zu machen, ob man sich gerade als näher oder ferner in einer Beziehung empfindet.

Es ist nicht so, dass sie die Unterschiede nicht bemerken. Sie bewerten sie nur anders.

Sie füllen die Zeit von Distanz lieber mit eigenen Interessen und Beschäftigungen.

Das lässt Männer in der weiblichen Interpretation egoistisch oder desinteressiert erscheinen. Das muss nicht zwangsläufig der Fall sein.

Oft haben sie einfach die Fähigkeit Zeit anders zu füllen, ohne diesen Vorgang an bestehende Verbindungen und Beziehungen knüpfen zu müssen.

Diese männliche Fähigkeit Distanz gelassener zu nehmen und auch mal die eigenen Wege gehen zu wollen, muss nicht zwangsläufig schlecht sein.

Männer ergänzen darüber auf ihre Weise, den Antrieb der Frauen Nähe und Beständigkeit in Verbindung herstellen zu wollen.

Dieser Unterschied ist zwar eine Ergänzung in Gegensätzen und ein Reibungspunkt, doch ohne ihn wären Beziehungen jedoch ohne Dynamik und Veränderungen.

Tipp: Es gibt einen männlichen Kreisbogen der Liebe.

Männer entfernen sich und suchen dann wieder Nähe.

Das ist in der Regel ganz natürlich und als generelles Muster in Männern verankert.

Je weniger du das persönlich nimmst, desto entspannter wird dein Leben mit Männern.

Liebe als Wunsch ständiger Verbindung und Nähe?

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Frage: Aber mir gefällt das nicht. Ich will beständig Sicherheit und Geborgenheit spüren.

Wozu sind denn Partnerschaften sonst da?

Bedeutet Partnerschaft nicht, dass man immer für einander da ist?

Thomas Lojek: Nun, uns Männern gefällt auch nicht unbedingt das weibliche Bedürfnis, sich konstant und beständig verbinden zu wollen.

Wenn es nach und Männern gehen würde, dann wäre die Liebe eine Art Disneyland, für das man ein Ticket kauft, wenn man Lust darauf hat.

Man fährt etwas Karussel, genießt das Kribbeln der Achterbahn und pickt sich ein paar Süßigkeiten heraus.

Bis genug hat und einfach zum Ausgang hinaus marschiert, um noch mit einem netten „Vielen Dank, dass Sie da waren. Kommen sie bald wieder!“ verabschiedet zu werden.

Das wäre die männliche Idealvorstellung der Liebe.

Alles. Und ohne Folgen. Ohne Konsequenzen.

Bequem, aufregend und immer zuckersüß.

Inklusive dem Ausgang, wenn man genug davon hat.

Dieses männliche Bedürfnis wird auch nie vollständig erfüllt.

Weil Frauen und Liebe immer Konsequenzen plus Verantwortung mit sich bringen.

Ob uns Männern das passt oder nicht.

Die innersten Bedürfnisse der Männer werden auf diese Weise auch nie vollständig erfüllt.

Warum sollte es den Frauen anders ergehen?

Männer und Frauen müssen sich in der Liebe auch immer etwas abreiben.

Illusionen verlieren.

Sich abarbeiten, um erwachsen zu werden.

Es gehört dazu, dass man irgendwann lernen muss, dass Liebe auch immer eine Teilenttäuschung ist.

Das hat gute Gründe: Nur wenn man hungrig bleibt, dann bleibt man auch neugierig und in Bewegung.

Erfüllt sich jeder Wunsch, wird man passiv, uninteressiert und schwach.

Deswegen lassen uns Beziehungen immer zu einem Teil unerfüllt und hungrig.

Damit Bewegung geschieht.

Denn viel wichtiger ist, dass Liebe irgendwo zwischen diesen ganzen Unterschiedlichkeiten von Mann und Frau stattfindet.

Vor allem zwischen dem, was wir wollen und dem, was wir nicht bekommen können.

Ähnlich ist es dann auch mit dem weiblichen Wunsch nach beständiger Verbindung.

Wenn du als Frau zu 100% und völlig unglücklich werden möchtest:

Beharre auf deinem Bedürfnis nach dauerhafter Nähe!

Hänge den Männern in den Ohren damit, werde wütend, zickig und kontrollierend.

Wenn du meinst, dass du ein Anrecht auf völlige Nähe und beständige Gemeinsamkeit hast, mache den Selbstversuch: Probiere es aus. Fordere dein Recht ein!

Du wirst irgendwann merken: Es wird sich nichts dadurch ändern.

Eher das Gegenteil. Der Mann wird sich immer weiter von dir entfernen.

Natürlich kannst und sollst du deinem Mann sagen, wenn dir zu viel Abstand oder Formen der Lieblosigkeiten in einer Beziehung nicht passen.

Es gibt einen Unterschied zwischen natürlichen Rhythmen der Liebe und Lieblosigkeit.

Und sehr oft verrennen sich Männer einfach in andere Dinge oder sie bekommen es gar nicht mit, wenn sie es übertreiben oder nur noch ihren eigenen Interessen und Wegen nachhängen.  

Dann muss eine Frau einen Mann auch mal erinnern: „Hey, hier geht es lang!!“.

Du hast jedes Recht der Welt deine Bedürfnisse und gemeinsame Interessen anzumelden und einen Mann daran zu erinnern, dass Beziehung aus Interesse am Partner, aus gemeinsamer Zeit und aus Aufmerksamkeit besteht und nicht nur aus: „Ja, ich ruf dich später an, Schatz, okay?!“

Aber auch eine notwendige Erinnerung an deinen Mann, dass Liebe ganz klar Aufmerksamkeit, gemeinsame Zeit und Nähe braucht, wird dir wesentlich einfacher und emotional ausgewogener gelingen, wenn du das zuerst ganz natürlich über echte Gemeinsamkeiten herstellen kannst und nicht direkt über Klagen, Launen und Forderungen.

Wie in jedem zwischenmenschlichen Phänomen wirst du als Frau gegenüber deinem Mann erfolgreicher agieren, wenn du motivieren statt argumentieren kannst. 

Tipp: Wenn du versuchst manipulierend oder kontrollierend in den männlichen Wechsel von Nähe und Distanz einzugreifen, dann wirst du irgendwann merken, dass du vor allem viel Energie vergeudest, ohne irgendwas zu erreichen.

Nähe und Distanz: Emotionale Zuversicht spüren

Frage: Aber was soll ich denn machen, wenn mich diese Momente einfach unglücklich machen?

Wenn ich fühle, dass sich der Mann von mir entfernt und distanziert und ich nichts dagegen tun kann?

Ich bin dann unglücklich!

Ist es nicht auch Aufgabe des Mannes mich aufzufangen und mir beizustehen?

Thomas Lojek: Wenn du direkt jedes Mal unglücklich wirst oder dich emotional unbehaglich fühlst, nur weil sich dein Mann mal einige Zeit etwas abschottet, distanziert oder eigene Wege geht, dann stimmt etwas in deiner eigenen emotionalen Basis gegenüber dir selbst nicht.

Das kann der Mann nicht ausbaden.

Männer gehen generell öfter und häufiger mal ihre eigenen Wege oder suchen sich Dinge, die sie außerhalb ihrer Bindungen beschäftigen kann.

Das tun Männer einfach und das ist natürlich und richtig so.

Liebe braucht schlicht und ergreifend auch die Spannung aus Distanz und Unterschiedlichkeit.

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Wenn dich das emotional belastet, dann solltest du bei dir selbst anfangen und nicht beim Mann.

Dann fehlt dir das innere Gefühl von Vollständigkeit außerhalb deiner Bindungen.

Das ist aber eine Sache, die du mit dir selbst ausmachen und ins Reine bringen musst. Und nicht über einen Mann.

Tendenziell hat eine Frau das größere Verlangen nach Nähe und Verbundenheit.

Das ist in Ordnung.

Aber wenn dir die Abwesenheit oder die natürliche Distanz in einer Liebesbeziehung generell Kummer macht, dann brauchst du den Anderen zu sehr, um dich selbst vollständig zu fühlen.

Und das kannst du nur über dich selbst ins Reine bringen.

Das innere Gefühl von Vollständigkeit liegt nicht in der Verantwortung deines Partners.

Was Frauen in dieser Frage auch einfach mal erkennen sollten:

Es ist nicht die Aufgabe eines Mannes den unkonkreten Ängsten und Stimmungen einer Frau das Händchen zu halten.

Das Beistehen der Männer hat seine Berechtigung für konkrete Bedürfnisse und reale Situationen!

Real. Berechtigt.

Nicht nur gefühlt oder eingebildet.

Darin liegt ein sehr bedeutsamer Unterschied zwischen Mann und Frau.

Eine Frau kann sich über ein ewiges „Was wäre wenn…“ völlig zermürben, während ein Mann das alles noch gelassen mit einem: „Das werden wir dann schon sehen…“ abtut. 

Männer sind für alles gemacht, was sie anfassen, was ihre Hände beschützen, bezwingen, bewahren oder befreien können. Sie sind die Handwerker der Liebe.

Aus diesem Grund haben Männer auch ein viel dickeres Fell und eine ausgeprägte Fähigkeit sich abzugrenzen.

Frauen können es nämlich durchaus übertreiben in ihrem unablässigen Fluss aus Stimmungen, Ängsten, Sorgen, Selbstzweifeln und unerfüllten Bedürfnissen.

Natürlich soll ein Mann dir beistehen. Für dich da sein.

Aber nicht jede Stimmung legitimiert, dass du ständig einen Mann brauchst, um dich wirklich angekommen und vollständig zu fühlen.

Du musst auch Vollständigkeit und Zuversicht aus dir selbst schöpfen können.

Die Antwort auf Schwierigkeiten mit dem Wechsel von Nähe und Distanz liegt für dich als Frau deswegen nicht darin, den Mann mehr oder stärker zu binden, sondern darin besser und umsichtiger mit dir selbst umzugehen.

Und dich nicht von einer illusionären Angst, dich ohne Liebe und Aufmerksamkeit „unvollständig“ zu fühlen, klein machen zu lassen!

Die Angst und die negativen Gefühle ohne den Partner irgendwie „allein“ oder „unvollständig“ zu sein sind in dir allein verankert.

Nicht in der Partnerschaft oder in deinem Partner.

Also musst du diesen Zustand in dir selbst in den Griff bekommen und nicht die Beziehung oder den Mann.

Ein Mann kann nicht ausbaden, was du an Zweifel und Ängsten über dich selbst empfindest.

Ein Mann ist dazu da, dir in konkreten, echten und vor allem in realen Bedürfnissen beizustehen.

Mit den Stimmungen, unkonkreten Ängsten und Selbstzweifeln einer Frau, hat die Welt der Männer jedoch keinen Vertrag geschlossen. 

Männer stehen zwar an deiner Seite, aber nicht im Dienste deiner gefühlten Zweifel über dich selbst. 

Je eher du den Unterschied zwischen realen, echten Bedürfnissen und gefühlten, eingebildeten Bedürfnissen erkennst, desto gesünder und stärker wird dein Leben mit Männer.

Inklusive aller Bindungen darin.

Das große Problem: Für Frauen sind Gefühle so real und bedeutsam, dass der Unterschied zwischen eingebildet und echt, für sie oft nicht ganz klar ist.

Auch aus diesem Grund sind Männer etwas gelassener, nüchterner und distanzierter.

Sie kommen auch mit der Fähigkeit nicht jedes Bedürfnis gleich überbewerten zu müssen und jeder Stimmung gleich nachgeben zu wollen.

Natürlich frustriert das Frauen auch regelmäßig.

Aber wie gesagt: Das muss so sein.

Männer neigen dazu sich in äußeren Aktivitäten und Bedürfnissen zu verrennen. Frauen in innere Bedürfnisse und Gefühle.

Beide Seiten müssen sich darüber irgendwie in eine gemeinsame Richtung hangeln.

Das ist fordernd und frustrierend. 

Aber es hält die Karten zwischen Mann und Frau ständig gemischt.

Liebe ist ein Balance-Akt.

Nichts unterstreicht das so sehr, wie der ständige Wechsel aus Nähe und Distanz in Beziehungen. 

Tipp: Dein Partner ist nicht für dein Gefühl einer eigenen inneren Vollständigkeit zuständig.

Wenn du den Eindruck hast oder in Phasen von Distanz unglücklich wirst, solltest du bei dir selbst anfangen und daran arbeiten diesen Eindruck in dir in Ordnung zu bringen oder Ausgleich dafür zu finden.

Männer sind nicht für deine Stimmungen oder unkonkreten Ängste zuständig, sondern für die realen Bedürfnisse und und alle konkreten Situationen in deinem Leben!

Echte Bedürfnisse akzeptieren und glücklich werden

Frage: Was kann man denn als Frau tun, um den Wechsel von Nähe und Distanz besser bewältigen und aushalten zu können?

Loslassen ist nicht einfach.

Aber es muss doch irgendwie möglich sein, damit besser und entspannter umgehen zu können?

Thomas Lojek: Wenn du als Frau wirklich glücklich mit Männern werden möchtest:

Akzeptiere das männliche Bedürfnis zu mehr Distanz und häufigerer Distanz als natürliches Gegenteil zu deiner Funktionsweise als Frau.

Das Prinzip dahinter arbeitet auf eine verborgene Weise für eure Beziehung.

Indem es Raum für Unterschiedlichkeit und emotionale Neugierde schafft.

Völlige Verbundenheit ist nicht das Ziel von Liebesbeziehungen, auch wenn die weibliche Psychologie sich das ständig selbst vorgaukelt.

Bewegung ist das Ziel.

Liebe braucht Dynamik und Bewegung, damit sie arbeiten kann.

Völlige Verbundenheit ist ein statischer Zustand.

Darin gibt es nicht mehr zu erreichen.

Das würde jede Form von Liebe und Beziehung überflüssig machen.

Also gibt es den Wechsel von Nähe und Distanz.

Der Wechsel macht Liebe erst möglich.

Willst du ihn auflösen oder verhindern, dann verhinderst du die Liebe.

Arbeite als Frau grundsätzlich lieber emotional darauf zu, dass ein Mann Gründe hat, den Kreisbogen der Liebe für dich zu beschreiten:

Fülle die Zeit der Nähe mit Wärme und Gemeinsamkeiten und die Zeit der Distanz mit deinen eigenen Interessen, deinen eigenen Werten und eigenen Aufgaben.

Du wirst darüber feststellen, dass es dann einen gewissen Sinn, einen gewissen Flow in dem Ablauf von Nähe und Distanz gibt.

Der Wechsel wird dir nicht mehr so unnatürlich oder kalt vorkommen.

Die Phasen der Distanz des Mannes sind auch immer wieder eine natürliche Erinnerung an die Frau, sich nicht nur ausschließlich über Liebe und Beziehungen zu definieren, sondern auch nach ihren Werten, Aufgaben und Erfüllung jenseits davon zu suchen.

Dann bleibt auch die innere Lücke in deinen Gefühlen aus, die du sonst spürst, wenn sich der natürliche Wechsel von Nähe und Distanz einstellt.

Schau dir ruhig mal etwas davon ab, wie Männer Distanz gestalten oder auch einfach mal ihre eigenen Interessen in den Mittelpunkt stellen.

Der Weg des Mannes hat durchaus seine Vorzüge. Wenn du ihn als Teilaspekt deiner selbst begreifst, dann kann seine Andersartigkeit zu deiner eigenen Empfindungswelt durchaus ein wertvoller Richtungsgeber sein, um mehr darüber zu lernen, was dir selbst fehlt.

Tipp: Der Wechsel von Nähe und Distanz ist auch immer eine Erinnerung daran, dich mit deinen eigenen Werten und Aufgaben im Leben außerhalb deiner Beziehung zu beschäftigen. Wenn dir der Wechsel von Nähe und Distanz Angst macht oder dich belastet, dann ist das deine tatsächliche Baustelle – nicht die Beziehung oder der Mann!!

Zusammenfassung

1. Ein natürliches Muster: Männer haben einen natürlichen Kreisbogen der Liebe. Sie beschreiten öfter und ausgiebiger eigene Wege und Zeiten der Distanz innerhalb von Beziehungen. Das ist ganz natürlich und fördert notwendige Abgrenzung, emotionale Spannung und Anziehung durch Unterschiede!

2. Jenseits von Kontrolle: Du kannst als Frau diesen Ablauf und das männliche Bedürfnis nach Abstand nicht kontrollieren. Wenn du das tust, dann erstickst du die Liebe zwischen dir und dem Mann.

3. Wichtig: Dein Partner ist nicht für das Gefühl von Vollständigkeit in dir zuständig!

4. Den richtigen Blick behalten: Wenn dich die Angst vor Distanz oder Phasen des Abstands in Beziehungen einholt, dann musst du dich selbst in Ordnung bringen – nicht die Beziehung oder deinen Partner. Verwechsle das nicht!

5. Eine unbequeme Wahrheit: Männer haben keinen Vertrag mit deinen eingebildeten Ängsten oder übertriebenen Bedürfnissen. Ihre Aufgabe ist es dir in realen Situationen und in realen Bedürfnissen beizustehen. Auch wenn es dir als Frau schwerfällt das zu akzeptieren: Stimmungen und Selbstzweifel musst du in dir selbst lösen – nicht in deinen Beziehungen oder in dem Mann an deiner Seite!

6. Akzeptieren und mit Liebe füllen: Akzeptiere den männlichen Kreisbogen der Liebe, der regelmäßig zwischen dir und dem Mann Distanz herstellen wird. Fülle die Zeiten der Nähe mit Wärme und Liebe und fülle die Zeiten der Distanz mit deinen eigenen Werten und Aufgaben des Lebens!

7. Eine wichtige Erinnerung: Der Wechsel von Nähe und Distanz in Beziehungen ist auch immer eine Erinnerung daran, dass du mehr bist als deine Liebesbeziehungen: In dir leben auch eigene Aufgaben, Werte, Absichten und Interessen!

Praxis

  • Akzeptiere den Wechsel von Nähe und Distanz – dir wird nichts anderes übrig bleiben, denn er ist ein natürlicher und wichtiger Teil der Liebe!
  • Wenn du das Verlangen spürst den Wechsel von Nähe und Distanz zu bekämpfen, dann solltest du dir bewusst machen, dass du damit nur deine eigenen Ängste und Stimmungen bekämpfen wirst – aber niemals die Tatsache des Wechsels an sich.
  • Wenn die Angst vor Distanz in dir auftaucht, dann mache dir bitte klar, dass es nicht die Aufgabe der Männer ist, deinen inneren Ängsten und Zweifeln Händchen zu halten! Deine innere Welt musst du selbst in Ordnung halten – das ist deine Aufgabe!
  • Beschäftige dich mit deinen eigenen Interessen, mit deinen eigenen Werten und deinen Aufgaben außerhalb deiner Beziehung, wenn sich der Wechsel von Nähe und Distanz einstellt!
  • Der Wechsel von Nähe von Distanz in Beziehungen ist auch immer eine Aufforderung deine anderen Lebensbereiche in Ordnung zu bringen – kümmere dich darum!

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