Unglückliche Beziehung in glückliche Beziehung verwandeln

Thomas Lojek, Autor von Gebrauchsanleitung Mann, Das geheime Muster der Liebe und Wahre Liebe statt Geliebte sein, über die Möglichkeiten eine unglückliche Beziehung in eine glückliche Beziehung zu verwandeln.

Die wichtigsten Themen in diesem Artikel:

  • Unglückliche Beziehung in eine glückliche Beziehung verwandeln.
  • Emotionale Konflikte gemeinsam überstehen.
  • Was ist das emotionale Phänomen Flow?
  • Welche Rolle spielen emotionale Muster in Beziehungen?
  • Welche emotionalen Muster sind entscheidend für glückliche Beziehungen?
  • Welche Fragen muss man sich in schwierigen Beziehungs-Phasen stellen?
  • Welche langfristigen Perspektiven braucht eine Beziehung?
  • Worauf solltest du achten, um sinnvoll an deiner Beziehung zu arbeiten?

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Autor Thomas Lojek und Partnerin

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Bücher von Thomas Lojek

Unglückliche Beziehung: Erste Schritte der Veränderungen

Frage: Kann man eine unglückliche Beziehung in eine glückliche Beziehung verwandeln?

Thomas Lojek: Meiner Erfahrung nach ist das eine Frage, die man immer erst einmal sowohl mit einem „Ja!“ als auch mit einem „Nein!“ beantworten sollte.

Es gibt Fälle, in denen das durchaus möglich ist.

Und es gibt Situationen, in denen eine Trennung die beste aller Lösungen sein kann.

Im Grunde ist die ehrlichste Antwort auf diese Frage erst mal ein diplomatisches:

„Es kommt darauf an…“

… und dann sollte man schauen, worüber man wirklich spricht.

Es gibt Beziehungen, die emotionale Konflikte durchlaufen – und das kann man bewältigen und gemeinsam durchstehen.

Und es gibt Beziehungen, die aneinander vorbei leben und aneinander vorbei lieben, weil die Partner innerlich völlig unterschiedlich aufgestellt sind – von ihren Werten, Lebenswegen und Erwartungen.

Das kannst du nicht ewig durchstehen.

Und dann musst du an einem Punkt auch einfach ehrlich zugeben:

„Das macht so keinen Sinn.“

Entscheidend ist vor allem die gemeinsame Basis, die eine Beziehung immer wieder neu finden muss, um dann von genau dieser gemeinsamen Basis aus zu wachsen und das Leben beider Partner mit Gefühlen von Zuversicht und Sinn zu unterstützen.

Existiert diese Basis trotz gewisser Krisen und trägt die Beziehung trotz kurzfristiger Verstimmungen in sich eine Qualität, die das Leben beider Partner um wertvolle Aspekte ergänzt, dann ist es durchaus sinnvoll mit Geduld und Verständnis schwierige Situationen durchzustehen.

Und daran zu arbeiten unglückliche Gefühle gemeinsam zu überwinden.

Existiert diese Basis nicht, dann gleicht die Beziehung einem ständigen Schattenboxen.

Je mehr du kämpfst und dich anstrengst, desto aussichtsloser und erschöpfter werden diese ganzen Anstrengungen.

Weil du im Grunde nur mit einem konturlosen Abbild deiner eigenen negativen Erwartungen oder Eigenschaften kämpfst.

Du kämpfst mit Hoffnungen und Erwartungen, die sich niemals erfüllen können.

Entsprechend geht dir irgendwann „die Luft“ aus!

Der Kampf um Beziehungen ohne essentielle Basis ist ein Weg ins Nichts – und es lohnt sich nicht ihn zu gehen, weil man am Ende nirgendwo ankommt.

Manchmal muss man ihn gehen, um bestimmte wesentliche Erfahrungen und Erkenntnisse zu gewinnen über das, was dich wirklich ausmacht und was du wirklich von einer echten Beziehung erwartest.

Aber das muss auch irgendwann mal ein Ende haben in der Entscheidung: „Da geht es für mich nicht lang“ oder „Mit dieser Person komme ich ganz bestimmt nie an!“ – ansonsten verrennst du dich in ewige Dramen ohne echte Richtung und Fortschritte.

Diese wichtige Unterscheidung musst du für dich erkennen können, wenn es um dir die Frage geht:

„Bemühe ich mich um eine Beziehung, die eine schwierige Phase durchläuft – oder kämpfe ich um etwas ohne Basis, Perspektiven und Wert, nur weil ich nicht einsehen möchte, dass ich mit meinem eigenen Hoffnungen, Ängsten und Enttäuschungen kämpfe?“

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Die zwei entscheidende Aspekte glücklicher Beziehungen

Frage: Du arbeitest als Berater und Autor bereits seit vielen Jahren auf diesem Gebiet. 

Wie kann man denn deiner Meinung nach möglichst objektiv in einer emotional schwierigen Situation oder Krise unterscheiden:

„Kämpfe ich im Grunde einfach nur aussichtslos mit dieser Beziehung – oder kämpfe ich konstruktiv für diese Beziehung?

Ist mein Bemühen für diese Beziehung sinnvoll oder ist es vergeblich?“

Thomas Lojek: Es ist immer eine Frage der Muster.

Die Unterscheidung, ob man für eine Beziehung mit Sinn und Richtung führt oder nur in einen aussichtslosen Kampf um Gefühle verwickelt ist, die sich nie erfüllen werden, ist von außen betrachtet als Muster eigentlich recht einfach zu erkennen.

Das große Dilemma dabei ist: Für die Beteiligten ist es dagegen umso schwieriger genau zu erkennen, was in der eigenen Beziehung vor sich geht.

Niemand ist objektiv, wenn es um die eigene Beziehung geht!

Und natürlich legen sich und sich immer wieder die aufwühlenden Emotionen einer Beziehung in der Krise über die eigene Klarsicht und Entscheidungsfähigkeit.

Objektiv als Außenstehender, zum Beispiel in einer Beratung, erkennt man recht schnell anhand der Muster, womit die Beteiligten in der Situation kämpfen – welche Muster kooperieren und welche Muster sich gegenseitig emotional ausschließen und damit eine dauerhaft glückliche Beziehung unmöglich machen.

Beziehungen bestehen aus sinnvollen Bausteinen, die sich emotional logisch aufbauen und immer wieder gegenseitig bestätigen müssen, um zwischen zwei Menschen das Gefühl zu erzeugen: „Wir gehören zusammen! Unsere Beziehung ist bedeutsam! Sie liefert Sinn und Vertrauen für ein gemeinsames Miteinander und für ein gemeinsames Leben in Zuversicht und Glück!“.

Man kann lernen diese emotionalen Bausteine und Phasen innerhalb einer Beziehung zu erkennen – und sie gemeinsam zu verbessern oder eben durchzustehen, wenn sie im Verlauf auch mal etwas schwieriger ausfallen.

Die wesentliche Unterscheidung besteht immer aus zwei grundlegenden Aspekten in der Liebe.

Diese Aspekte sind Flow und der sinnvolle Aufbau der emotionalen Bausteine einer Beziehung.

Flow ist etwas, das allen gesunden Beziehungen zugrunde liegt – selbst dann, wenn sie komplizierte Phasen oder Krisen überstehen müssen.

Flow ist eine besondere innere Zuversicht in der Beziehung, ein Art innerer ruhiger Fluss, der immer beharrliche eine bestimmte Richtung zwischen den Partnern einschlägt – und zwar immer in die Richtung einer gemeinsamen Kooperation der beiden Partner in gegenseitiger Ergänzung und Balance.

Partner können völlig unterschiedlich sein und selbst dann eine gesunde, starke Beziehung führen, wenn sie sich regelmäßig über diese Unterschiedlichkeiten in den Haaren liegen.

Solange Flow, also die innere ruhige Zuversicht, dass ihre Beziehung von Bedeutung ist und sie in eine gemeinsame Richtung hinführt, seine Bahnen unterhalb der Streitigkeiten vollzieht, ist selbst in temperamentvollen Beziehungen alles in Ordnung.

Kritisch ist das Fehlen von Flow, das zu ständigen inneren Zweifeln, einem Gefühl von Leere, emotionaler Erschöpfung und dem Eindruck von mangelnder Hoffnung oder dem Zwang nach Kontrolle führt.

Flow kann man nicht konkret rational nachweisen oder belegen innerhalb einer Beziehung – man muss zu sich selbst ehrlich sein und auf Hinweise und Spuren innerhalb der Beziehung suchen, ob diese innere unerschütterliche Zuversicht innerhalb der Beziehung tatsächlich existiert.

Viele Menschen wünschen sich genau das, weil die Existenz von Flow in einer Beziehung ein elementares menschliches Bedürfnis ist, das einem Leben sehr viel Sinn und Kraft gibt-

Deswegen ist das Thema „Existiert Flow in meiner Beziehung“ ein Gebiet in dem viele Projektionen und Hoffnungen existieren.

Man muss sehr genau hinschauen und sehr feinfühlig arbeiten um herauszuhören, ob Flow in einer Beziehung  wirklich existiert oder ob das alles nur ein Wunschtraum innerhalb einer anstrengenden Beziehung ohne Richtung und Sinn ist.

Am Ende hilft hier nur sehr viel Ehrlichkeit zu sich selbst: „Bewegt sich ein stilles, dafür beharrliches Vertrauen zwischen mir und meinem Partner und innerhalb unserer Beziehung?

Oder kämpfe ich ständig immer wieder neu mit Leere und Zweifeln, die nie aufhören und mich am Ende immer nur erschöpft und unglücklich machen?“.

Darauf muss man eine innere Antwort finden, wenn es um die Frage geht, ob man eine unglückliche Beziehung verändern kann/will oder ob man einen aussichtlosen Kampf um etwas führt, was sich am Ende doch nie als glücklich und sinnvoll erweisen wird.

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Glückliche Beziehungen durch gesunde emotionale Muster erleben

Frage: Und der zweite Aspekt – die an der Beziehung beteiligten Muster?

Wie identifiziert man diese Muster innerhalb einer Beziehung und wie erkennt man, ob sie für die Beziehung arbeiten oder gegen die Beziehung?

Thomas Lojek: Die Muster der Liebe sind etwas, das man lernen kann.

Man braucht nur etwas Offenheit und gesunden Menschenverstand – plus eine natürliche Ehrlichkeit gegenüber sich selbst.

Die Bausteine der Liebe ergeben einen übergeordneten Sinn in der Beziehung und für die Beziehung – sie bauen emotional das zwischen uns Menschen auf, was später als Zuversicht und Sinn innerhalb der Beziehung aktiv gelebt wird.

Jeder von uns ist im Grunde ein vielschichtiges Wesen aus psychologischen Mustern, die mit anderen Menschen kooperieren und sich ergänzen wollen. 

Innerhalb dieser Muster gibt es Richtungen und Übereinkünfte – oder eben aussichtslose Einbahnstraßen oder Dispute – die am Ende die Kraft und die Bedeutsamkeit unserer Beziehungen oder im negativen Fall deren Aussichtslosigkeit formen und vorantreiben.

Die Muster der Liebe sind in ihrer Kraft der Kooperation auch immer eine Sinnfrage: „Wie viel Sinn finde und empfinde ich in meiner Beziehung?“

Alle unglücklichen oder aussichtslosen Beziehungen haben immer einen zugrundeliegenden Mangel an Sinn gemeinsam.

Es fehlt dann die letzte, entscheidende innere Kraft aus einer gelebten Zuversicht: „Wir gehören zusammen – was auch immer kommt oder was auch immer diese Beziehung überstehen muss. Am Ende zählt nur die Verbindung und das innere Vertrauen, das wir gemeinsam aus diesem besonderen Band zwischen uns beziehen!“

Wenn diese innere Zuversicht fehlt, dann fehlt es an elementaren emotionalen Bausteinen innerhalb der Beziehung.

Die Beziehung ist dann lückenhaft oder generell nicht lebensfähig ohne diese Bausteine.

Aber diese Zusammenhänge kann man lernen und nach und nach in seinen eigenen Beziehungen erkennen.

Weil sie eine innere emotionale Logik haben.

Die Anwesenheit oder die Abwesenheit von Flow in einer Beziehung muss man als stille Richtung der Beziehung quasi intuitiv akzeptieren.

Daran kann man selbst nicht mehr machen als in sich selbst hinein zu horchen und ehrlich zu sein.

Für die Muster der Liebe muss man etwas Lernarbeit investieren, um sie zu begreifen und dann im eignen Verhalten zu beobachten.

Aber auch das wird nach und nach intuitiv und verwandelt sich irgendwann in eine Art gefühlten inneren Kompass für die eigenen Beziehungen und deren Qualität.

Entscheidend in der Frage nach „Ist meine Beziehung generell unglücklich? Oder leiden wir an einer schwierigen Phase, an internen Missverständnissen und können wir deswegen an ihr arbeiten, sie verbessern und verändern?“.

Frage dich nach der inneren Logik deiner Beziehung:

„Fördert sie? Oder hält sie dich zurück? Gibt sie dir Richtung und hat sie Richtung?

Oder ist sie ein ewiger Kreislauf, der dich abseits von einigen kurzen Eindrücken aus Glück und Übereinkunft immer wieder in Zweifel und Unglück zurückwirft?“.

Darauf musst du Antworten finden.

Je ehrlicher diese ausfallen, desto näher bist du am Kern der Wahrheit über deine Beziehung.

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Mehr Liebe, Leichtigkeit und Vertrauen in Beziehungen 

Frage: Was macht eine Beziehung gesund, stark und zuversichtlich?

Thomas Lojek: Ich habe in meinem letzten Artikel über das Phänomen „Flow“ gesprochen.

Dieser Aspekt taucht immer wieder innerhalb meiner Arbeit und als Thema in der Community zu meinen Büchern auf.

„Flow“ ist ein faszinierendes Phänomen, das viele meiner Leser sehr stark beschäftigt, denn es sagt etwas über die innere Gesundheit und Stärke einer Beziehung aus.

Flow ist eine Art stille Unterströmung aus Gewissheit und Leichtigkeit, die in gesunden Beziehungen beständig ihre Bahnen unterhalb von Stimmungen, Situationen und Emotionen zieht – und darüber sowohl die Entwicklung der Beziehung insgesamt vorantreibt als auch auf eine besondere Weise immer wieder bestätigt, dass die Partner in Liebe zusammengehören.

Diese Form von besonderer innerer Gewissheit, die sowohl die Richtung als die Bedeutung einer Beziehung bestätigt und immer wieder neu belebt, ist natürlich etwas, das sich die meisten Menschen für ihre Beziehungen wünschen, da unsere Eigenwahrnehmung sehr oft von persönlichen Unsicherheiten geprägt ist und Beziehungen immer eine gewisse Veränderlichkeit durch Stimmungen und Situationen aufweisen.

Wenn man unabhängig von diesen Einflüssen immer wieder eine tiefe Sicherheit empfinden kann, dass die bestehende Beziehung einen besonderen Wert, eine gemeinsame Zukunft und vor allem eine wesentliche Bedeutung hat, spielt das für die subjektive Einschätzung einer Partnerschaft natürlich eine große Rolle. Entsprechend ausgeprägt ist das Interesse an diesem Aspekt innerhalb von Beziehungen.

Allerdings ist Flow als Element in Beziehungen nicht ganz einfach zu erkennen, weil er primär intuitiv und nonverbal ist. Zudem ist Flow in seiner emotionalen Wirkung nie besonders spektakulär oder immer direkt offensichtlich.

Flow ist in einer Beziehung eine Art ruhiger Fluss, der sich unterhalb der oberen Stimmungen und Situationen von Beziehungen bewegt.

In ihm liegt eine Art unausgesprochene innere Gewissheit, eine nonverbale Zuversicht und Ruhe, dass zwischen zwei Liebenden alles seinen Weg nimmt und richtig ist – auch dann, wenn die oberen Fahrwasser einer Beziehung vielleicht kurzfristig aufgewühlt sind oder sich durch Krisen und Prüfungen bewegen müssen.

Flow ist gelebte Zuversicht: Still, beständig, vertrauensvoll – aber eben relativ unspektakulär.

Flow muss gelebt werden und nicht ständig diskutiert oder fortlaufend durch emotionale Aufs- und Abs in der Beziehung Bestätigung finden.

Wenn Flow da ist, zieht er seine Bahnen und verteilt Eindrücke von Sinn, Beständigkeit und Zuversicht zwischen den Partnern. Still, aber eben kraftvoll und bleibend.

  • Flow ist eine stille Strömung aus Gewissheit und Leichtigkeit in Beziehungen.
  • Flow kann unabhängig von Stimmungen und Situationen Vertrauen liefern.
  • Flow ist nonverbal, intuitiv und emotional unspektakulär.
  • Flow gleicht einem ruhigen Fluss aus nonverbaler Gewissheit und Zuversicht.
  • Flow verteilt nonverbal Sinn, Bestätigung und Zuversicht in Beziehungen.

Harmonie und dauerhaftes Glück in einer Beziehungen erleben

Frage: Was ist denn Flow genau? Kannst du exakter beschreiben, was Flow genau ist? Und welche genaue Bedeutung er in und für eine Beziehung hat?

Thomas Lojek: Was Flow genau ist – in Form einer verbal und intellektuell vollständig zugänglichen Definition – ist schwierig zu erklären.

Weil Flow ein eher intuitives und vor allem ein sehr stilles Phänomen ist, das man entdecken und an sich selbst erfahren muss. Die persönliche Erfahrung steht hier weit vor der allgemeingültigen Definition.

In vielen Aspekten ist Flow ein Mysterium. Er ist an sich nicht rational, auch wenn der Sinn dahinter natürlich begreifbar ist: Flow bestätigt durch Eindrücke von Leichtigkeit und Beständigkeit die Richtigkeit einer Beziehung, sowie die Richtung und die Werte innerhalb dieser Beziehung.

Aber statt Flow genau definieren zu können, muss man ihn vielmehr gemeinsam leben und erleben.

Man kann ihn nicht herbeireden, noch sich gegenseitig „bestätigen“, dass man eine Beziehung im Flow hat.

Flow muss da sein, und durch seine Gegenwart die Richtigkeit und die Bedeutung dieser Verbindung bekräftigen. Das ist dann eine persönliche Erfahrung, weniger eine allgemeine Definition.

Aus meiner persönlichen Sicht heraus, würde ich Flow beschreiben als einen beständigen Fluss aus nonverbaler Gewissheit, mit der eine gesunde und lebenswerte Beziehung unterlegt ist.

Eine Gewissheit, die dem Paar immer wieder zuverlässig vermitteln kann, dass ihre Beziehung wichtig und von Bedeutung ist, ganz gleich, was auch im Leben und Alltag an Situationen oder Prüfungen auftaucht.

Es ist ein Fluss, eine Verbindung aus gefühlter Leichtigkeit und intuitiver Gewissheit: „Wir gehören zusammen, egal was passiert und egal, was sich auch für Prüfungen zwischen uns drängen! Du und ich – das hat Wert, Bedeutung und gibt uns sowohl Kraft, Sinn als auch Freude!“

Was Flow seiner innersten Natur nach ist, das kann ich nicht sagen. Wir betreten mit dem Phänomen Flow den intuitiven, non-verbalen Teil zwischenmenschlicher Beziehungen.

Man kann Flow erfahren und erleben, im besten Falle als Paar gemeinsam vorleben, aber seine innerste Natur mit den passenden Worten vollständig zu erklären, traue ich mir an dieser Stelle nicht zu – eben weil es in erster Linie ein nonverbales Phänomen tiefer innerer Gewissheit ist. Und die lässt sich nicht definieren – man muss sie an sich selbst erleben.

Ich persönlich glaube, dass Flow eine Art kollektives emotionales Muster ist, mit dem alle gut funktionierenden Beziehungen unterlegt sind – wie eine Art tiefenpsychologischer Grundstrom der Liebe.

Auf diesem Grundstrom der Liebe gleiten die richtigen und wichtigen Beziehungen von besonderer Qualität und Bedeutung etwas leichter dahin, weil ihre Existenz eben besonders wichtig ist – sowohl für die Entwicklung der Partner in der Beziehung als auch für die gesamte psychologische Gesundheit in ihrem Umfeld.

Der Aspekt der „psychologischen Gesundheit“ spielt in der Betrachtung von Flow ganz sicher eine bedeutsame Rolle.

Vielleicht ist Flow in dem Sinne die elementare psychologische Gesundheit einer Beziehung – eben weil er als Phänomen so still und beständig ist und eben nie emotional aufgeregt oder anstrengend ausfällt.

In einem philosophischen Sinne ist Flow die „mühelose Mühe“ der Liebe.

Beziehungen sind nie leicht, aber unterlegt mit Flow sind sie eben nie aussichtlos, noch ein Kampf um nichts als anstrengende Emotionen.

Beziehungen mit Flow gleiten immer irgendwie leichter dahin, selbst dann, wenn sie kritische Phasen, Schwierigkeiten oder Krisen durchleben.

Etwas zwischen den Partnern macht es ihnen leichter, diese Phasen mit innerer Zuversicht, Gewissheit und am Ende mit ein bisschen mehr Liebe zu überstehen.

Das ist quasi die Kernerfahrung von Flow in Beziehungen: Es ist nie einfach, aber auch nie völlig aufreibend – im Gegensatz zu den Erfahrungen, die Menschen in aussichtlosen oder dysfunktionalen Beziehungen machen, die sie an den Rand der persönlichen und emotionalen Belastbarkeit bringen, ohne dass sie darüber irgendetwas an Frieden, innerer Zuversicht und gefühlter Stärke für sich mitnehmen, sondern nur mit den Eindrücken sich aufzureiben oder emotional ständig mehr an Kraft zu verlieren zurück bleiben.

Flow ist eben das genaue Gegenteil dazu: Emotional unspektakulär bestätigt er beharrlich die Brücken und die Momente innerer Übereinkunft zwischen zwei Menschen, die darüber das Gefühl haben, dass sie zusammengehören und einen gemeinsamen Weg in Sinn und Bedeutung  haben.

Und selbst wenn es nur ein Hauch ist, oder es sind insgesamt nur ein paar Momente mehr, die erfüllt sind mit stiller Gewissheit und innerer Übereinkunft durch Flow – das kann für zwei Menschen schon den Unterschied ausmachen, um zwischen ihnen dauerhaft eine Liebe hervorzubringen, die sie immer wieder kraftvoll und zuversichtlich  zusammenführt und durch eine beharrlich stille Gewissheit dauerhaft verbindet.

Vielleicht sind es nur Akzente und kleine Details – aber das ist eben der Flow in einer Beziehung, die glücklich und zuverlässig zwischen zwei Menschen verläuft.

  • Flow ist nicht rational.
  • Flow lässt sich schwer oder gar nicht definieren, noch verbal kategorisieren.
  • Flow muss man vornehmlich erleben und in einer Beziehung selbst erfahren.
  • Flow gleicht einem Grundstrom der Liebe, der konstruktive Beziehungen fördert.
  • Flow ist in einem philosophischen Sinne die „mühelose Mühe“ der Liebe.
  • Flow ist das Gegenteil der emotionalen Erschöpfung durch dysfunktionale Beziehungen.
  • Es reichen kleine Akzente – Flow gibt Zuversicht und Sicherheit in der Liebe!

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Emotional gesunde und dauerhaft liebevolle Beziehungen

Frage: Kann man Flow fördern? Kann man in einer Beziehung absichtlich und direkt Flow herstellen, unterstützen oder in irgendeiner Form beeinflussen?

Thomas Lojek: Flow an sich würde ich immer als ein unabhängiges Phänomen betrachtet.

Flow zieht seine Bahnen in Beziehungen unbeeindruckt von Situationen, Stimmungen oder äußeren Einflüssen.

Es ist im Kern die bleibende Verbindung zwischen zwei Menschen.

Entsprechend kann man Flow nicht direkt angehen oder absichtlich fördern.

Aber man kann ihm Raum geben.

Dazu ist es sicherlich hilfreich insgesamt etwas unaufgeregter zu lieben.

Eine eigene innere Ruhe gibt natürlich auch der gemeinsamen inneren Ruhe und Zuversicht etwas mehr Raum sich in der Beziehung zu zeigen und auszubreiten. 

Im Gegensatz dazu wird das erschwert, wenn man ständig emotional kontrollierend oder aufgeregt in einer Beziehung agiert.

Es ist ganz sicher insgesamt gesünder zu lernen, sowohl den ständigen Kopf-Pegel aus Gedanken und Überlegungen etwas gelassener zu nehmen, als eben auch den unablässigen Strom eigener Empfindungen und Stimmungen in Beziehungen nicht immer gleich so ernst zu nehmen.

Gedanken und Stimmungen kommen und gehen in Beziehungen – man sollte sich davon nie zu sehr einwickeln lassen. Was uns heute aufregt, kann morgen schon keine Rolle mehr spielen.

Dem stillen Fluss einer Beziehung öfter mal zu vertrauen, wirkt im Unterschied dazu immer in zwei Richtungen gleichzeitig: Es wirkt beruhigend auf die eigenen Gefühle – und das wiederum gibt der gemeinsamen inneren Ruhe in der Beziehung mehr Raum sich stärker und beständiger zeigen zu können.

Etwas mehr Gelassenheit für sich selbst und für seine Beziehungen ist ganz sicher kein Fehler.

Dann hat Flow auch öfter die Chance sich zu zeigen und man selbst realisiert auf diese Weise ebenfalls wesentlich öfter, dass die eigene Beziehung intakt und mit einer inneren Richtung unterlegt ist, die kraftvoll, stimmig und mit Sinn ausgestattet ist.

Zudem würde ich immer eine ehrliche und direkte Kommunikation als wesentlichen Aspekt aufführen.

Wie beschrieben, hat Flow mit Raum zu tun – mit innerem Raum. Und dazu sollte man sich als Paar regelmäßig damit beschäftigen den inneren Raum der gemeinsamen Beziehung in Ordnung zu halten.

Es ist nun mal so, dass sich zwischen zwei Menschen nach und nach immer Formen von Missverständnissen, Stimmungen oder allerhand Erwartungen anhäufen – vor allem über einen Alltag hinweg, der gemeinsam organisiert und bewältig werden muss.

Kommen dann noch Kinder, Familie oder anstrengende Berufe mit dazu, wird es noch schwieriger immer das innere Gleichgewicht und den Fluss der Liebe ohne Frustration und Missverständnisse in Gang zu halten.

Aus diesem Grund sollte man in Beziehungen regelmäßig zwischen sich aufräumen. Und das bedeutet: Man muss sprechen.

Es geht nicht anders.

Es wichtig zu sprechen – unbequeme Dinge ansprechen, Missverständnisse ansprechen, Ängste, Sorgen oder Unstimmigkeiten.

Es ist nicht schlimm, wenn es dabei etwas kriselt oder auch mal emotional unbequem wird – aber es muss halt auf den Tisch zwischen zwei erwachsenen Menschen, die eng mit einander verbunden sind und auch verbunden sein wollen.

Existiert dann durch ehrliche Kommunikation wieder etwas mehr Raum zwischen den Partnern, weil sie Missverständnisse, Spannungen und Erwartungen geklärt haben, dann kann sich auch Flow wieder öfter oder deutlicher zeigen und die nonverbale Richtung der Beziehung durch Gewissheit, Richtung und Verbundenheit unterstützen.

Und als einen weiteren wichtigen Aspekt würde ich immer „Spiel“ oder „spielerischen Umgang“ in Beziehungen benennen.

Flow trägt einen Aspekt von innerer Leichtigkeit in sich – und spielerisch zu sein, schafft gesunden Formen von Leichtigkeit durch mehr Humor, mehr Abwechslung und mehr reizvoller Spannung zwischen zwei Partnern.

Das sind alles Qualitäten von Flow, die sich zeigen, wenn eine Beziehung zwischen zwei Menschen in einem besonders positiven Fluss ist.

Wer meine Bücher kennt, der weiß, dass der Aspekt „spielerischer Umgang miteinander“ eine große Rolle in ihnen einnimmt.

Spiel und spielerische Verhaltensweisen sind elementar für Beziehungen – auf allen Ebenen: Die Lust an der Herausforderung, der Humor von spielerischen Verhaltensweisen, die Freude über eine liebevolle Konkurrenz zwischen zwei Liebenden durch ein gegenseitiges spielerisches Verhalten, kann ein Paar immer wieder zusammenbringen und zusammenhalten.

Es liegt eine eigentümliche Magie in der Fähigkeit miteinander zu spielen oder spielerische Herausforderungen zu suchen – auch in Liebesbeziehungen.

Paare sollten niemals müde werden diese Magie zu suchen, zuzulassen oder immer wieder neu für sich zu entdecken.

Spiel verbindet – in welcher Form auch immer: Kleine Herausforderungen, Flirt, echte Spiele, kleine Späße und Humor.

  • Man kann Flow nicht direkt beeinflussen oder absichtlich fördern.
  • Allerdings kann man in einer Beziehung Raum für Flow schaffen.
  • Insgesamt hilft es etwas ruhiger und unaufgeregter zu lieben.
  • Die offene und ehrliche Kommunikation in einer Beziehung ist wichtig.
  • Spielerischer Umgang unterstützt den natürlichen Flow einer Beziehung.
  • Humor, Herausforderungen, Spaß, Spiel – kleine Magie für den Alltag der Liebe!

Das Geheimnis aller wirklich glücklichen Beziehungen

Frage: Ist Flow Bedingung für eine glückliche Beziehung?

Thomas Lojek: Was man auf keinen Fall machen sollte: Geradezu paranoid danach Ausschau halten, ob man nun Flow in einer Beziehung hat oder nicht.

Wenn Flow da ist, dann wird er sich schon zeigen – und wie bereits beschrieben, äußert sich Flow auch nicht spektakulär oder irgendwie überragend intensiv.

Flow ist eine stille Bestätigung, dass eben alles okay ist und seinen Gang nimmt.

Ob Flow Bedingung für glückliche Beziehungen ist – das ist ein bisschen so wie die berühmte Frage danach, was zuerst da war: Das Huhn oder das Ei?

Eine glückliche Beziehung hat sicherlich Flow, aber ich denke, dass ein gutes Zusammenspiel in einer Beziehung ebenso Flow immer weiter hervorbringt.

Wahrscheinlich ist es sich gegenseitig verstärkender Prozess, der auf diese Weise aus zwei Richtungen gleichzeitig in einer Beziehung wirkt.

Aber es gibt ganz sicherlich auch Beziehungen, die temperamentvoller funktionieren oder die sich über solche Aspekte im Grunde gar nicht scheren und die trotzdem  funktionieren und eine lebenslange Basis in einem gemeinsamen Miteinander haben.

Flow ist als Phänomen faszinierend.

Aber man darf daraus kein Konzept machen, an dem man dann die Beziehung oder den Partner festnagelt.

Es ist gut und richtig einen gewissen Maßstab zu haben, über den man etwas objektiver erkennen kann, wann eine Beziehung gesund ist und mit einer zuversichtlichen Grundlage für ein funktionierendes Miteinander in das eigene Leben tritt.

Das Gefühl einer stillen und beständigen Zuversicht, die man in sich trägt, ist ganz sicher ein sehr gesunder Maßstab für die Qualität einer Verbindung.

Aber das muss eben als intuitive Bestätigung in dem Moment selbst an sich erfahren.

Am Ende dreht sich alles um Vertrauen: in sich selbst, in den Partner, in die Beziehung – und in das, was die Beziehung still dafür umso beharrlicher trägt und dauerhaft gedeihen lässt.

  • Man sollte aus Flow kein Konzept machen oder ständig danach suchen.
  • Flow zeigt sich, wenn er da ist – das reicht völlig aus!
  • Es geht immer um Vertrauen: In den Partner, in die Beziehung, in sich selbst – dann zeigt sich auch ganz natürlich Flow in einer Beziehung.

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