„Ich verstehe das nicht… du bist doch eine echte Traumfrau! Beruflich erfolgreich, gutaussehend, gebildet, lustig und sympathisch. Warum gibt es keinen Mann in deinem Leben?“

„Es ist mir einfach unbegreiflich! Dieser Mann sieht toll aus, ist wohlhabend, hat ein riesiges Haus, eine eigene Firma, macht ständig tolle Reisen. Aber er gerät eindeutig immer an die falschen Frauen! Wie kann das sein?“

„Beruflich läuft es besser denn je, aber mit den Männern will es einfach nicht klappen.“

„Ich gebe auf. Ich konzentriere mich auf meine Karriere. Männer machen mir nur Ärger.“

„Ich kann keiner Frau vertrauen. Ich kann mir nie sicher sein, ob sie nicht doch nur mein Geld will!“

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Sind diese Sätze schon einmal in deinem Leben gefallen?

Dann bist du sicher mit dem Phänomen vertraut, dass Geld, Erfolg und eine außergewöhnliche Karriere nicht zwangsläufig mehr Glück in Liebe und Beziehungen bedeuten.

Es scheint geradezu das Gegenteil davon zu sein:

Je attraktiver und je erfolgreicher du bist, desto komplizierter werden Partnerwahl, Beziehungen und wahre Gefühle für dein Leben.

Gibt es da vielleicht einen geheimen psychologischen Zusammenhang?

Gibt es psychologische Muster und Faktoren, die es reichen und erfolgreichen Männern und Frauen schwieriger machen die wahre Liebe zu finden?

Autor Thomas Lojek mit Partnerin

Bücher von Thomas Lojek

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Haben es erfolgreiche Menschen schwerer in der Liebe?

Die wichtigsten Punkte in diesem Artikel:

  • Welchen Einfluss haben außergewöhnliche Erfolge auf deine Beziehungen?
  • Verändern Karriere und besondere Erfolge deine Beziehungen?
  • Wie verhinderst du, dass Geld und Karriere dein Umfeld negativ beeinflussen?
  • Worauf solltest du achten, wenn deine Karriere nicht deine Beziehungen zerstören soll?
  • Werden Geld und Erfolg verhindern, dass du jemals einen ehrlichen Partner findest?
  • Vor welchen spezifischen Schwierigkeiten stehen erfolgreiche Menschen in Liebe und Beziehungen?

Wie Geld und Erfolg deine Beziehungen beeinflussen

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1. Zeit: Ewige Hürde für die Beziehungen erfolgreicher Menschen

Eine große Mehrheit der Menschen glaubt, dass „reich und erfolgreich“ eine beständige Abfolge glamouröser Partys, Shopping, Vergnügungsfahrten in teuren Autos und dem Gefühl „immer Urlaub zu haben“ darstellt.

Das Gegenteil ist der Fall.

Erfolge haben eine konstante Verbindung zu Anforderungen in Form von Zeit.

Je höher in der Hierarchie, je weiter an der Spitze, je außergewöhnlicher das Talent…

… desto fordernder und wertvoller wird der Kampf um das, was jenseits von allen finanziellen, politischen oder sozialen Einflussmöglichen immer limitiert bleiben wird: ZEIT!

Mehr Termine, längere Arbeitszeiten, das intensive Training besonderer Fähigkeiten, vertragliche Verpflichtungen…

… oder einfach nur der Wille sich länger und mehr mit bestimmten Aufgaben und Problemen zu beschäftigen…

… hinter einer außergewöhnlichen Karriere steht auch immer ein ausgeprägter Tausch aus Lebenszeit gegen finanzielle und persönliche Fortschritte.

Und diese Lebenszeit muss zwangsläufig von anderen Lebensbereichen abgezogen werden.

Auch von Familie und Beziehungen. 

Das macht Beziehungen für erfolgreiche Menschen nicht unbedingt einfacher.

Denn sehr oft werden die notwendigen Stunden für die Karriere erst einmal dort abgezogen, wo sie nicht unmittelbar dringlich erscheinen:

Familie, Freundschaften, Partnerschaft.

Es ist einfacher einem Freund oder der eigenen Frau zu sagen „Ich komme etwas später!“ als dem wichtigsten Kunden des eigenen Unternehmens.

Stille Entfremdung im Leben erfolgreicher Menschen

Auf diese Weise kann für einen erfolgreichen Menschen ein ungewollter und oft schleichender Prozess der Entfremdung entstehen.

Vor allem dann, wenn sich Erfolge, berufliche Aufstiege oder außergewöhnliche Talente immer wieder als unmittelbar notwendige Prioritäten und unvermeidbare Dringlichkeiten in genau die Zeitabschnitte drängen, die von dir eigentlich für deine Liebsten, die Familie, deinen Partner oder Mitmenschen vorgesehen sind (oder sein sollten).

Natürlich hat das auf Dauer Folgen.

Selbst dann, wenn es eigentlich nicht gewollt ist. 

Familien, Partner und Bezugspersonen leiden irgendwann unter der “Zurückstellung”, selbst wenn sie offiziell mit Verständnis und Nachsicht reagieren.

Aber etwas in uns Menschen wehrt sich dagegen: Zurückstellung, auch bei aller Vernunft und Einsicht, fühlt sich nicht richtig an. 

Der Mangel an Zeit und Priorität verletzt. 

Familien, Beziehungen, Freundschaften können ganz erheblich darunter leiden oder sogar für immer daran zerbrechen.

Liebe ist „Aufmerksamkeit“.

Und das wesentliche Element der „Aufmerksamkeit“ liegt darin einen besonderen und limitierten Fokus auf ausgewählte Menschen und Situationen geben zu können: „Du bist das Wichtigste für mich!“.

Gehen dir diese Momente durch zu wenig Zeit verloren oder verliert sich deine ungeteilte Aufmerksamkeit in den ständig wachsenden Anforderungen eines sozialen oder persönlichen Aufstiegs, dann erodiert das die natürlichen Bande der Liebe in deinen Beziehungen und innerhalb deiner Familie.

Selbst wenn du es nicht willst: Die (ungewollte oder unbewusste) Priorität deiner Erfolge oder Talente, können dir deine Bezugspersonen rauben. 

Erfolg macht einsam. 

Auch aus dem banalen wie bitteren Grund, dass es oft ganz einfach an Zeit fehlt!

Kurz und knapp:

Zeit ist das ewige Dilemma erfolgreicher Menschen.

Sie brauchen mehr Zeit für das, was sie tun, können diese Zeit allerdings oft nur von ihren Beziehungen, Freundschaften und Familien abziehen.

Das erzeugt einen ständigen Konflikt zwischen Leistungsfähigkeit und Liebesfähigkeit.

Schleichende und ungewollte Entfremdung ist ein häufiges Problem unter dem die Partner, Freunde und Familien erfolgreicher Menschen leiden.

Selbst wenn diese Entfremdung nicht gewollt ist, kann sie sich einstellen, wenn Erfolge oder Karrieren die Zeit und die Aufmerksamkeit zu sehr an sich reißen.

Übersicht zum Thema:

  • Zeit ist das Dilemma aller erfolgreicher Menschen.
  • Der Mangel an Zeit macht Beziehungen nicht einfacher.
  • Erfolge können (ungewollt) die gesamte Zeit an sich reißen.
  • Schleichende Entfremdung ist ein großes Problem erfolgreicher Menschen.
  • Mangel an Zeit kann Partnersuche und Vertrauen schwierig machen.
  • Es ist ein Dilemma: Es gibt keine wirkliche Lösung. Nur Kompromisse.
  • Beide (!!) Partner müssen erkennen, dass Erfolge zeitliche Kompromiss-Zonen brauchen.
  • Beharrt eine Seite jeweils auf nur Arbeit oder auf ein ständiges Miteinander, wird die Beziehung scheitern.

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2. Fokus: Die seltsame Einsamkeit besonders erfolgreicher Menschen

Jedes besonderes Talent, jede außergewöhnliche Karriere, jeder überdurchschnittliche Erfolg, existiert aufgrund einer besonders ausgeprägten Fähigkeit zu Fokus.

Fokus ist der Brennpunkt deiner Talente, deiner Einsatzbereitschaft, deiner Ambitionen.

Du schaltet die Welt aus und verfolgst nur das, was du als erstrebenswert und wichtig empfindest.

Fokus macht dich du fähig, persönliche Bestrebungen und Ziele über alles andere zu stellen.

Das ist neben Talent und Know-How eine ganz besondere Fähigkeit von außergewöhnlich erfolgreichen Menschen.

Fokussierte Menschen wissen, was sie wollen.

Sie bündeln ihre Wahrnehmung, Energie und Kapazitäten wie ein Brennpunkt in all die die Schritte, Methoden und Notwendigkeiten, die es ihnen ermöglichen, das zu erreichen, was sie erreichen wollen.

Das macht diese Menschen besonders.

Passioniert, zäh, ambitioniert und einsatzbereit.

Das (vornehmlich soziale) Problem an dieser ganz besonderen Fähigkeit zu Fokus liegt allerdings dann später darin, dass sie impliziert, dass in diesem Prozess auch nahestehende Menschen oder unmittelbare soziale Anforderungen als „weniger wichtig“ ausgeblendet werden können.

Oder sogar ausgeblendet werden müssen, um das zu erreichen, was als berufliches oder künstlerisches Ergebnis angestrebt wird.

In Beziehungen und Familie kann diese Fähigkeit auf Dauer eine Art destruktives soziales Echo erzeugen.

Weil stark fokussierte Personen auf andere Menschen „lieblos“, „desinteressiert“ oder „kalt und distanziert“ wirken können.

Ihre Energie ist deutlich abgezogen von ihrem Umfeld und ihrer persönlichen Rolle  darin – und dafür dann gebündelt gerichtet auf die Probleme, Lösungen, Fortschritte oder kreative Leistungen ihrer beruflichen Tätigkeiten.

Beruflich erfolgreich – privat ein Scherbenhaufen?

Fokussierte Menschen unterscheiden zudem tendenziell sehr klar und genau:

„Das will ich. Und das will ich nicht!“.

Sie sind ausgesprochen fähig, Prioritäten aller Arten zu setzen und sie auch gegen Widerstand und Ablenkungen zu verfolgen.

Wenn das in einem erfolgreichen Menschen zu einer allgemeinen Gewohnheit wird – oder sich diese Fähigkeit ständig in andere Lebensbereiche einschleicht – dann wird es es anderen Menschen zunehmend schwer fallen, sich neben dieser Person wirklich angenommen und entspannt fühlen zu können.

Die Leistungsfähigkeit einer überdurchschnittlich erfolgreichen Person in der Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, Ablenkungen auszublenden, Widerstände zu ignorieren oder kategorische Prioritäten zu setzen, kann die Menschen an seiner Seite ebenso dominieren wie psychologisch beständig an die Seite drängen. 

Selbst wenn du das vielleicht an dir als neue, unterschwellige Eigenschaft erst gar nicht richtig bemerkst:

Die Fähigkeit zu fokussierten und schellen Entscheidungen oder die ständige Übernahme besonderer Verantwortung in deinem Beruf, können dir in Familie und Beziehung erheblich schaden, wenn du durch ihre reflexhafte Anwendung anfängst neben deinem Beruf auch noch dein Umfeld zu dominieren.

Es ist okay als Chef eine Entscheidung (vielleicht auch rigoros und gegen Widerstände) durchzudrücken – in einer Familie oder Beziehung kann das erheblich verletzen und Vertrauen zerstören.

Beziehungen und Familie brauchen Rat, Zusammenhalt, Entscheidungen auf Augenhöhe. 

Wenn du aus deinem beruflichen Umfeld zu sehr gewohnt bist schnell und allein zu entscheiden – oder du die Verantwortung und die Konsequenzen aller Entscheidungen und Handlungen in deinem Job ständig allein tragen musst/willst – dann kann dich diese Gewohnheit in einer Beziehung und Familie vor die Wand fahren lassen.

Was erfolgreiche und sehr fokussierte Menschen oft (ungewollt/unbewusst) aus den Augen verlieren:

Deine Familie ist nicht dein Job und die Menschen in deinem Leben sind nicht deine Angestellten.

Sie sind deine Begleiter durch das Leben, die Aufmerksamkeit, Vertrauen, Zeit und Geduld erfordern.

Aus einem (unbewussten) Reflex und aus der beruflichen Gewohnheit heraus, behandeln besonders erfolgreiche Menschen durchaus schnell mal ihr Umfeld, ihren Partner, ihre Familie, ähnlich wie Angestellte.

Vielleicht nicht einmal gewollt oder bewusst – aber aus dem Reflex der beruflichen Gewohnheit heraus.

Besonders erfolgreiche Menschen erwarten dann eher, als dass sie wirklich lieben.

Und das zerstört Beziehungen und Familie subtil von innen heraus, selbst wenn sich nach außen hin alles im Glanz des Erfolges und des sozialen Aufstieg zeigt.

Wenn sozialer Aufstieg zu familiären Spannungen führt

Diese innere Verwechslung von “Erwartung” vs. “Liebe” unterläuft besonders erfolgreichen Personen sehr oft in Phasen, wenn der sozialen Aufstieg an Fahrt aufnimmt, wenn die eigene Karriere anzieht oder in Phasen wirtschaftlich außergewöhnlicher Erfolge (oder Risiken). 

Ein überdurchschnittlich erfolgreicher Mensch erwartet im Grunde dann sehr oft von allen Personen in seinem Umfeld, dass jetzt alles möglichst reibungslos läuft und ohne große Ablenkungen funktioniert.

Jede Abweichung davon empfindet er als Sabotage oder als Entzug der Unterstützung für das, was (für ihn – und nach seiner Interpretation der Welt dann eben auch für alle anderen) jetzt einfach mal besonders wichtig ist – Karriere, Fortschritt, Aufstieg.

Das kann zu erheblichen Spannungen in einem persönlichen Umfeld führen – weil Menschen geliebt werden wollen und nicht als funktionsfähige Erweiterung persönlicher Erfolge angesehen werden möchten.

Es ist kein Zufall, dass gerade Ehen und Familien in die Brüche gehen, wenn sich besondere Karrieren, erhebliche wirtschaftliche Erfolge oder beruflich bedeutsame Veränderungen einstellen.

Das liegt (nicht nur, aber durchaus oft) auch daran, dass der erfolgreichere Teil einer Partnerschaft oder Familie dann zu fokussiert an den Berürfnissen seiner Beziehung oder Familie vorbeizieht – und von allen Beteiligten erwartet, dass sie jetzt einfach mal “die Klappe halten und funktionieren”, ohne ihm das Leben “nur noch schwerer” zu machen, als dass es für ihn durch die aktuellen beruflichen Anforderungen sowieso schon ist.

Beide Seiten tappen dann schnell in die Falle den Anderen als “lieblos” zu betrachten:

Die Familie oder der Partner empfinden in diese Zeiten das fokussierte Verhalten des besonders erfolgreichen Menschen eventuell als kalt, desintressiert und lieblos (durch seinen strikten Fokus auf die Karriere).

Die erfolgreiche Person empfindet im Gegenzug den Partner oder sogar die eigene Familie als unfair, weil sie ihm nicht die Unterstützung bietet, die er/sie in dieser Phase eigentlich erwarten würde.

Wer hat Recht in der Situation?

In gewisser Hinsicht beide Seiten – jeweils auf ihre Weise.

Neue psychologische Ungleichgewichte in Familien und Beziehungen

Der Kern-Problem ist ein Ungleichgewicht durch den Aufstieg einer Person in im Gefüge Familie/Beziehung.

Durch zu viel Fokus auf berufliche Fortschritte, durch eine Verwechslung von “Erwartungen” statt “Liebe” (durchaus auf beiden Seiten!), kann die erfolgreiche Person durchaus seine Liebsten “kaltstellen” oder “an die Wand drängen” – auch ohne das bewusst zu wollen.

Gesellen sich dann noch zu wenig Zeit und eine reflexhaften Weiterführung von beruflichen Eigenschaften in Familie und Beziehung dazu, geht das Pulverfass Beziehung/Familie gegen Job und Karriere ganz schnell hoch. 

Und dann wenden sich beide Seiten irgendwann von einander ab – mit dem Gefühl allein gelassen zu werden, mit den Erwartungen und Forderungen, die sowohl Liebe als auch eine fordernde Karriere erzeugen.

Es ist ein tragisches Dilemma.

Es kann dir sehr schneller passieren als du denkst, wenn du diese Situation durchläufst.

Viele erfolgreiche Menschen sitzen auf dieser familiäre Zeitbombe.

Sehr wahrscheinlich bemerkst du es über längere Zeit nicht einmal selbst.

Du bemerkst zwar, dass irgendetwas “nicht in Ordnung” ist, es sich anders anfühlt, oder es nicht mehr so wie früher ist – wie ein unsichtbarer Gast, der mitten unter euch sitzt, aber den du weder wirklich sehen, benennen, noch greifen kannst – aber der da ist und Auswirkungen hat.  

Dann beginnen plötzlich Partner Affären, Krisen schleichen sich ein, Kinder werden “problematisch” in Verhalten und Schule, Streitigkeiten in der Familie oder mit Verwandten tauchen auf – alles, was du dann ganz sicher gerade nicht “gebrauchen” kannst.

Alles bricht dann um dich herum, in deiner Familie, Beziehung und innerhalb deiner emotionalen Verbindungen in sich zusammen, obwohl für dich in Karriere und Erfolgen alles im Moment geradezu perfekt läuft.

Es erscheint dir dann wie eine unfaire Ironie, dass du ausgerechnet jetzt in diese emotionale Krise geraten musst, obwohl doch alles so gut läuft – und nach deiner Definition auch einfach mal gut laufen sollte. 

Das ist das leider sehr oft das traurige Dilemma des einsamen Genies – oder des verlassenen Chefs an der Spitze seiner Erfolge.

Dahinter stehen oft (nicht immer, aber oft) eben die psychologischen Muster einer unbewussten Ausgrenzung durch zu viel Fokus – und dem, wie sich diese intensive Form von zu viel Fokus einer Person innerhalb einer Familie, Ehe oder Beziehung auswirkt.

Wichtig ist, hier zu begreifen, dass es sich im Phänomen Fokus nicht um “zu wenig Zeit” oder “zu viel Stress” handelt, sondern um die generelle Fähigkeit erfolgreicher Menschen sich stark zu fokussieren und in diesem Prozess geliebte Menschen (psychologisch und emotional) auszugrenzen oder auszublenden, um die eigenen Fortschritte in Karriere und Aufgaben erreichen zu können.

Was verletzt, ist das “psychologische Echo”, das ein Mensch hinterlässt, der mehr fokussiert funktioniert als dass er gegenwärtig liebt und fühlt. 

Wenn dir das passiert, bist du nie wirklich da, selbst wenn du anwesend bist und Gefühl fühlt sich nicht echt an, weil sie nur am Rande stattfinden, während deine tatsächliche Aufmerksamkeit sich (offen oder verborgen) gebündelt in anderen Prioritäten bewegt. 

Das macht kalt und einsam, selbst wenn nach außen hin alles nach dem perfekten Paar oder der perfekten Familie aussieht. 

Jenseits der Erfolge: Was Liebe und Familie wirklich brauchen

Familien, Beziehungen und Liebe brauchen das Gegenteil von Fokus: Entspannung, Spiel, die Ausweitung und nicht die Verengung der eigenen Wahrnehmung.

Sie brauchen mehr Geduld, mehr Verständnis, mehr Vergebung, mehr Ruhe.

Nicht jeder Mensch kann die leidenschaftliche Fokussierung der Macher, die Ungeduld der Entscheider oder die kreative Unermüdlich der schaffenden Künstler ständig nachvollziehen.

Das kann Familien und Beziehungen überfordern.

Kurz und knapp:

Das Phänomen Fokus kann deine Beziehungen negativ beeinflussen. Die psychologische Fähigkeit in einem beruflichen Umfeld wie ein Brennpunkt zu agieren und störende Einflüsse auszublenden oder an die Seite zu drängen wird ein destruktiver Reflex, wenn sich diese Fähigkeit auf andere Lebensbereiche ausweitet.

Übersicht zum Thema:

  • Besondere Erfolge brauchen Fokus.
  • Fokus hilft konzentriert besondere Leistungen zu erreichen.
  • Fokussierte Menschen können kalt und distanziert wirken.
  • Fokus als dauerhafte Gewohnheit in Familien und Beziehungen verletzt emotional.
  • Nicht alle Menschen können Fokus, Leistungswille und Prioritäten nachvollziehen.
  • Beziehungen und Familien brauchen das Gegenteil von Fokus: Spiel, Entspannung, Ausweitung, Geduld und Akzeptanz.

3. Ambitionen: Glücks- oder Unglücksfall der Liebe?

Ambitionen machen nicht unbedingt sympathisch.

Die Mischung aus weniger Zeit, Fokus, der Notwendigkeit zu selektieren und fortlaufend Prioritäten setzen zu müssen (auch im Umgang mit anderen Menschen), stellen dich nicht zwangsläufig auf das goldene Podest mit dem Titel „Everybody’s Darling“.

Ambitionen sind kein zwingendes Äquivalent zu Liebenswürdigkeit.

Ambitionen sind ein ambivalentes Phänomen mit komplexen sozialen und psychologischen Wechselwirkungen.

Sie werden dich als Person ebenso komplex und ambivalent machen.

Oft ohne dass du es an dir selbst bemerkst.

Was ambitionierte Menschen besonders macht

Ambitionierte Menschen haben besondere Sichtweisen, Erwartungen und Gewohnheiten, die sie effizient machen, in dem was sie tun oder tun wollen.

Diese Eigenschaften werden nicht immer mit dem korrespondieren, was andere Menschen für sich selbst wollen oder als besonders liebenswert, umgänglich und emotional bedeutsam empfinden.

Nicht jeder will sich der Überholspur des Lebens anschließen.

Nicht jeder braucht große Pläne und Ziele, um glücklich zu sein.

Ambitionierte Menschen vergessen das häufig.

Das kann sie ungeduldig, unbequem, starrsinnig, unfreundlich wirken lassen oder emotional durchaus zum berühmten Quadrat in einem kreisrunden Loch machen.

Es muss nicht sein, dass dir das passiert. Es gibt viele freundliche, sozial äußert geschickte und emotional hochintelligente Menschen mit hohen Ambitionen.

Trotzdem solltest du immer ein Auge darauf halten, was deine Ambitionen wirklich mit dir anstellen.

Die unbequeme Wahrheit sozialer Aufstiege

Erfolge, soziale Aufstiege und eine besondere Karriere verändern die Wechselwirkung zwischen dir und deiner Umwelt.

Deine Ambitionen und Erfolge werden ebenso komplexe wie ambivalente Auswirkungen haben.

Du hältst dich nach deinen Erfolgen oder besonderen Karriereschritten vielleicht immer noch für „unverändert“ und trotzdem wirst du dadurch neue Eigenschaften entwickeln und vorleben, die nicht jeder sofort verstehen kann oder vielleicht auch gar nicht verstehen will.

Das muss als Phänomen nicht immer negativ sein.

Diese Veränderungen können durchaus Menschen aus deinem Leben verscheuchen oder fernhalten, die im Grunde gar nicht (oder nicht mehr) zu dir passen.

Das ist unbequem, aber in Ordnung.

Allerdings kann sich dieser Effekt auch ungewollt auf die Menschen auswirken, die du brauchst und die du eigentlich nicht verlieren willst.

In diesen Fällen ist es wichtig, dass du an dir erkennst, dass deine Ambitionen Wechselwirkungen haben werden, die durchaus gegen das arbeiten können, was du wirklich liebst und dir eigentlich bewahren will.

Kurz und knapp:

Ambitionen verändern soziale Muster.

Das kann zu Spannungen und deutlichen Veränderungen in Familien und Beziehungen führen.

Es ist wichtig zu erkennen, ob diese Veränderungen sinnvoll sind oder ob sie unbewusst die Verbindungen zu den Menschen sabotieren, die in deinem Leben wirklich wichtig sind.

Ambitionen sind der Treibstoff eines besonderen Lebens, doch falsch verstanden, können sie dich trotz aller Erfolge und Einkommenssprünge einsam und unverstanden zurücklassen.

Übersicht zum Thema:

  • Ambitionen machen dich nicht unbedingt immer sympathisch. 
  • Ambitionen sind ambivalent und verändern soziale Muster.
  • Unter Ambitionen und Erfolgen wirst du neue Eigenschaften entwickeln.
  • Nicht jeder Mensch wird diese Eigenschaften verstehen oder akzeptieren.
  • Sei wachsam: Ambitionen können auch gegen dich arbeiten.

4. Neid/Misstrauen in Liebe, Beziehungen, Freundschaften

Das einzigartige Dilemma aller großen Karrieren und Erfolge: Sobald dein Bankkonto gefüllt ist, du an der Spitze von öffentlicher Aufmerksamkeit und den allgemeinen Einkommensverhältnissen stehst, wenn über dich berichtet wird und die „Einflussreichen“ dieser Welt deine Anrufe entgegennehmen, wird sich im Grunde niemand wirklich aufrichtig für dich freuen.

Niemand wird dich dafür mögen, dass du mehr Geld, Erfolge und Einfluss vorweisen kannst als er selbst.

Wie auch? Deine Erfolge erzeugen ein Gefälle zwischen dir und den Anderen und werfen im Gegenüber unbequeme Fragen über die eigenen, nicht erfüllten oder zu wenig verfolgten Lebensträume auf.

Im besten Fall wirst du ein Vorbild sein, ein Idol.

Doch selbst das impliziert nur, dass die anderen Menschen etwas mehr so sein wollen wie du und weniger, dass dich so sehen, wie du wirklich bist.

Die unbequeme Frage des Lebens

Wenn du der Einzige deiner Abschlussklasse bist, der zum anstehenden Klassentreffen vorzeitig Millionär geworden ist, wird dir dort zwar jeder die Hand schütteln wollen, aber es wird dennoch deutlich weniger von der alten, warmen und vorbehaltslosen Schulkameradschaft zwischen euch anwesend sein. Weil deine Gegenwart unter den Anwesenden jetzt die heimliche Frage aufwerfen wird: „Warum er und nicht ich?!“

Menschen sind Neid-Wesen. Damit musst du leben. Und es wird Beziehungen, Liebe, Freundschaften oder eine aufrichtige Partnersuche nicht immer einfacher machen, wenn du andere Menschen in Leistung, Besitz und Erfolgen überflügelst.

5. Das gefühlte (oder angenommene) Gefälle durch deine Erfolge

Dieser Aspekt ist verwandt mit dem, was im vorangegangenen Abschnitt erläutert wurde, bringt jedoch eine weitere etwas feinere Nuance ins Spiel, die sich vor allem auf nahestehende Menschen oder direkte Lebenspartner auswirken kann.

Selbst in langjährigen Freundschaften oder aufrichtigen Liebesbeziehungen kann sich durch überdurchschnittliche Erfolge oder sich schnell verändernde Einkommensverhältnisse ein gefühlter Abstand zwischen dir und den Menschen in deinem Leben einstellen.

Wenn ein Freund oder Partner deutlich weniger verdient als du, er finanziell abhängig von dir wird, wenn du immer zuerst im Zentrum der Aufmerksamkeit stehst, wenn du ständig mehr Möglichkeiten und Ansehen erntest, dann kann all das deine Beziehungen auf Dauer negativ beeinflussen.

Nicht jeder ist dafür gemacht, um an der Seite eines erfolgreichen oder öffentlichen Menschen bestehen zu können bzw. neben ihm bestehen zu wollen. Einfach ist das nicht. Es ist eine spezielle Herausforderung mit besonderen Hürden und Schwierigkeiten.

Auch wenn der „reiche und erfolgreiche“ Partner quasi als „Traum“ gilt, wissen die meisten Menschen gar nicht, was für sehr spezielle Anforderungen auf sie wartet, wenn sie sich auf diese Konstellation einlassen.

Freunde und Partner außergewöhnlich reicher oder erfolgreicher Menschen, brauchen sehr wesentliche eigene emotionale und persönliche Ressourcen, die sie glücklich, erfüllt und zuversichtlich machen, damit sie nicht heimlich in einen Sog aus gefühlten Abständen, Selbstzweifeln oder realer/eingebildeter Zurücksetzung an der Seite dieses besonderen Menschen geraten.

Oder sie brauchen die tiefe Geduld und Akzeptanz für sich selbst und ihren Partner, wie sie nur in sehr alten und sehr verständnisvollen Beziehungen vorkommen.

Beide Aspekte sind sehr seltene Güter auf dieser Welt. Entsprechend selten und wertvoll sind diese Menschen in deinem Leben.

Was du immer bedenken solltest: Wenn du sehr, sehr erfolgreich bist oder zu diesen „Goldkindern“ gehörst, die immer im Zentrum von Aufmerksamkeit und Erfolg stehen, macht das den Menschen an deiner Seite das Leben auch nicht immer unbedingt einfacher.

Wenn du jemanden findest, den das nicht stört noch sonderlich beeinflusst oder du jemanden hast, mit dem du seit ewigen Zeiten vertraut bist (auch durch das Durchleben von Krisen und schweren Zeiten), dann solltest du dich immer aufrichtig darum kümmern, dass dieser Mensch an deiner Seite bleibt. 

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