Leseprobe: Geheime Muster der Liebe

Warum glückliche Beziehungen kein Zufall sind

Autor Thomas Lojek und Partnerin

Hier findest du eine ausführliche Leseprobe aus meinen Buch “Das geheime Muster der Liebe – Warum glückliche Beziehungen kein Zufall sind”.

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Das geheime Muster der Liebe

Die Leseprobe

Vorwort

Verwendete Begriffe

Dieses Buch verwendet englischsprachige Begriffe für die einzelnen Phasen im Muster der Liebe.

Es sind aber insgesamt nur acht Begriffe, die Verwendung geschieht also in einem überschaubaren Umfang.

Der Grund, warum ich englischsprachige Begriffe wähle, liegt darin, dass die deutsche Sprache sehr technisch, sehr strikt und eindeutig ist, während englische Worte oft eine gewisse Doppeldeutigkeit haben oder mehr Raum für Assoziationen bieten.

Etwas mehr „Empfindungsfreiheit“ ist gerade bei der Beschreibung von zwischenmenschlichen Zuständen sehr hilfreich.

Auf diese Weise ist eine emotionale Situation nicht zu sehr festgelegt auf ihre gradlinige Bedeutung innerhalb der deutschen Sprache.

Außerdem lässt sich so eine Art Kontrastwirkung herstellen: Das beschriebene Muster wird nicht zu sehr mit den natürlichen muttersprachlichen Empfindungen gleichgesetzt, die ein Wort erzeugt.

Mit einem englischen Begriff kann ich dem Muster einen objektiven Namen geben, ohne der muttersprachlichen Grundempfindung entsprechen zu müssen, die ein Wort in der eigenen Sprache hervorruft.

Dann steht der Prozess oder das Muster für sich selbst und kann damit etwas objektiver innerhalb der Erläuterungen verwendet werden.

Was erwartet dich hier?

Du wirst in diesem Buch das geheime Muster der Liebe kennenlernen und Schritt für Schritt erfahren, wie dieses geheime Muster der Liebe im Hintergrund die Art und Weise lenkt, wie sich deine Liebesbeziehungen entwickeln und was du in ihnen erlebst.

Dazu brauchst du ein wenig Offenheit für neue Perspektiven und etwas Mut, dich auf die Sichtweise einzulassen, dass die Liebe keine „Himmelsmacht“ ist, sondern sich aus sinnvollen emotionalen Bausteinen und Verhaltensweisen aufbaut, die in der Summe darüber entscheiden, wie sich deine Liebesbeziehungen entwickeln.

Wenn der Aufbau und das Zusammenspiel dieser Bausteine funktioniert, macht die Liebe glücklich.

Bauen sich die Muster nur unvollständig auf oder bleiben sie lückenhaft und anfällig, dann erzeugen sie Kummer, Frust und Enttäuschung in der Liebe.

Die verborgene Absicht dahinter: Uns Menschen zu fördern und der Erfüllung unserer wahren Bedürfnisse näher zu bringen. Falsche, eingebildete oder schädliche Bedürfnisse (und davon haben wir Menschen nicht wenige) beantwortet das Muster der Liebe mit Gefühlen von Kummer, Schmerz, Frust, Ohnmacht und Wut.

Das Muster der Liebe hat die Aufgabe, uns Menschen voranzubringen – verweigern wir uns dem Muster und seinen Bahnen, dann führt es uns in Krisen, die uns über Kummer und Frust dazu zwingen, uns neu auszurichten.

Im Grunde verhandeln Menschen in Liebesbeziehungen Wert und Werte.

Diese müssen immer wieder geprüft, gefestigt und in der erlebten Gegenseitigkeit einer Beziehung fortlaufend neu ausgerichtet werden.

Aus diesem Grund gibt es das Muster der Liebe.

Es liefert einem Liebespaar eine innere Anleitung, ob die gemeinsamen Werte und Perspektiven hinter der Beziehung intakt sind und die Verbindung deswegen besonderen Wert hat.

Um diese innere Anleitung zu erreichen, sind Liebesbeziehungen auch immer zu einem gewissen Grad stressig und anstrengend.

Sie sind ein Testfall für uns Menschen.

Die Liebe testet unsere Werte und Perspektiven, um zu sehen, was wir aushalten können, wenn wir diese Werte und Perspektiven zusammen mit einem Partner verfolgen.

Aber nur das Bestehen dieser Testfälle macht eine Liebe am Ende „wertvoll“ – weil sie nur dann beweisen kann, dass sie auch in Schwierigkeiten „voller Wert und Werte“ für uns ist.

Um die Zusammenhänge und Vorteile dieses geheimen Musters hinter deinen Beziehungen zu lernen, wirst du dich für einige Zeit auf eine anspruchsvolle und teilweise analytische Sichtweise der Liebe einlassen müssen.

Du wirst ein System lernen.

Ein System zur Orientierung und Bewältigung von Entwicklungen in Beziehungen.

Das ist anspruchsvoll und in der ersten Zeit Kopfsache.

Du wirst einige Zeitlang sicherlich viel analysieren, nachdenken oder sogar überanalysieren.

Dieser Vorgang ist normal.

Er soll dir nicht die Schönheit der Liebe als etwas Gesamtes nehmen, sondern dich sensibilisieren für die Entwicklungen, die du innerhalb einer Beziehung durchläufst.

Das Überanalyisieren und das Kopflastige hören irgendwann auf.

Was bleiben wird, ist die Fähigkeit, dich in Beziehungen zurecht zu finden.

Du wirst Orientierung haben – einen inneren Kompass für die Liebe.

Nach und nach wirst du darüber einen wichtigen Zusammenhang erkennen: Es gibt eine natürliche Ordnung in der Liebe. Beherrsche und respektiere diese Ordnung und Beziehungen füllen sich mit Sinn und Richtung.

Entferne dich von der natürlichen Ordnung und Kummer, Frust und Leid werden dich einholen.

An diesem Punkt fügt sich dann die Liebe wieder als etwas Schönes, Ganzes und Einzigartiges zusammen:

Sie ergibt Sinn.

Sie gibt dir Sinn.

Dir und deinen Beziehungen im Leben.

Dann wirst du bemerken, dass vor allem der Eindruck von Schuld aus dir und deinen Beziehungen verschwindet.

Die Muster der Liebe sind sehr weise – sie fördern, selbst wenn sie uns an den Rand der Verzweiflung bringen.

Das Muster der Liebe und der Eindruck von Schuld schließen sich aus.

Du wirst dadurch lernen, dass es keine Schuld in diesen Bahnen gibt – sie verfolgen eine natürliche Ordnung, die Sinn machen, selbst wenn Liebesbeziehungen scheitern oder schwierig werden.

Innerhalb dieser natürlichen Ordnung ist kein Platz für Schuld – weder für das Gefühl, dass du schuldig und schlecht bist, noch, dass dein Partner schuldig ist, wenn eine Beziehung nicht funktioniert oder kriselt.

Mit der Erkenntnis, dass es einen Sinn dahinter gibt, verschwindet der Eindruck von Schuld in Beziehungen, weil der Sinn der Entwicklung immer eine natürliche Richtung ergibt, die notwendig ist.

Wenn du gelernt hast, diese Entwicklungen und Richtungen durch das Muster der Liebe zu erkennen und dass sie immer die Absicht haben dich zu fördern, fällt jeder Gedanke an Schuld weg, weil diese Entwicklungen Sinn machen, auch wenn sie nicht immer schön oder einfach sind.

Allein dafür lohnt es sich schon, dieses Muster und seine Gesetzmäßigkeiten sehr genau zu kennen.

Du wirst Orientierung und Sinn finden und den Eindruck von Schuld verlieren – das macht das geheime Muster der Liebe so wertvoll.

Fangen wir an…

KAPITEL 1: Einführung in das Muster der Liebe

Um den Einstieg in das Abenteuer „Muster der Liebe“ zu erleichtern, werden wir hier ein Beispielpaar einführen, das stellvertretend für typische Entwicklungsschritte steht, die ein Paar in den unterschiedlichen Phasen seiner Beziehung durchlebt.

Anhand von diesem Paar wird es einfacher den Verlauf im Muster der Liebe konkret nachvollziehen zu können.

Nennen wir unser Paar jetzt einfach mal Frank und Nina.

Die beiden haben sich auf der Party einer Freundin kennen gelernt und sich von Anfang an gemocht.

Die ersten Dates waren angenehm: nicht zu hastig, aber auch nicht langweilig, die beiden teilen viele Interessen und Wertvorstellungen.

Frank ist witzig und fordernd, Nina reizt und bremst ihn im gleichen Maße, was beiden Spaß macht und nie verkrampft oder anstrengend wird.

Nach einigen Dates kommt es zu ersten Küssen und erster Nähe.

Nina sagt ihm, dass sie nichts überstürzen will und Frank reagiert mit einem angemessenen „Okay“, ohne danach beleidigt zu sein oder distanziert zu werden.

Auf diese Weise verbringen sie noch einige Dates miteinander, bei denen sie sich immer näher kommen.

Frank versteht sich geschickt darauf, immer weiter etwas von Ninas Territorium durch Nähe und Zärtlichkeiten zu erobern, ohne sie zu bedrängen oder zu offensichtlich zu sein.

Nina lässt sich im Gegenzug im richtigen Rhythmus immer ein Stück weiter erobern ohne je zu offensichtlich harsche Grenzen zu setzen noch jemals Frank zu einfach nachzugeben.

Beide reizt das Spiel mit den Grenzen, es läuft gut zwischen ihnen.

Eines Abends geschieht es dann: Nach einem gemeinsamen Abendessen bei Nina zuhause, landen die beiden im Bett und verbringen ihre erste gemeinsame Nacht zusammen.

Von dieser Stelle aus fangen wir an, das Muster der Liebe zu beschreiben.

Das Muster der Liebe beginnt immer mit einem Moment besonderer Nähe und Intimität – hier in unserem Beispiel ist es die erste gemeinsame Liebesnacht – und von hier aus begleiten wir unser Paar jetzt durch das geheime Muster der Liebe.

1. Phase: Entry

Immer, wenn zwischen zwei Menschen ein Moment von besonderer Nähe entsteht, der ihnen klar macht, dass sie im Umgang mit dem Anderen eine direkte und ausgewählte Verbindung eingehen oder dass eine besondere Verbindung zwischen ihnen existiert, ist das der Auftakt im Muster der Liebe.

Dieses Phänomen ist der Entry – quasi der „Einstieg“ oder der „Eingang“ in eine zwischenmenschliche Verbindung.

Ein Entry kann viele Gesichter haben: Die erste Begegnung, die Frage nach der Telefonnummer, ein erstes Date, der erste Kuss, ein Moment besonderer Gemeinsamkeit oder emotionaler Nähe oder der erste Sex.

Entry vermittelt einen Moment der Besonderheit durch Nähe, an den sich beide später fortlaufend erinnern werden und der darüber den Auftakt an die Verbindung zwischen zwei Menschen darstellt.

Der erste Sex ist immer eine besondere Form des Entry.

Man kann sich sicherlich ausgiebig darüber streiten, was wichtiger ist oder was der wirkliche Startschuss einer Liebesbeziehung ist: Die erste Begegnung, das erste Date, der erste Kuss oder der erste Sex und jedes Liebespaar hat seine ganz eigene Auffassung davon.

Ganz sicher ist jedoch, dass die emotionalen und persönlichen Einsätze ab dem ersten Sex einfach höher sind als jemals zuvor.

Sex ist immer ein Wendepunkt zwischen zwei Menschen: Danach ist ihr Verhältnis zueinander nie wieder wie vorher.

An Küsse kann man sich sicherlich auch ein Leben lang erinnern, aber den ganz wesentlichen Unterschied zwischen zwei Menschen stellt vor allem Sexualität her.

Nach einer sexuellen Erfahrung unterscheidet sich das Verhältnis zwischen zwei Menschen von den anderen Freundschaften und Bekanntschaften in ihrem Leben, weil sie über Sex eine Form von körperlicher Intimität eingegangen sind, die alle anderen Formen von persönlichem und sozialem Umgang übersteigt.

Entsprechend steht hier der erste Sex für den Startschuss in eine Beziehung.

Er ist für unser Beispiel der Entry.

Beispiel: Nina und Frank verbringen die erste gemeinsame Nacht zusammen.

Sie erleben den Sex als schön, beglückend und aufregend.

Es ist intensiv und nach der reizvollen Zeit des Flirts zwischen ihnen befreiend und im gleichen Maße auch intim.

Phasen von Lust wechseln sich ab mit Momenten der Ruhe.

Sie kuscheln, schlafen, lieben sich bis zum Morgen.

Frank verlässt dann Nina gegen Vormittag und es fühlt sich für beide richtig und okay an, sowohl die Nacht miteinander verbracht als auch jetzt einige Zeit für sich zu haben.

Sie verabschieden sich mit letzten Küssen, dann fährt Frank zu sich nach Hause.


Entry ist der Beginn einer Beziehung oder der Beginn eines neuen Beziehungsabschnitts.

Entry wird durch einen Moment besonderer Nähe erlebt und hergestellt.

Vor allem der erste Kuss, der erste Sex und Momente besonders intensiver Gemeinsamkeit sind ein klassischer Entry.


2. Phase: Proof

Ein Entry kann nicht dauerhaft für sich alleine stehen. Momente menschlicher Nähe sind zu flüchtig.

Damit Nähe dauerhaften Bestand zwischen zwei Menschen haben kann, muss ausgehend vom Erlebnis der Nähe ein psychologisches Band zwischen ihnen geknüpft werden, das den Eindruck dauerhafter Verbindung als Paar fortsetzen kann.

Die erlebte Nähe muss als gewünscht und akzeptiert bestätigt werden – mit der Aussicht, dass sie fortgesetzt werden soll, weil sie gewollt ist.

Zwischen dem Paar muss der Eindruck stehen: „Das hier ist richtig. Das soll so sein. Und es soll fortgesetzt werden“.

Diese gegenseitige Bestätigung voreinander, dass die hergestellte Nähe Bedeutung hat und gewünscht wird, ist Proof.

Proof kann eine Geste sein, eine Nachricht oder eine Aufmerksamkeit, Proof kann ausgesprochen oder angedeutet werden, aber immer wird es als ein Gefühl von „richtig“ inklusive dem Wunsch nach Fortsetzung empfunden.

Irgendetwas brauchen die Partner als Anhaltspunkt, sonst fehlt ihnen die innere emotionale Orientierung, die zwischenmenschliche Nähe erzeugen kann.

Proof hat die Aufgabe, gewollte Nähe von zufälliger Nähe zu unterscheiden.


Proof bestätigt offen und/oder emotional, dass die eingegangene Nähe, Beziehung oder Beziehungsentwicklung richtig und erwünscht ist – von beiden Partnern.


Beispiel: Nach der ersten gemeinsamen Nacht sind sowohl Frank als auch Nina glücklich und aufgewühlt aber auch unsicher.

Sie wissen noch nicht so recht, wie sie mit den gemeinsam erlebten Gefühlen und sexuellen Intimitäten umgehen sollen.

Trotzdem spüren sie, dass das noch nicht alles war, dass da noch mehr zwischen ihnen geschehen sollte.

Frank ist sich nicht sicher, ob er Nina anrufen soll.

Dann schickt er ihr eine SMS und schreibt ihr, dass die vergangene Nacht sehr schön für ihn war.

Sie antwortet ihm: „Für mich auch“.

Das ist ein Moment von Proof zwischen den beiden.

Eine innere Übereinkunft zwischen den beiden: Es geht weiter!

Generell ist Proof ein anfälliges und nicht selten heikles Thema, vor allem nach dem ersten Sex.

Für Frauen ist Proof wichtiger als für Männer – auch weil sie auf diesem Gebiet ein ganz anderes Gespür haben.

Frauen strecken rund um Nähe und Liebesbeziehungen ständig ihre inneren Fühler aus, um nach Signalen und Hinweisen für Proof zu forschen.

Proof ist für Frauen vor allem deswegen wichtig, weil Proof den Unterschied ausmacht, ob es sich um zufällige Nähe/Sexualität oder um gewollte Nähe/Sexualität mit Ausblick auf Bedeutung handelt.

Zufällige sexuelle Begegnungen stellen für Frauen ein biologisches und soziales Risiko dar, das für sie nicht erstrebenswert ist.

Deswegen durchlaufen Frauen Abwehrmechanismen vor der Intimität und das Verlangen nach Proof nach der erlebten Nähe und Intimität.

Männer haben das in dieser Form nicht – für sie ist das eher eine Sache der psychologischen Bestätigung oder sie orientieren sich an den ihnen bekannten Spielregeln der Frauen – weil man das eben so macht.

Männer haben eher den Eindruck: „Es läuft halt.“, das reicht ihnen schon als Proof und viel mehr sagt dieser Moment auch nicht für sie aus.

Aus diesem Unterschied entstehen viele Reibereien und Missverständnisse zwischen Mann und Frau.

Grundsätzlich ist Proof in Form von Verhalten immer die aussagekräftigste Form: Aktives, liebevolles Verhalten ist der beste Proof, den man an dieser Stelle bekommen kann.

Worte sind relativ, leicht zu manipulieren und oft schnell gesagt – vor allem von Männern, die sich darüber erhoffen, wieder leichter und schneller Sex zu bekommen. Verhalten ist der bessere Maßstab.

3. Phase: Access

Unmittelbar an Proof schließt sich das Phänomen Access an.

Nach dem Gefühl: „Ja, da ist etwas zwischen uns, das uns zusammenhält und verbindet“, muss innerhalb einer Liebesbeziehung die Bereitschaft folgen, dieses Gefühl real zu leben und gemeinsam zu erleben.

Das geschieht durch Access.

Im Access öffnen sich die Partner, um den Anderen am eigenen Leben, Dasein, eigenen Gefühlen und Bedürfnissen teilnehmen zu lassen.

Access ist die Bereitschaft, Zugang zu den verschiedenen Schichten der eigenen Gefühle, Sexualität, Intimität, des eigenen Lebens und Alltags zu gewähren.

Access ist im Grunde das, was eine Beziehung ausmacht:

Dem Partner Zugang zu sich selbst zu gestatten und damit ein gemeinsames Leben zu formen.

Beispiel: Frank übernachtet immer häufiger bei Nina.

Sie verbringen gemeinsame Zeit miteinander, die intim und persönlich ist.

Beide erleben auf diese Weise zunehmend, wie sie in ihrem im Alltag sind.

Er erzählt ihr von seiner Arbeit, seinem Leben, seinen Hoffnungen und Träumen.

Sie erzählt ihm von ihrem Leben, ihren Erfahrungen auf der Arbeit, von den Menschen, die ihr wichtig sind und von dem, was sie sich für ihr Leben wünscht.

Die beiden haben ihre ersten gemeinsamen Unternehmungen in ihrem sozialen Umfeld, gehen zusammen aus, zeigen sich die ersten Male als Paar unter ihren Freunden.

Sie gewähren dem Anderen Einlass in die unterschiedlichen Schichten und in den Alltag ihres Lebens.


Im Access gewähren beide Partner einander Zugang zum eigenen Leben.

Access ermöglicht damit ein gemeinsam erlebtes Leben.


4. Phase: MM – Match Making I

Die wesentliche Aufgabe von Liebesbeziehungen ist im Grunde, aus zwei einzelnen Leben ein gemeinsames Leben zu machen.

Aber was genau ist ein gemeinsames Leben?

Gemeinsame Gewohnheiten, gemeinsame Sexualität oder gemeinsam verbrachte Zeit?

Wenn man ganz genau hinschaut, geht das, was Liebesbeziehungen herstellen, darüber hinaus.

Paare stellen durch Liebesbeziehungen eine gemeinsame Realität her.

Oder besser gesagt: Eine Liebesbeziehung bewegt Mann und Frau dazu, sich auf eine gemeinsame Realität zu einigen, die sie dann gemeinsam erleben und bewältigen können.

Dass Liebe eine gemeinsame Realität herstellt, ist von entscheidender Bedeutung.

Erst wenn das eintritt, verlässt die Liebe das unkonkrete Reich aus Gefühlen, Wunschdenken und Träumen und wird als reale Gemeinsamkeit (er-)lebensfähig.

Liebe wird zu Wirklichkeit.

Nur wenn ein Paar sich über seine Beziehung auf eine gemeinsame Realität einigen kann, formt es auch eine echte Beziehung.

Und zwar nur dann.

Weil gemeinsame Realität erlebt werden kann.

Alles Andere kann nur gedacht und gefühlt werden.

Dieser Unterschied ist von elementarer Bedeutung.

In nicht funktionierenden Beziehungen verharren die Partner abgeschottet vom Anderen in ihren eigenen Realitäten.

Sie leben aneinander vorbei – jeder mit seinen eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Träumen beschäftigt, ohne diese zusammen mit dem Partner in die Schnittmenge einer gemeinsamen Realität einbringen zu können.

Entweder leben diese Menschen isoliert innerhalb ihrer Beziehung auf diese Weise einsam, verschlossen und am Partner desinteressiert vorbei.

Oder die beiden Einzel-Realitäten kollidieren ständig in ihren Wünschen, Träumen und Bedürfnissen und sorgen damit unablässig für Stress, Streit und Drama.

Sie können keine gemeinsame Realität herstellen – darum scheitern sie in ihren Beziehungen und enden isoliert und unglücklich trotz Partner.


Der entscheidende Maßstab für Liebe und Beziehungen ist die Fähigkeit der Partner, eine gemeinsame Realität herzustellen.

Je mehr gemeinsame Realität, desto besser funktioniert die Beziehung und entfaltet Wert und Bedeutung für die Partner.

Je weniger gemeinsame Realität, desto weniger funktioniert die Beziehung und erzeugt Lieblosigkeit, Desinteresse oder Drama, Frust und Konflikte.


Das Herstellen einer gemeinsamen Realität und die Erkenntnis, dass der Partner diese teilt, ist immer das abschließende Ziel im Muster der Liebe.

Das ganze Verlagen und die ganze Absicht im Muster der Liebe lautet: Menschen in eine gemeinsame Realität zu führen, damit diese von ihnen gemeinsam erlebt und bewältigt werden kann.

Darum schließt das Muster der Liebe jede Entwicklung in einer Liebesbeziehung immer mit der Erkenntnis ab, dass eine gemeinsame Realität existiert.

Diese Erkenntnis ist Match Making.

Liebe entsteht, wenn zwei Menschen eine gemeinsame Realität haben.


Im Match Making realisiert ein Liebespaar, dass es eine gemeinsame Realität hat.

Match Making in Form einer gemeinsamen Realität ist Ziel jeder Entwicklung in Liebesbeziehungen.

Liebespaare stellen eine gemeinsame Realität her, um das Leben gemeinsam erleben und bewältigen zu können.


Dieses Verständnis widerspricht der allgemeinen Auffassung der Liebe:

Dass Liebe wie ein schöner Traum sein sollte, dass Liebe von Gefühlen beherrscht wird, dass Liebe emotional, romantisch, aufregend voller Abwechslung und eine rauschhafte und zärtliche Abwechslung zum sonstigen Leben sein sollte.

Das ist Disneyland. Aber nicht Liebe.

Die Menschen missbrauchen mit diesen Vorstellungen die Liebe als Vorwand ihrer eigenen Realität entgehen zu wollen.

Das Bedürfnis nach Liebe als romantischem Traum aus Gefühlen und aufregender Abwechslung ist ein Symptom der allgemeinen Unreife der Menschen in der Unfähigkeit die Realität zu ertragen.

Beziehungen haben einen sehr einfachen Sinn: Das Leben gemeinsam zu bewältigen.

Das ist ebenso einfach wie nobel und bedeutsam.

Das Leben ist schwer.

Wir brauchen den Anderen.

Um im Leben bestehen zu können.

Und um uns unterschiedliche Aspekte des Lebens zu erschließen.

Nicht umsonst wird Liebe aus dem Unterschied Mann und Frau heraus gebildet.

Aber um die Mission „Leben bewältigen“ erfüllen zu können, müssen Mann und Frau dazu fähig sein, sich auch entgegen ihrer Unterschiedlichkeit auf eine gemeinsame Realität einigen zu können.

Ansonsten erreichen sie das Gegenteil: Sie machen sich das Leben noch schwerer.

Und das ist genau das, was im Moment noch in den meisten Beziehungen geschieht.

Aus diesem Grund ist die naive Romantisierung der Liebe nicht der richtige Weg.

Die Realisierung der Liebe ist der richtige Weg.

Nicht in dem Sinne, dass man sie rational oder ein Kopfmodell aus ihr macht, sondern indem man sie durch eine gemeinsame Realität real werden lässt.

Erst durch die Wirklichkeit, eine gemeinsam erkannte und bewältigte Wirklichkeit, wird Liebe echt.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die erlebte Realität von zwei Menschen – insbesondere durch die Unterschiedlichkeit zwischen Mann und Frau – Abweichungen und unterschiedliche Interpretationen produziert.

Aber Unterschiedlichkeiten aus einem anderen Blickwinkel heraus schließen nicht aus, dass man dennoch das Gleiche sehen und erleben kann.

In diesen Zustand will die Liebe uns bringen – damit das Miteinander wertvoll wird, indem man das Leben gemeinsam bestreitet und durchlebt.

Der Mut und die Fähigkeit, sich mit einem Menschen immer wieder auf eine gemeinsame Realität zu einigen, wird deswegen von der Liebe belohnt – mit umfassenden Momenten aus Glück, Ankunft und Sinn.

In diesen Momenten liegt das vollständige Glück der Liebe – umfassender und verbindender als Gefühle und Sexualität es je herstellen könnten, weil beides nur wechselhafte und flüchtige Phänomene sind.

Die gemeinsame Realität ist dagegen der konstante Maßstab, der unablässig immer vorhanden ist – und an dem ein Liebespaar dauerhaft die tatsächliche Qualität und Bedeutung seiner Verbindung messen kann und auch messen muss.


Liebe ist eine gemeinsame Realität.

Die Fähigkeit, beständig eine gemeinsame Realität herzustellen, entscheidet über das dauerhafte Glück einer Beziehung.


Männer und Frauen müssen in Beziehungen ihre gemeinsame Realität immer wieder neu finden und neu aushandeln.

Darum sind Beziehungen nie einfach – sie sind ein ständiges Ringen darum, sich trotz aller Unterschiedlichkeiten und abweichender Bedürfnisse immer wieder neu auf eine gemeinsame Realität zu einigen.

Realitäten kollidieren oder müssen immer neu verhandelt werden – das macht die Liebe so kompliziert.

Je weiter das Paar von einer gemeinsamen Realität entfernt ist, desto schwieriger bis unmöglich wird seine Beziehung.

Beziehungen ohne gemeinsame Realität können zerstörerisch, anstrengend oder sogar gefährlich sein.

Gemeinsame Realität ist der Maßstab, wie echt und gesund die Verbindung zwischen zwei Menschen ist.

Die klassische Drama-Beziehung zum Beispiel ist unfähig eine gemeinsame Realität herzustellen.

Immer wieder verhandelt ein solches Paar über Streit, Stress und Frust die unablässigen Versuche aus eine gemeinsame Realität und damit Frieden zu finden.

Es ist aber unfähig, diese Realität herzustellen, weil es sie im Grunde gar nicht gibt. Drama-Beziehungen verhandeln über eine Illusion.

Sie enden, wenn die Beteiligten genug davon haben und in ihre jeweils eigene Realität zurückkehren, indem sie erkennen: „Ich will das nicht mehr. Es bringt mir nichts. Es führt mich nirgendwohin.“

Bis es zu diesem Punkt kommt, ziehen die Beteiligen ihren persönlichen Rausch aus dem Stress und aus der emotionalen Stimulation durch die Aufs- und Abs vor.

Sie erschaffen eine eigene aufregende Schein-Realität, die sie vom Erkennen der tatsächlichen Realität abhält.

Deswegen kann man Drama-Paaren auch nicht helfen.

Sie sind immun gegen gesunde Ratschläge, etwas zu verändern oder sich zu trennen, weil sie sich innerhalb ihrer eigenen Realität bewegen.

Sie müssen sich erst müde gekämpft haben, bis einer oder beide in ihre eigene Realität zurückkehren.

Vorher sind sie unempfindlich für Ratschläge oder echte Veränderungen, weil das Drama sie von der tatsächlichen Realität isoliert und als Ersatz dafür mit aufregenden Gefühlen und Eindrucken füttert, von denen sie nicht ablassen wollen.

Im Gegensatz zum schillernden und immer aufregenden Rausch der Drama-Beziehungen ist ein echtes Match Making innerhalb von gesunden und funktionierenden Beziehungen relativ unspektakulär.

Es ist ein Realisieren. Das Wort „realisieren“ drückt dabei perfekt die Qualität dieses Vorgangs aus: Man realisiert etwas – etwas wird echt und real; und zwar dadurch, dass man bemerkt, dass zwei Realitäten im Einklang stehen.

Das ist ein stiller Eindruck von: „Das passt. Das ist richtig. Wir schauen in die gleiche Richtung.“

Es ist eine stille Bestätigung, dass die wichtigen Dinge, Erfahrungen und Werte in der gemeinsamen Schnittmenge zwischen sich selbst und dem Menschen, mit dem man eine Verbindung eingegangen ist, gleich auf liegen.

Beispiel: Frank und Nina verbringen immer mehr Zeit miteinander.

Sie haben Sex, sie gehen aus, essen abends gemeinsam, sie unternehmen gemeinsam etwas, das ihnen beiden Spaß macht, gehen einkaufen oder besuchen gemeinsam ihre Freunde.

Dabei bemerken sie immer wieder, dass sie die Art und Weise wie sich ihre Beziehung entwickelt gleichsam schätzen.

Nina erkennt Eigenschaften an Frank, die ihr gefallen: Er ist beständig, versucht keine Tricks und Manipulationen, ist bodenständig, aber nicht langweilig.

Er hat seinen eigenen Kopf, muss ihr nicht nach dem Mund reden und er weiß, was er will.

Er hat berufliche und persönliche Perspektiven und handhabt sein Leben verantwortungsvoll und mit einer Richtung, ohne dabei spießig oder einseitig zu sein.

Das imponiert ihr.

Im Gegenzug bemerkt Frank, dass Nina eine Frau ist, die auf dieser Ebene mitzieht.

Sie ist eigenständig, hat ihre eigenen Interessen, sie hat ihren eigenen Kopf, ohne dass er den Eindruck haben muss, dass sie aufsässig und provozierend ist, sie spielt keine Machtspielchen oder braucht ständig Aufmerksamkeit – alles Eigenschaften, die ihm entgegen kommen und die er in anderen Beziehungen vermisst hat.

Entsprechend zufrieden ist er in seiner verbrachten Zeit mit ihr und ist gerne mit ihr zusammen.

Sie beide genießen die gemeinsam verbrachte Zeit und den Eindruck, dass sie diese gemeinsame Zeit bereichert und ergänzt.

Nichts davon ist spektakulär oder emotional aufwühlend.

Es sind einfach zwei Menschen, die im Alltag bemerken, dass ihre Wahrnehmung gleich auf liegt.

Sie erkennen durch das Miteinander Eigenschaften und Werte im Anderen, die jeder von ihnen auf seine Weise in sich trägt.

Die gemeinsam erlebte Realität deckt sich mit der persönlich empfundenen Realität davon, was wichtig ist im Leben oder was man von jemand Anderem erwarten kann.

Sie erleben eine Art Deckungsgleichheit in Leben und Alltag.

Und diese Deckungsgleichheit schenkt ihnen ein tiefes Gefühl von besonderer Vertrautheit und innerer Bestätigung.

Das ist Match Making.

5. Phase: Drift

Bis hierhin hat uns das Muster der Liebe vor allem die schönen und anregenden Seiten der Liebe gezeigt.

Es wäre schön, wenn es dabei bleiben würde.

Aber das wird es nicht.

Denn die wahre Aufgabe der Liebe liegt nicht darin, dem Wunsch des Menschen nach einem dauerhaften friedlichen Glück durch Zweisamkeit nachzukommen, sondern ihre Aufgabe ist es, alle Qualitäten eines Menschen und seiner Verbindungen auf den Prüfstand zu stellen.

Die Liebe ist in erster Linie ein Testfall.

Ein Testfall für menschliche Werte und Qualitäten und für die Art und Weise wie diese in zwischenmenschliche Beziehungen eingebracht und gelebt werden.

Deswegen kann sich Liebe niemals auf dem Eindruck von Glück ausruhen.

Sie muss vielmehr Menschen aus dem Eindruck von Glück herausmanövrieren und in Situationen zwingen, die die Werte hinter diesem Glück prüfen und bestätigen können.

Aus diesem Grund hat sich die Liebe diesen besonderen Trick ausgedacht:

Sie füttert die Liebenden mit dem Eindruck von Glück und Freude durch zwischenmenschliche Verbindung zuerst ein bisschen an und schiebt dann einen plötzlichen Wandel zu Unglück und Frust hinterher.

Die Absicht dahinter: Menschen in eine Vollständigkeit zu zwingen, die für die Gesamtheit des Lebens notwendig ist.

Es gibt kein Glück in der Liebe ohne Kummer und Frust als Gegengewicht.

Liebe ist deswegen immer etwas unfair.

Unmittelbar nach dem Moment, in dem man sich sicher, angekommen und glücklich in einer Liebesbeziehung fühlt, kommt der Punkt, an dem dieser Eindruck kippt und sich in sein Gegenteil verkehrt.

Das Glück der Liebe verschwindet ungreifbar und obwohl man sich gerade noch so erfüllt und sicher gefühlt hat, übernehmen Frust, Reibereien und Irritationen die Beziehung.

Das muss so sein – anders kann Liebe nicht prüfen, wie belastbar und echt das Band zwischen den Liebenden ist.

– Leseprobe Ende –

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