Value Psychologie: 

Das Geheimnis glücklicher Beziehungen

Ich veröffentliche hier einen sehr wesentlichen Ausschnitt aus meinem Buch “Value Psychologie”!

Damit möchte ich die Ideen und Grundsätze einer breiten Diskussion zur Verfügung stellen.

Wer meine Arbeit kennt: Ich beschreibe Beziehungen und soziale Dynamiken anhand von emotionalen Mustern, die jede zwischenmenschliche Interaktion widerspiegeln und formen.

Die hier folgenden Erläuterungen sind der fundamentale Hintergrund zu allen Mustern, die später in Büchern wie “Die Gefühle der Männer”, “Der Courtship Process”, “Einen Mann abwerben” und “Wahre Liebe und Geliebte” als konkrete Beziehungsmuster und Anwendungen aufgeschlüsselt werden.

Das hier ist die Grundlage, das Fundament.

Die (unbewusste) Anwendung dieser Prinzipien erleben wir Menschen als Beziehungen, Gefühle, Verbindungen und als Beziehungsmuster.

Darum möchte ich diese Prinzipien öffentlich vorstellen: Sie sind entscheidend für Verständnis von zwischenmenschlichen Beziehungen, deren Gestaltung und deren Erfolg oder Scheitern.

TEIL I

Einführung: Value Psychologie

Value Psychologie sucht nach Verhaltensmustern, die Wert zwischen Menschen erzeugen, um darüber Beziehungen von Dauer und Bedeutung herstellen zu können.

Die Bezeichnung basiert auf dem englischen Begriff Value (= Wert).

 

Das Grundprinzip der Value Psychologie

 

  1. In menschlichen Beziehungen basiert alles auf Value.

 

  1. Menschen suchen Value in Beziehungen.

 

  1. Kein Value = keine Beziehung.

 

Erweiterte Grundsätze der Value Psychologie

 

  1. Value muss geteilt und verhandelt werde(Schnittmengenpsychologie).

 

  1. Value muss in Verhalten münden.

 

Menschliche Beziehungen und Value

Was ist Value?

Value ist das, was wir Menschen über eine Beziehung „beziehen“ müssen, um ein ehrliches emotionales Interesse an dieser Beziehung entwickeln zu können.

Jeder von uns ist darauf angewiesen, über zwischenmenschliche Verbindungen Eigenschaften, Werte, Vorteile und Besonderheiten von anderen Menschen zu beziehen, um die eigenen Eigenschaften und Überlebensfähigkeiten zu ergänzen.

In der menschlichen Entwicklungsgeschichte war die Bildung von Gruppen als Schutz-Prinzip und das Etablieren von Partnerschaften und Beziehungen innerhalb dieser Gruppen zur Ergänzung der eigenen Eigenschaften über viele Generationen die primäre Überlebensstrategie der Menschen.

Entsprechend tief ist die Bedeutung von Beziehungen und sozialen Verbindungen in unseren Empfindungen verankert.

Menschen suchen Wert in Form von kooperierenden Vorteilen in Beziehungen.

Sich ergänzende Vorteile oder besondere Werte zur Bereicherung der eigenen Lebensführung sind Value. Und an diesen Formen von Value sind wir interessiert, wenn wir Beziehungen suchen, bilden oder bilden wollen.

Die Grundlage jeder Beziehung ist der Austausch von zwischenmenschlichem Wert und Werten (Value).

Was letztendlich Value und damit „wertvoll“ für die Beteiligten einer Beziehung ist, kann unterschiedlich ausfallen – weil Value neben grundlegenden Überlebenswerten an Situationen, Bedürfnisse, Lebensabschnitte, Lebensauffassungen und Milieu gebunden ist.

Beispiel: Eine 44-jährige Rechtsanwältin sucht in Männern andere Aspekte als ein 17-jähriges Gothic Girl. Beide Frauen haben vielleicht einen grundlegenden weiblichen Konsens, in dem, was sie an einem Mann attraktiv finden und von ihm erwarten – gutes Aussehen, Eloquenz, Treue etc. – trotzdem werden ihre persönlichen Präferenzen in der Einschätzung, was Value ist, durch Erfahrung, Alter, sozialen Status und Milieu voneinander abweichen.

Die Suche und was wir empfinden

Wir suchen in Value das, was uns persönlich ergänzt und unsere Lebensführung verbessert oder bereichert und übersetzen diesen Gesamtvorgang in Gefühle.

Die Suche und der Austausch von Value wird nicht rational oder voll bewusst wahrgenommen sondern über Empfindungen.

Wir empfinden Faszination für bestimmte Personen.

Wir empfinden Zuneigung für einen Partner oder einen möglichen Partner.

Wir empfinden Anziehung, Bestätigung, Sicherheit durch für uns besondere Menschen.

Was jedoch tatsächlich hinter diesem Fluss aus Empfindungen und Gefühlen stattfindet, ist ein beständiger Austausch von Wert und Werten.

Wir suchen in unseren sozialen Verbindungen besondere Vorteile.

Und Gefühle sind der Übersetzungscode für den Wert, die Werte und alle Vorteile, die wir über den sozialen Kontakt in anderen Menschen finden – oder eben nicht finden.

Das bedeutet:

Gefühle sind Wertverhandlungen!

Gefühle reflektieren emotional unsere “Verhandlungen” von Wert und Werten.

Sie übersetzen diese Erfahrung nach Innen in Form eines Gefühls.

Und diese gefühlten Wertverhandlungen begründen und formen dann unsere Beziehungen.

ÜBUNGEN

  1. Was ist für dich Value? Sammle einige erste Ideen und Vorstellungen, was für dich Value ist oder sein könnte. Und welche Formen von Value du von anderen Menschen erwartest – in Familie, Liebesbeziehungen, Freundschaften, Bekanntschaften und sozialen Kontakten. Versuche deine Vorstellungen von Value genauer kennen zu lernen.

 

  1. Kannst du innerhalb deiner Beziehungen oder anhand von vergangenen Beziehungen und deren Entwicklungen erkennen, dass Gefühle etwas verhandeln? Hast du eine Idee davon, was verhandelt wird/wurde? Versuche zu erkennen, was du in und durch Beziehungen verhandelst – und wie sich das in den so erlebten Gefühlen und Stimmungen zeigt und niederschlägt.

 

  1. Was ist für dich bedeutsam in Beziehungen, was willst du in ihnen gewahrt und behandelt sehen?

 

  1. Erstelle eine Liste mit Aspekten, Eigenschaften und Vorteilen, die du selbst in soziale Kontakte, Bekanntschaften, Freundschaften, Liebe, Beziehungen und Familie einbringst. Was macht dich aus? Was bringst du ein? Definiere deinen persönlichen Value für andere Menschen und deine Beziehungen.

 

Das Ausbleiben von Value in Beziehungen

Existiert kein Value oder wird Value nicht offeriert oder nicht wahrgenommen, dann findet keine Beziehung statt.

Sozialer Kontakt oder Verbindung durch sozialen Kontakt können zwar durchaus auch ohne echten Value stattfinden, ebenso Pseudo-Beziehungen, die geführt aber nicht wirklich gelebt werden.

Aber das sind dann maximal oberflächliche Begegnungen oder soziale Verbindungen bzw. Pseudo-Beziehungen ohne echten Wert für das gemeinsame Leben.

Echte Beziehungen setzen Value und den Austausch von Value voraus – ansonsten findet die Bildung einer tatsächlichen echten Beziehung nicht statt.

Leblose Gewohnheiten, Verbindungen ohne Richtung und tieferen Sinn in Gemeinsamkeiten, sind keine Beziehungen – es sind soziale Gebilde, aber ohne die Anwesenheit und den Austausch von Value qualifizieren sich diese Gebilde nicht als echte Beziehungen.

Du hast sicherlich selbst schon Kontakte und Bekanntschaften erlebt, die sich „leer“ oder sogar unbehaglich anfühlen, weil man nicht so recht weiß, woran man mit der anderen Person eigentlich ist.

Man kennt sich vielleicht oberflächlich, aber man hat im Grunde genommen nicht besonders viel gemeinsam oder man weiß nicht so recht, wo und wie man im Umgang mit dieser Person ansetzen soll.

In diesen Kontakten, Bekanntschaften oder Begegnungen existiert kein Value.

Es sind nur rudimentäre soziale Verbindungen, die keinen echten Value als Basis bieten.

Man kennt sich halt und das war es auch schon.

In anderen Fällen kennt man sich gut von früher, man war vielleicht sogar befreundet, aber man hat irgendwann den näheren Bezug zueinander verloren.

Alte Freunde, die zu Bekannten und irgendwann zu Gesichtern in einer Menge werden, stehen für diese Art von Veränderungen in Value-Gefügen.

Was Menschen früher verbunden hat, muss nicht zwangsläufig für immer verbinden.

Die Wahrnehmung, die Bewertung und auch der Austausch von Value verändern sich – und damit auch Beziehungen, Freundschaften und soziale Kontakte.

ÜBUNGEN

  1. Gehe einmal Bekanntschaften, Kontakte oder Erinnerungen an bestimmte soziale Situationen durch, die sich leer, unbehaglich oder fremd angefühlt haben. Kannst du ein Muster dahinter erkennen? Kannst du erkennen, dass in diesen Situationen und Bekanntschaften im Grunde nichts verhandelt oder an Value bezogen wird?

 

  1. “Stick with your winners”: Konzentriere dich auf Situationen und Personen, die Value beisteuern und die sich im Umgang wertvoll und bereichernd anfühlen.

 

  1. Gehe alte Freundschaften oder Beziehungen durch, die sich über die Zeit aufgelöst haben oder die du aus den Augen verloren hast. Kannst du in diesen Veränderungen die zugrundeliegenden Veränderungen in Value erkennen – und dass diese Veränderungen in Value dazu geführt haben, dass man sich aus den Augen verloren hat oder sich fremd geworden ist? Erkennst du, wie Veränderungen in Value auch Veränderungen in deinen Beziehungen, Freundschaften und Bekanntschaften bewirken?

 

Anmerkung: Zu erkennen, dass Value und das Verständnis oder die Bewertung von Value zu Veränderungen von Freundschaften, Bekanntschaften oder auch von Liebesbeziehungen führen, bedeutet, sich von der Vorstellung „Schuld“ frei machen zu können.

Das Prinzip Value (Wert und Werte) und die Vorstellung von Schuld schließen sich gegenseitig aus.

Menschen kommen zusammen, um Wert zu finden und um Werte zu verhandeln – liegt kein Wert in der Verbindung, dann lösen sich diese Verbindungen.

Das ist schmerzlich, aber eine natürliche und wichtige Ordnung.

Schuld hat darin nichts zu suchen.

Der menschliche Kummer um den Verlust – ja. Das Gefühl von Schuld – nein.

ÜBUNGEN:

Streiche die Vorstellung von Schuld aus den Erinnerungen an vergangene Freundschaften, Bekanntschaften und Beziehungen und ersetze sie durch die Einsicht, dass du in Beziehungen, Freundschaften und sozialen Verbindungen Wert und Werte verhandeln musst.

Und dass das Ausbleiben von Wert und Werten zur Auflösung von Beziehungen, Freundschaften und Bekanntschaften führt und nicht die Vorstellung, dass irgendjemand an irgendetwas schuld ist.

Teil II

Schnittmengen-Psychologie

Schnittmengen-Psychologie ist der nächste logische Schritt innerhalb von Value Psychologie.

Wenn Value die Basis jeder Beziehung und jeder Beziehungsbildung darstellt, bedeutet das in seiner logischen Konsequenz natürlich, dass Value in Beziehungen aktiv ausgetauscht, bezogen und verhandelt werden muss.

Beziehungen sind zwischenmenschliche Schnittmengen, in denen…

Wert und Werte verhandelt werden.

Jeder soziale oder persönliche Kontakt zwischen Menschen bildet eine Schnittmenge.

Du funktionierst als Mensch vergleichbar mit einem Kreis, der sich im Verlauf deines Lebens nach und nach mit Value und persönlichen Werten füllt.

Sobald du in Kontakt mit anderen Menschen trittst, bildest du mit deren Kreis aus Value und Werten eine Schnittmenge und verhandelst.

Diese „Verhandlungen“ laufen vornehmlich unbewusst über nonverbale Kommunikation, psychologische Muster, Körpersprache und Gefühl ab – und das geschieht ohne Unterlass, um fortlaufend Werte und Wert-Eigenschaften zwischen dir und deinen Mitmenschen zu bestimmen.

Psychologische Kreise und Schnittmengen

Als Sinnbild ist dieser Vorgang vergleichbar mit dem, was auf der Ebene des mikrobiologischen Lebens geschieht: Zellen wachsen, verbinden sich, werden assimiliert, trennen sich ab, tauschen sich aus.

Ähnlich laufen die psychologischen Prozesse zwischen uns Menschen in sozialen Situationen oder Beziehungen ab:

Es wird unbewusst über Empfindungen und unbewusste Verhaltensmuster nach Wert und Werten gesucht, die ausgetauscht, assimiliert, ergänzt und übernommen werden können – oder von denen man sich abgrenzen und gegen die man sich durchaus auch mal wehren muss.

Auf diese Weise bilden Menschen fortlaufend psychologische Kreise, Einflussbereiche, Werte-Gefüge und eben Schnittmengen, in denen all das ausgetauscht und verhandelt wird.

Dieser Austausch und die damit verbundenen Verhandlungen definieren die Art und Weise, wie du sozial wahrgenommen wirst.

Der Wert in deinen Schnittmengen und dein Verhandlungsgeschick in den Schnittmengen (Repertoire) formt sowohl dein soziales Bild (Status) als auch die emotionale Bedeutung, die andere Menschen dir aufgrund dieser Wert-Empfindung in ihrem Leben zugestehen (Beziehungen).

ÜBUNGEN

  1. Führe dir einige Tage ganz bewusst und immer wieder vor Augen, dass du in jeder sozialen Situation mit jeder Begegnung und innerhalb jeder Beziehung eine zwischenmenschliche Schnittmenge bildest.

 

  1. Was geschieht in diesen Schnittmengen? Beobachte, wie sich Schnittmengen bilden und was in ihnen geschieht. Was wird in ihnen ausgetauscht und verhandelt? Versuche den Fluss zwischenmenschlicher Interaktionen zu erkennen und sie als ständigen Austausch, Suche und Verhandlung von Value zu erleben.

 

Die Grundprinzipen

der Schnittmengen-Psychologie

 

  1. Du bildest im Leben Schnittmengen mit anderen Menschen.

 

  1. Für alle Beziehungen in deinem Leben kommt es darauf an, welchen Wert (Value) du in die Schnittmengen zwischen dir und die anderen Menschen einbringst.

 

  1. Je mehr Value du einbringst oder je einzigartiger der Value in der Schnittmenge zwischen dir und anderen Menschen ausfällt, desto bedeutsamer und wertvoller werden Beziehungen mit dir empfunden.

 

Das führt zu den Grundfragen:


Was ist dein Value?

 

Welchen Value stellst du für das Leben anderer Menschen dar?

 

Was bringst du ein in das Leben anderer Menschen?


ÜBUNG: Versuche so ehrliche und so konkrete Antworten wie möglich auf diese drei Fragen zu finden.

Erstelle Listen mit Personen oder besonderen sozialen Situationen (z.B. Beruf, neue Bekanntschaften, Kontakt-Aufnahme, Verkauf usw.) und versuche dir bewusst zu machen, was du eigentlich einbringst in diese Situationen oder zwischenmenschlichen Verbindungen.

So konkret wie möglich: Was ist dein Value? 

Der Fluch der unkonkreten Vorstellung

Wenn du dich wirklich ehrlich und aufrichtig mit diesen entscheidenden Fragen der Schnittmengen-Psychologie beschäftigst, kann das über eine erste Zeit hin durchaus ein frustrierender Prozess sein.

Denn in Wahrheit ist sich kaum jemand wirklich bewusst darüber, was er eigentlich einbringt in die Schnittmenge zwischen sich und das Leben anderer Menschen.

Die Mehrheit hat keine oder nur vage, halb gefühlte, halb gedachte Konzepte in Form von unkonkreten Allgemeinheiten wie:

„Ich bin nett. Ich bin eine gute Zuhörerin. Ich bin treu. Ich bin fleißig. Ich bin ehrlich. Ich bin ein guter Freund.“ usw.

Das sind Konzepte.

Konzepte sind kein Value.

Konzepte sind persönliche Idealisierung einer unkonkreten Vorstellung über sich selbst.

Warum Value immer in Verhalten münden muss!

Unkonkrete Vorstellung bedeutet in diesem Zusammenhang:

Du hast eine statische Vorstellung davon, wie du bist (oder sein solltest) und nicht davon, wie du dich wirklich verhältst.

Du kannst eine hohe Meinung von dir selbst haben und dich trotzdem fatal verhalten.

Du kannst dich selbst als schlechten Menschen ansehen und trotzdem in den entscheidenden Momenten das Richtige tun.

Der einzig echte Maßstab für Value ist das, was durch dich in der objektiven Realität stattfindet, sprich: Dein Verhalten.

Konkretes Verhalten.

Nur konkretes Verhalten ist Value.

 

Grundsatz: Value muss in Verhalten münden.

 

Normalerweise definieren sich Menschen über ihr Selbstbild und die Summe aller Annahmen darüber, was sie sind und wie sie sind.

Value Psychologie liefert dagegen einen anderen Ansatz: Versuche Selbstbild und Verhalten zu trennen und klar zu erkennen, was du wirklich tust.

Unabhängig von Selbstbild und Annahmen über dich selbst.

Was ist dein Value durch konkrete Verhaltensweisen für andere Menschen?

Nicht deine Vorstellung von Wert, sondern nur die konkrete Handlung, die dann auch tatsächlich ganz konkreten Wert für eine andere Person herstellt, ist entscheidend, wenn es um Value geht.

Wenn du zum Beispiel die Vorstellung hast: „Ich bin ein guter Freund.“ – dann ist an dieser Stelle die entscheidende Frage:

„Was bedeutet das eigentlich ganz konkret? In meinen Verhaltensweisen? Wie stelle ich als Freund – durch das, was ich tue, durch mein Verhalten – konkret wertvollen Value für die Menschen um mich herum her?

Wie mache ich den Umgang mit mir zu einer ansprechenden, wertvollen Erfahrung?

Welches konkrete Verhalten macht mich zu einem Freund? “

Das bedeutet, auf den Prüfstand stellen zu können: Welche konkreten Verhaltensweisen stehen hinter dem relativen Konzept: „Ich bin ein guter Freund.“?

Denn nicht das, was du von dir selbst innerhalb der Vorstellung „Freund“ annimmst, ist entscheidend, sondern das, was du konkret durch dein Verhalten dafür tust, ein Freund zu sein.

Was du tust, bringt dir Relevanz im Leben und nicht, was du über dich selbst denkst.

Konkret = Du weißt, was dich ausmacht!

Dass in diesem Kapitel so beharrlich auf dem Unterschied von Konzept und Verhalten und immer wieder auf dem Wort „konkret“ herumgeritten wird, hat einen Grund:

Viele Menschen sind zu unkonkret.

Sie haben vage Vorstellungen davon, wie das Leben sein sollte, aber kein konkretes Handlungsbewusstsein darin, wie man dieses Leben herstellt, das sie wollen.

Das produziert “Value-Unschärfe” und das produziert Probleme – weil so nie klar umrissen ist, worum es eigentlich geht: in Beziehungen und/oder im Leben.

Je konkreter du bist – vor allem in deinem Verhalten – desto klarer umrissen ist auch dein Leben: Du weißt, was du willst. Du weißt, wer du bist. Du weißt, was dich ausmacht.

Und du weißt auch, wie du Wert für das Leben anderer Menschen herstellen kannst.

All das ist die Grundlage eines erfolgreichen und ausbalancierten Lebens.

ÜBUNGEN

BASIS-REPERTOIRE

 

  1. Nimm jetzt alles, was du bisher an deinen persönlichen Einsichten, Listen, Erkenntnissen über deinen persönlichen Value gesammelt hast, und wandle es in ganz spezifische und konkrete Verhaltensweisen um. Was macht dich durch Verhalten wertvoll?

 

  1. Vermeide Allgemeinheiten wie: „Ich bin ein guter Zuhörer. Ich bin treu. Ich bin freundlich.“ usw. Verwende konkrete Verhaltensweisen, an denen du konkret erkennen kannst (durch Erfahrungen und Reaktionen anderer Menschen), dass sie wertvoll sind.

 

  1. Wenn du damit Schwierigkeiten hast, dann verwende erst die allgemeine Vorstellungen, die du von dir hast und leite dann aus diesen Schritt für Schritt konkrete Verhaltensweisen ab, von denen du weißt, dass du sie anwendest oder anwenden kannst.

 

  1. Verwende Erinnerungen oder persönlich Erfahrungen: Wann hast du besondere Reaktionen und Erfahrungen bekommen, wenn du eine deiner Eigenschaften eingesetzt hast? Identifiziere das Tun dahinter – und isoliere das Tun aus der Erfahrung, um darüber dir zugehörige wertvolle Verhaltensweisen zu erkennen.

 

  1. Unter jedem Value-Aspekt muss sich ein konkretes Verhalten befinden. Erstelle einen persönlichen Verhaltenskatalog, der deinen Value repräsentiert. Nur Verhalten zählt.

 

  1. Ordne deinen Wert durch Verhalten bestimmten Menschen zu, die dir etwas bedeuten: Durch welche konkreten Verhaltensweisen füllst du eure gemeinsame Schnittmenge mit Wert?

 

  1. Erstelle auf diese Weise nach und nach deinen persönlichen Verhaltenskatalog, der deinen Value repräsentiert. Das ist dein Basis-Repertoire – die Summe an Verhaltensweisen, die dich für deine sozialen und persönlichen Schnittmengen besonders wertvoll machen.

 

Anmerkungen: Was du hier auf diese Weise erstellst, ist dein Basis-Repertoire – deine grundlegenden Eigenschaften und Fähigkeiten, Wert für bestimmte Menschen, Beziehungen oder soziale Situationen zu erzeugen.

Diese Vorgehensweise ist mit dem verwandt, was du im Kapitel über Pattern Psychologie gelernt hast: Es geht darum, Verhaltensweisen zu identifizieren und zu isolieren und dann anwendbar zu machen – Verhaltensweisen, die in diesem Kontext einen besonderen Beitrag zu deinem sozialen Leben und für deine Beziehungen darstellen.

Auch hier gilt das Prinzip: identifizieren – isolieren – anwenden.

Wozu soll das gut sein?

Im Grunde isolierst du durch diese Vorgehensweise ganz bewusst in sinnvollen Schritten, was in deinen Beziehungen, in deinen Freundschaften, in deinen emotionalen Verbindungen und in deinem sozialen Leben ganz allgemein zuverlässig und gut funktioniert.

Ähnlich wie in den Prinzipien der Pattern Psychologie solltest du auch in Beziehungen ganz bewusst identifizieren, was zwischenmenschlich als konkrete Verhaltensweise für dich vorteilhaft und sinnvoll funktioniert und was nicht – und das dann bewusst immer wieder anwenden.

Welche Verhaltensweisen erzeugen ganz konkret Wert für dich und deine Beziehungen?

Erkenne das als Muster – und wende diese Muster durch reproduzierbares Verhalten bewusst an.

Du hast innerhalb deiner Beziehungsmuster einen ähnlichen Code, wie den innerhalb deiner Lebensführung.

Du musst nur herausfinden, was dieser zwischenmenschliche Code genau für dich ist und wie er in einer bewussten Anwendung zwischen dir und den Menschen/Partnern genau funktioniert.

Dann kannst du über diesen Code aus emotionalen und persönlichen Mustern den Wert und die Qualität deiner Beziehungen selbst aktiv herstellen und bearbeiten.

Das Ziel ist ein persönlicher Verhaltenskatalog an Möglichkeiten, mit dem du fähig bist, Beziehungen und soziale Situationen bewusst zu gestalten.

Wenn du diesen inneren sozialen und persönlichen Verhaltenskatalog hast, der deinen Wert und deine Werte repräsentiert, dann lebst du nicht nur von innen heraus, was du wirklich bist – du gestaltest auch aktiv ein Leben in Wert und Gemeinsamkeiten mit den Menschen, die dir am Herzen liegen.

ÜBUNGEN

HANDLUNGSALTERNATIVEN 

  1. Versuche neue Formen von Value und Handlungsalternativen zu entwickeln oder zu ergänzen, indem du um die Ecke denkst, bekannte Perspektiven auf den Kopf stellst und dich hinterfragst: Was kannst du in bestimmten Situationen und für bestimmte Personen anders machen? Wie verändert das dein Value in der Situation oder für die Person(en). Was fehlt in bestimmten Situationen und Beziehungen – und wie kannst du dafür sorgen, dass darin mehr Value vorkommt?

 

  1. Probiere dich aus! Lerne, riskiere etwas, bewege dich, verändere Perspektiven.

 

Wenn du dein Basis-Repertoire kennst, hast du schon mehr persönlichen Handlungsspielraum, um soziale Situationen und Beziehungen zu gestalten, als die meisten Menschen, die sich dieser Zusammenhänge nicht bewusst sind.

In der nächsten Stufe, auf dem Weg zum echten und umfassenden Repertoire, geht es dann darum, bedeutsame Prinzipien der menschlichen Psychologie in dieses Handeln zu integrieren, um soziale Handlungen emotional möglichst ansprechend und effektiv zu machen.

Wie das genau funktioniert, erläutern die folgenden Prinzipien als psychologische und emotionale Erweiterung der Value Psychologie.

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Kontakt: thomas.lojek@thomaslojek.de

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