Treue, Werte und Vertrauen gewinnen wieder an Bedeutung in der Liebe.

Beziehungen vor dem Wandel: traditionellen Werte wie Loyalität und Treue wieder gefragt!

Wird sich die Art und Weise, wie wir lieben und zueinander finden, wieder ganz neu entwickeln? 

Ein Ausblick auf den Trend zu wahrer Liebe durch Treue und bewusste Entscheidungen.

Autor Thomas Lojek mit Partnerin

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Bist du zu erschöpft, um noch wirklich lieben zu können?

In den zehn Jahren als Berater zum Thema Liebe und Beziehungen habe ich verschiedene Phasen der Veränderungen in der allgemeinen Wahrnehmung und Empfindungsweise von Beziehungen erlebt.

Heute sehe ich die Zeichen sehr deutlich darauf stehen, dass klassische Werte wie wahre Liebe, Treue, Vertrauen – und Verantwortung, Ehre und Loyalität in Beziehungen – vor einem riesigen Comeback stehen.

Vor zehn Jahren war die generelle Stimmung rund um Beziehungen ganz allgemein noch etwas neugieriger, aufgeschlossener und offener für neue, innovative Entwicklungen – heute erscheint mir diese Energie für Gefühle und Beziehungen in den meisten Menschen dagegen eher erschöpft, müde und ausgebrannt.

Selbst Jugendliche sprechen über Liebe und Beziehungen schon so desillusioniert und abgeklärt, ganz so als wäre kein Raum mehr zwischen ihnen, um den Illusionen und Hoffnungen der Liebe überhaupt noch eine Chance zu geben.

Für viele fühlt sich die Liebe an wie ein Spiel ohne Gewinner.

Warum eigentlich?

Eine wichtige Entscheidung für die Liebe

Ich glaube, es hat etwas damit zu tun, dass die Fähigkeit fehlt, wirklich relevante und umfassende Entscheidungen zu treffen, die einer Liebe die Bedeutung geben kann, die sie braucht, um wirklich erfüllend und schön zu werden.

Und das zermürbt die Grundlage der Liebe, weit unterhalb ihrer erlebten Oberfläche.

Die vorangegangenen Jahrzehnte haben sicherlich ganz neue Freiheiten für Beziehungen entwickelt – allerdings hat das auch ein hohes Maß an Unsicherheiten und Orientierungslosigkeit zwischen Mann und Frau produziert.

Was vielen Menschen im Moment nicht mehr wirklich klar ist: Dass eine echte Beziehung eine fundamentale Entscheidung erfordert.

Die fundamentale Entscheidung: “Ich will das! Ich will diese Beziehung. Ich will diesen Menschen an meiner Seite!”

Und von da an die absolute Unverhandelbarkeit dieser Entscheidung.

Wenn dieser Schritt einer vollständigen und umfassenden Entscheidung fehlt, gleitet eine Beziehung irgendwann in eine emotionale Leere.

Und das passiert immer mehr Paaren.

Oder den Männern und Frauen, die auf einer ständigen Partnersuche sind.

Loyalität, Treue, Werte in der Liebe

Die wirklich bewusste und vollkommene Entscheidung: “Diese Frau (dieser Mann) an meiner Seite ist von jetzt an unverhandelbar!” fällt kaum noch jemand, jedenfalls nicht wirklich in vollem Umfang und über eine anfängliche Verliebtheit und Aufregung hinaus.

Natürlich wird auch heute noch gerne (und oft zu schnell) geheiratet, zusammengezogen, eine Beziehung eingegangen – und doch, dieses traditionelle Bekenntnis in Ehre und vollkommener Loyalität zu einem absoluten Entschluss in lebenslanger und umfassender Bedeutung in der Form eines gegenseitigen “In guten wie in schlechten Zeiten… und wenn es sein muss gegen den Rest der Welt!” wird von den Herzen der Menschen immer weniger ausgestellt.

Der Rausch der Gefühle wird gerne genommen.

Oder die Hoffnung auf Selbstbestätigung und Erfüllung durch (mehr) Liebe im Leben.

Aber die bewusste Entscheidung und das Bewusstsein, dass diese Entscheidung Konsequenzen hat und haben wird – und dass diese Konsequenzen die Wünsche des eigenen Egos nach immer mehr Komfort, Erfüllung und Selbstverwirklichung sehr wahrscheinlich übersteigen wird – vor diesem Teil wird sich lieber gedrückt, oder er wird gar nicht erst bedacht.

Für die meisten Menschen ist die Vorstellung “Beziehung” viel eher eine Erweiterung der eigenen Selbstverwirklichung.

Oder sie ist primär durchsetzt mit persönlichen Wünschen nach Formen von Komfort, die durch eine zwischenmenschliche Beziehung entstehen können – Wärme, Sexualität, Bestätigung, Gesellschaft, Anerkennung oder die große Flucht vor der eigenen Einsamkeit mit sich selbst.

Das aufrichtige Bekenntnis zur wahren Liebe

Die Hoffnungen und Wünschen vor jeder neuen Beziehung sind groß, gar keine Frage.

Doch dass im Kern einer wirklichen Beziehung eben diese eine unverhandelbare Entscheidung für den Partner und diese Beziehung stehen muss – selbst wenn das zu wesentlichen Schritte jenseits des eigenen Komfort und der persönlichen Selbstverwirklichung führen kann – ist vielen Menschen nicht mehr wirklich bewusst.

Genuss, Projektionen und Hoffnungen nehmen vielen immer weiter die Sicht auf die Bedeutung eines aufrichtigen Bekenntnisses “Wir gegen den Rest der Welt! Unsere Zusammengehörigkeit ist unverhandelbar!” – und darüber geht der Kern der Liebe verloren.

Natürlich, angeblich wird viel “geliebt”, aber es wird sich kaum noch dazu bekannt.

Und ganz sicher kaum noch in allen Konsequenzen und in seiner vollen Bedeutung.

Erfindungen wie Tinder repräsentieren diese Form des Liebens ohne Konsequenzen und mit (digitalem) Hintertürchen sehr deutlich.

Liebe ist heute zunehmend relativiert und es bleibt fast immer ein Hintertürchen offen, in jeder Beziehung.

Und sei es nur in der Überlegung, dass es ja im Notfall immer noch Tinder, Facebook und Instagram gibt.

Zwei psychologische Folgen der gefühlten Beliebigkeit 

Natürlich spüren alle, dass etwas dadurch nicht in Ordnung ist.

Doch die tatsächliche Erkenntnis, dass ohne diese bewusste Entscheidung zur einer absoluten Unverhandelbarkeit von “Ich liebe dich!”, in jeder Beziehung etwas “fehlt” und immer fehlen wird, dringt auch nicht wirklich zu den Beteiligten der meisten Beziehungen durch.

Stattdessen wird dann weiter gesucht, weiter gespielt, weiter geflirtet, weiter ausprobiert, es werden zu wenig Grenzen gezogen oder es wird (offen oder heimlich) einfach weiter gehofft – selbst dann, wenn bereits eine Beziehung und ein Partner im eigenen Leben existieren.

Das hinterlässt endlose Baustellen, emotionale Wunden, das Gefühl einer Ratlosigkeit, einer Rastlosigkeit und Ruhelosigkeit bestehend aus zwei ewigen Fragen:

Erstens: “Bin ich eigentlich wirklich glücklich, oder gibt es noch mehr… dort draußen… weit weg… weg von dem, was ich habe… oder vielleicht noch alles haben könnte…?”

Oder eben die zweite Variante davon: “Bin ich eigentlich wirklich gut genug, um wirklich geliebt zu werden? Oder könnte mein Partner nicht noch besseres bekommen… vielleicht sucht er schon danach… oder jemand anderes will ihn mir wegnehmen… wer weiß…?”

Beides sind Variationen des gleichen Themas: Zweifel aus Mangel an Bekenntnis.

Das zermürbt emotional. Es untergräbt Vertrauen, Gefühl, Zuversicht und am Ende die Fähigkeit zu lieben oder überhaupt noch lieben zu wollen.

Die neue Skala der Bedürfnisse in der Liebe

Die meisten Menschen sind das müde.

Es gibt eine neue Sehnsucht nach Verlässlichkeit, Bekenntnis und Vertrauen.

Es gibt ein neues Bedürfnis nach Loyalität, Treue, Aufrichtigkeit.

Der Wunsch unersetzlich und nicht austauschbar zu sein, regt sich deutlich in vielen Menschen.

Es gibt eine deutliche Tendenz wieder Werte und Grenzen zu haben, die eben nicht relativ oder verhandelbar sind.

Romantische, fast traditionelle Bekenntnisse zu Liebe und Partnerschaft sind ein echtes Bedürfnis, das wächst und wieder an Bedeutung gewinnt.

Das Gefühl von tatsächlicher Ehre – auch durch mehr Verantwortung und einem aufrichtigen Bekenntnis zu einem Partner, einer Beziehung, einer Familie, zu einem gemeinsamen Leben – ist eine große neue Sehnsucht.

Sowohl in Männern als auch Frauen.

Dehnbaren Beziehungen ohne wirklich Grenzen, Werte und Konsequenzen verlieren an Bedeutung.

Der Sinn zu einer gemeinsamen Verpflichtung die Schwierigkeiten in Beziehungen durchzustehen, statt gleich das Handtuch zu werden, wächst dagegen wieder.

Zumindest in der Skala der Bedürfnisse.

Darum glaube ich, dass wir vor einem Comeback von eigentlich eher traditionellen Werte stehen.

Ich glaube, dass Werte, Ehre, Treue und Verpflichtung in Beziehungen wieder eine große Rolle spielen werden (und zwar ohne verstaubt oder altertümlich traditionell wirken zu müssen).

Und ich glaube, dass das an dieser Stelle auch wirklich wichtig und gesund für die Entwicklung von Beziehung und Beziehungsempfindungen ist.


Wie denkst du darüber? Sende mir deine Meinung zu diesem Thema:

thomas.lojek@thomaslojek.de


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