Wird China jetzt Taiwan angreifen? Die Fakten!

Seit Russlands Angriff auf die Ukraine gehen Teile der öffentlichen Meinung davon aus, dass China dem Beispiel folgen wird und eine zeitnahe Invasion von Taiwan ansteht.

Wie realistisch ist diese Vermutung?

Was spricht dafür und was dagegen?

Im Moment sollte niemand – und nur mit dem Krieg in der Ukraine begründet – zu sehr davon ausgehen, dass China gerade jetzt das Risiko einer Invasion von Taiwan eingehen wird.

Ich würde die Wahrscheinlichkeit einer anstehenden Invasion im Bereich 95 % JA und 5 % NEIN ansiedeln.

Militärisch ist China nicht so weit, dass es einen Waffengang in der Region von Taiwan sicher dominieren könnte.

Es fehlt an U-Booten.

Chinas Luftwaffe kann keine Lufthoheit garantieren.

Das atomare Abschreckungspotential der Chinesen ist nicht so groß, wie allgemein angenommen.

Und zur aktuell populäre Begründung, dass China sich durch den Krieg in der Ukraine bestärkt sieht, Taiwan anzugreifen, muss klar gesagt werden: Es gibt keine direkte Korrelation zwischen der russischen Invasion der Ukraine und einer möglichen Invasion von Taiwan durch China.

Russland und China sind zwar seit Jahrzehnten strategische und wirtschaftliche Partner – das bedeutet aber nicht, dass China sich zu einem Krieg vor der eigenen Küste genötigt sieht, nur weil Russland einen Feldzug an den Grenzen zu Europa begonnen hat.

Eine direkte militärische oder ideologische Verbindung zwischen den beiden Konflikten und Krisengebieten existiert nicht.

Im Gegenteil: China hat durch den Krieg von Russland strategische Nachteile und eine Echtzeit-Demonstration vor Augen, die eine deutliche Botschaft hat: „Es ist leichter ist einen Krieg zu beginnen, als ihn zu gewinnen“.

China ist ganz sicher kein großer Freund der russischen Invasion an den Grenzen zu Europa.

Der Konflikt ist schlecht für die Weltwirtschaft und das interessiert China traditionell mehr als die ideologischen und militärischen Feldzüge seiner strategischen Partner.

Lassen wir daher die unbegründete Vorstellung „Russland führt Krieg in der Ukraine, also wird China Taiwan angreifen!“ beiseite und schauen auf Fakten.

Gründe für eine mögliche chinesische Invasion von Taiwan

Was spricht für eine zeitnahe Invasion von Taiwan durch China?

  1. Das militärische Zeitfenster
  2. Ungewollte Eskalation
  3. Chinas Wirtschaft
  4. Die nächste Regierung der USA
  5. Interne Krisen und Probleme

Schauen wir uns diese Faktoren einmal genauer an:

Faktor Nummer 1: China will nicht länger warten, bis Taiwan durch eine neue internationale Politik der Unterstützung, insbesondere durch die USA, Früchte trägt.

Der Inselstaat könnte von seinen Verbündeten militärisch schon bald so gut ausgerüstet sein, dass eine Invasion unmöglich wird oder nur unter hohen Verlusten stattfinden kann.

Das könnte China in Zugzwang bringen und durchaus zu einem Angriff bewegen.

Faktor Nummer 2: Es besteht im Pazifik zwischen China und den USA grundsätzlich immer das Risiko, dass eine eigentlich unabsichtliche Eskalation durch gegenseitige Provokationen und die „Chain of Command“ in einem größeren Konflikt endet.

Dazu braucht es nur einen eigentlich eher geringen Vorfall und das vielleicht in einem ganz anderen Zusammenhang als das Ringen um den militärischen Einfluss rund um die Region von Taiwan.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Weltmächte aufgrund von eher unbedeutenden Vorfällen oder durch Missverständnisse, die außer Kontrolle geraten, in einen Weltkrieg stolpern – Beispiel: 1914!

Faktor 3: Wirtschaftlich gerät China zunehmend unter Druck und es ist absehbar, dass sich zeitnah – zumindest in den kommenden Jahren – Probleme im Land selbst einstellen werden, die das Tempo der Entwicklung der chinesischen Streitkräfte deutlich verringern könnten.

Ein theoretisches Beispiel: Eine mögliche Kreditkrise im Land würde die Staatsausgaben belasten und damit Rüstungsvorhaben und Verteidigungsbudgets unter Druck bringen.

Niemand kann zu diesem Zeitpunkt genau sagen, ob, wie und warum eine solche Krise in China zutage treten könnte.

Die Erfahrung der Geschichte lehrt jedoch, dass eine Nation nach einer langen Boom-Phase eine Krise im Innern durchlaufen wird.

Dagegen ist China nicht immun.

Vor allem nicht in Anbetracht der Korruption und der traditionellen Verschleierung von tatsächlichen Problemen im Land.

Für die militärischen Ambitionen der Volksrepublik wäre eine interne Krise ganz sicher ein Rückschlag.

Viertens: China könnte mit der nächsten Präsidentenwahl einen republikanischen Hardliner – oder erneut Donald Trump – im Weißen Haus erwarten.

Den Angriff auf Taiwan während einer konservativen republikanischen Präsidentschaft in den USA wird China als deutlich riskanter beurteilen als unter einer demokratischen Führung in Amerika.

Fünftens: China muss von eigenen internen Problemen ablenken.

Die chinesische Wirtschaft schwächelt.

Seit der rigorosen „Zero Covid Strategie“ hat die chinesische Regierung nicht nur mit den ökonomischen Folgen der eigenen Politik zu kämpfen, es macht sich auch wachsender Widerstand gegen die autoritäre Führung im Land breit.

Nichts fürchtet China so sehr wie den Kontrollverlust im eigenen Land.

Es könnte daher eine außenpolitische Eskalation nutzen, um von den eigenen inneren Konflikten seiner Gesellschaft abzulenken und die chinesische Bevölkerung gegen eine äußere Bedrohung wieder ideologisch hinter sich zu vereinen. 

Zusammenfassung 

Das sind mögliche Szenarien und relevante Faktoren, die für eine Invasion sprechen.

Um an dieser Stelle eine persönliche Wertung einzubringen: Ich würde keine einzige davon als einen unmittelbaren und entscheidenden Grund für einen Krieg ansehen.

Was nicht bedeutet, dass sich die einzelnen Faktoren kombiniert nicht zu einem offenen militärischen Konflikt entwickeln können. 

Die größte Sorge ist eine Eskalation durch die ständigen Provokationen, mögliche militärische Unfälle in der Region und die mächtige Chain of Command im Pazifik, die auf diese Weise ungewollt außer Kontrolle geraten könnte.

Die Geschichte lehrt, dass schwere Krisen uund Kriege oft auf diese Weise beginnen.  

Fazit: China hat also durchaus Gründe eine Invasion von Taiwan in Betracht zu ziehen – doch kein Faktor ist im Moment so relevant oder strategisch dominant, dass er China zum Handeln zwingen müsste.

Jedenfalls nicht im Augenblick und unter den aktuellen Umständen.

Die Gründe gegen eine chinesische Invasion von Taiwan in naher Zukunft

Was spricht gegen eine zeitnahe Invasion von Taiwan durch China?

  1. Chinas Wirtschaft
  2. Russland
  3. Fehlende militärische Dominanz
  4. Nukleares Ungleichgewicht

Erstens: China steht vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten: Die chinesische Wirtschaft hat seine jahrzehntelange Dynamik eingebüßt. Das Land hat viele offene und versteckte Probleme in subventionierten Industriezweigen, Banken, offene und verdeckte Kredite, Immobilienbewertungen, Kaufkraft und Demografie. China verliert im Vergleich zu seinen Nachbarn, vor allem zu Indien, zunehmend das historisch hohe Wirtschaftswachstum. Eine rapide Alterung der chinesischen Gesellschaft ist ein zusätzliches Problem: Es wird geschätzt, dass Chinas Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter voraussichtlich zwischen 20 und 40 Millionen schrumpfen wird. Durch Klimawandel und ökologische Veränderungen plus der Schäden durch die jahrzehntelange aggressive Industrialisierung steht das Land vor einem realen Risiko, dass es sehr bald die Ernährung der eigenen Bevölkerung nicht mehr sicherstellen kann. Kurz: China muss sich in absehbarer Zeit einer Reihe von internen und strukturellen Herausforderungen stellen, die durch einen Krieg mit den USA und seinen Alliierten vor der eigenen Küste nicht besser werden.

Zweitens: Von den eigenen Alliierten kann China im Moment nicht viel erwarten. Der russische Krieg in der Ukraine hat zwar keinen direkten Einfluss auf die militärischen Entscheidungen von Peking – dennoch fällt Russland als strategischer Partner im Moment aus. Militärisch wird die russische Regierung in absehbarer Zeit niemanden „Rückendeckung“ geben können. China braucht Russland zwar nicht für einen Angriff auf Taiwan, dennoch hätte China sicherlich lieber ein gut funktionierendes Russland hinter sich als einen Staat tief in der Krise und mit einem kollabierenden Militär. Im Falle einer Seeblockade von China könnte ein stabiles Russland zumindest Versorgung und Rohstoffe gewährleisten – doch im Moment kann die russische Nation nicht einmal den Bestand der eigenen Regierung, Armee und Gesellschaftsordnung garantieren. Russlands Probleme sind also eher ein Faktor, der gegen eine zeitnahe Invasion spricht, als für die Invasion.

Neben diesen Aspekten werden vor allem militärische Überlegungen darüber entscheiden, ob China das Risiko eines Angriffs eingehen wird oder nicht.

Die entscheidenden militärischen Faktoren für einen mögliche Invasion von Taiwan durch China

Neben diesen Aspekten werden vor allem militärische Überlegungen darüber entscheiden, ob China das Risiko eines Angriffs eingehen wird oder nicht.

Die folgenden Faktoren sind ganz besonders wichtig:

  1. U-Boote
  2. Lufthoheit
  3. Nukleare Waffen

U-Boote

Chinas Fähigkeiten zu einer erfolgreichen Invasion Taiwans hängt vor allem davon ab, eine effektive Seeblockade der Insel erreichen zu können.

Dazu braucht China a) eine umfassende Kontrolle seiner eigenen Küstenabschnitte und b) der Region rund um Taiwan.

Das einzige Mittel, um dieses Szenario wirklich durchzusetzen: China muss neben seiner konventionellen Marine über eine umfangreiche und moderne U-Boot-Flotte zum Zeitpunkt der Invasion verfügen.

Zudem braucht es moderne Verteidigungssysteme gegen die U-Boote der Alliierten, inklusive submariner Technologie, die in allen Aspekten gleichauf oder überlegen mit den möglichen Konfliktparteien sein muss.

Das ist nicht der Fall.

China hat 58 U-Boote. Zum Vergleich: Die NATO könnte theoretisch über 144 U-Boote in einem Konflikt verfügen, alle deutlich moderner.

Die NATO ist zwar nicht Konfliktpartei im Falle einer Invasion von Taiwan, aber es ist nicht anzunehmen, dass Großbritannien, Frankreich, Kanada und die USA keine Verstärkung in die Region senden werden.

Zudem werden Japan und Australien ganz sicher nicht zur Seite schauen, wenn in ihrem Einflussbereich ein umfassender militärischer Konflikt mit China entbrennt.

Niemand kann realistisch sagen, wie und welche U-Boote der verschiedenen Nationen in einem Krieg um Taiwan zum Einsatz kommen würden – doch unabhängig von allen theoretischen Zahlen, möglichen Konfliktparteien und Szenarien: Chinas Militär kann zum derzeitigen Stand nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass es die für eine Invasion notwendigen Seegebiete umfassend sichern und dominieren kann.

Noch nicht.

Die internationale Berichterstattung beschäftigt sich eher mit den Fortschritten von China Flugzeugträgern – als die offen sichtbaren Symbole von Chinas Fortschritten im Verteidigungssektor.

Doch U-Boote sind – insbesondere für eine mögliche Seeblockade Taiwans – ebenso wichtig.

Innerhalb dieser Kategorie moderner Kriegsführung spricht aus Gründen der nicht verlässlichen Planbarkeit einer echten, stabilen Seeblockade Taiwans im Moment noch nichts für einen unmittelbaren Angriff durch China.

Luftwaffe und Lufthoheit

Der zweite wichtige Aspekt wird das Erreichen und das Sichern einer Lufthoheit über der Region von Taiwan sein.

Chinas Luftwaffe ist dazu im Moment noch nicht in der Lage.

Taiwans eigener Bestand an Kampfflugzeugen wird zwar kaum der zahlenmäßig überlegenen Flugzeugen aus China standhalten können.

Sollten jedoch die USA plus Verbündete in den Konflikt eingreifen, werden vor allem Technologie, Training und Reichweite der beteiligten Einheiten eine Rolle spielen.

Der tatsächliche technologische Stand einer Luftwaffe unterliegt generell strikter Geheimhaltung. Chinas neues Model J-20 hat vielleicht die Fähigkeiten, mit den amerikanischen F-22 und F-35 zu konkurrieren – aber niemand kann das zuverlässig sagen.

Und bis zu einem tatsächlichen Konflikt wird es keine glaubwürdigen Aussagen dazu geben können.

Wahrscheinlich liegt der J-20 noch nicht mit dem aktuellen Stand der westlichen Kampfflugzeuge gleich auf.

Aber selbst wenn das der Fall sein sollte: China hat etwa 50 Flugzeuge vom Typ J-20 einsatzbereit.

Die USA können über 160 F-22 in einen Konflikt bringen und plant eine Flotte von über 1.700 Flugzeuge vom F-35 für die Zukunft.

Sollte Amerika in den Konflikt eingreifen, wird China keine Lufthoheit über Taiwan etablieren können.

Die einzige Hürde in diesem Zahlenspiel: China hat die eigene Küste vor Ort.

Die amerikanischen Flugzeuge haben eine begrenzte Reichweite und sind auf entfernte Stützpunkte angewiesen, abgesehen von der Möglichkeit Flugzeugträger in die Region zu schicken.

Das könnte in einem plötzlichen Konflikt zu einer Herausforderung für die Alliierten werden.

Trotzdem, China kann nicht von einer sicheren und unmittelbaren Lufthoheit ausgehen, wenn es sich für eine Invasion entscheidet.

Das wahrscheinlichste Szenario werden Phasen wechselhafter Luftschlachten und unbeständige Versuche einer zeitweiligen Dominanz im Luftraum sein.

Ein sicheres Szenario gibt es für niemanden in dem Falle – jedoch ganz sicher auch keine unmittelbare Dominanz der Chinesen im Luftraum über Taiwan.

Die Planer im chinesischen Militär wissen das.

Sollten nicht irrationale Beweggründe den Konflikt auslösen, werden die Strategen in China diesem unkalkulierbare Szenario wahrscheinlich vorerst noch lieber aus dem Weg gehen.

Nukleare Bedrohung und Atombomben

Die Einschätzung, dass China den Inselstaat Taiwan erfolgreich besetzen kann, wenn es sein Atomwaffenarsenal als Drohung gegen die Einmischung von Drittmächten ins Spiel bringt, ist weit verbreitet.

Es basiert auf der Überlegung: Niemand will einen atomaren Dritten Weltkrieg – also wird auch niemand direkt eingreifen, wenn China die Invasion von Taiwan beginnt, weil das zu einem atomaren Erstschlag der Volksrepublik führen würde.

Die atomare Drohung funktioniert in diesem Szenario quasi als Schutzschirm für die eigentliche Invasion.

Ähnlich wie wir es aktuell aus Russland hören, um eine zu direkte und umfassende Unterstützung der Ukraine durch die Alliierten zu verhindern, oder zumindest zu erschweren.

Hier ist das Problem in diesem Szenario: China ist als Atom-Macht nicht dominant genug.

Nach offiziellen Informationen, und je nach Quelle, verfügt China über 100 bis 150 einsatzfähige ballistische Interkontinentalraketen (ICBM), die das amerikanische Festland erreichen könnten.

Im Moment sollen von 25 bis 90 davon realistisch fähig sein, auch wirklich ein konkretes Ziel in den USA angreifen und Schaden anrichten zu können.

Bis 2025 wird diese Zahl auf 200 geschätzt.

Im Gegenzug haben die USA 400 ICBM, 50 in Reserve, und eine Ausstattung von 800 atomaren Sprengköpfen für diese Gattung.

Für einen Angriff auf das amerikanische Festland, mit Atomraketen von U-Booten aus, ist China noch nicht weit genug entwickelt.

Es hat diese Systeme, aber sie sind nicht vergleichbar effizient und einsatzfähig wie die der westlichen Alliierten.

China verfügt zwar über Kurzstrecken-Raketen und Systeme für den Einsatz gegen Schiffe und lokale Ziele.

Aber nichts davon ist vergleichbar mit dem, was die USA aktiv und effizient im Falle einer nuklearen Auseinandersetzung einsetzen können.

China ist in diesem Fall deutlich unterlegen.

Die USA könnten China ein Vielfaches an Schaden durch Atomwaffen zufügen.

Um es konkret zu sagen: Amerika könnte China mit seinen Atomwaffen komplett auslöschen.

China hat diese Option nicht.

Und damit steht auch das Szenario einer chinesischen atomaren Drohgebärde auf keinem rational begründbaren Fundament – zumindest nicht nach Zahlen, Zerstörungspotential und technologischer Entwicklung.

Moralisch, ethisch stellen sich in dem Zusammenhang ganz andere Fragen.

Doch als Zahlenspiel innerhalb der oft bemühten China könnte mit Atomwaffen drohen ist diese Option in Wahrheit relativ schwach aufgestellt.

Das bedeutet: Die Idee einer effektiven Abschreckung durch die Drohung der atomaren Eskalation kann ebenfalls nicht das letzte Argument sein, weil China einfach nicht dominant genug ist auf diesem Gebiet.

Vielleicht nähert es sich dieser Dominanz in den Jahren von 2025 bis 3035 – doch vorerst kann China das Szenario einer atomaren Drohgebärde als Schutzschirm für eine Invasion von Taiwan nicht als realistisches Instrument in Betracht ziehen.

Das Fazit: Die Realität des Taiwan-Konflikts

China hat im Moment bis auf vage Bewegründe keine relevanten Faktoren auf seiner Seite, die für eine Invasion von Taiwan sprechen.

Das bedeutet nicht, dass China sich nicht zu dem Waffengang entscheiden könnte – das ist durchaus möglich.

Russland hat uns allen deutlich gemacht, dass es keine rationalen Beweggründe braucht, um einen Krieg von internationaler Bedeutung anzufangen.

Doch im Moment ist es eher unwahrscheinlich, dass China sich aggressiv auf dieses Abenteuer einlassen will – abgesehen von seiner offensiven Rethorik. 

Daher siedle ich die Wahrscheinlichkeit eines offneen Konflikts um Taiwan im Moment (Oktober 2022) im Bereich 95 % für „China vermeidet den zeitnahen Waffengang“ zu 5 % für „China entscheidet sich zu einer militärischen Invasion“. 

Zwei unkalkulierbare Risiken bleiben:

Erstens: Eine ungewollte Eskalation im Pazifik.

Zweitens: Die aktuelle imperalistisch geprägte nationalistische Strömung innerhalb der chinesischen Führung setzt sich durch.

Ein neuer Nationalismus ist durchaus fähig die planbare Vernunft der Chinesen durch impulsive imperalistische Träume zu erstezen.

Auch das wäre nicht das erste Mal in der Geschichte. 

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